Deutschland

Insider: Merkel macht Druck, drängt Autobauer in die E-Mobilität

Berichten zufolge hat Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Treffen mit den Vorstandsvorsitzenden der deutschen Autobauer anberaumt. Der Vorstoß hin zur E-Mobilität geht dem Kanzleramt offenbar zu langsam.
18.02.2020 16:39
Lesezeit: 1 min
Insider: Merkel macht Druck, drängt Autobauer in die E-Mobilität
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht bei ihrem Eröffnungsrundgang auf der IAA den Stand von Mercedes und spricht mit Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG. (Foto: dpa) Foto: Boris Roessler

Bundeskanzlerin Angela Merkel plant Insidern zufolge angesichts des schleppend laufenden Verkaufs von E-Autos ein weiteres Treffen mit Vertretern der Automobilindustrie. "Im Kanzleramt wird sehr aufmerksam verfolgt, dass die Hersteller 2019 auch nach eigenen Berechnungen noch sehr weit vom Erreichen der CO2-Ziele 2020/21 entfernt sind", sagte eine Person aus der Branche mit Kenntnis der Pläne der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.

Die Kanzlerin wolle bei dem Treffen am 1. April eine Zwischenbilanz ziehen. Dabei sollten Fragen wie der Stand beim Aufbau des Ladenetzes und die Wirkung der im Klimapaket angestoßenen Maßnahmen zur Förderung der E-Mobilität erörtert werden.

Ein weiterer Insider bestätigte den Termin. "Das kommt vom Kanzleramt", sagte die Person. Das Bundespresseamt lehnte eine Stellungnahme ab.

Mit dem im Herbst beschlossenen Paket soll sichergestellt werden, dass Deutschland seine „Klimaschutz“-Vorgaben für 2030 einhalten kann. Sie sehen eine Kürzung des CO2-Ausstoßes um 55 Prozent im Vergleich zu 1990 vor. Zuletzt waren knapp 30 Prozent geschafft. Teil des Pakets sind auch höhere Kaufprämien für Elektro- und Hybridautos. Dafür hatte die EU-Kommission kürzlich grünes Licht gegeben.

Die bereitgestellten Fördermittel flössen bisher nur sporadisch, monierte einer der Brancheninsider. "Es gibt im Moment sehr viele Flaschenhälse." Die Pläne für das Erreichen der Klimaziele 2030 seien hochfliegend, "aber die ersten Schritte sind offensichtlich sehr schwierig". Weitere Themen des Autogipfels seien die Digitalisierung und automatisiertes Fahren.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Infrastruktur-Sondertopf: Investitionen laufen nur schleppend an
10.06.2026

Mit einem 500 Milliarden Euro schweren Sondertopf will die Bundesregierung den jahrelangen Investitionsstau in der deutschen Infrastruktur...

DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeldzinsen: Sparkassen und Volksbanken zahlen zu wenig Zinsen für Tagesgeld
10.06.2026

Sparer erhalten bei Sparkassen und Volksbanken oft deutlich weniger Zinsen als bei überregionalen Banken, zeigt eine Analyse des...

DWN
Politik
Politik FDP-Chef Kubicki rechnet mit Merz ab: “Erwartungsmanagement ist unterirdisch“
10.06.2026

In der ARD-Sendung Maischberger warf Kubicki dem CDU-Chef vor, "unglaublich schlecht" zu kommunizieren. Seine Kritik fällt deutlich aus...

DWN
Politik
Politik Energiewende auf der Kippe? Koalition in schwierigen Verhandlungen über Energiepaket
10.06.2026

Bei einem Energiekongress in Berlin geht es um strittige Vorhaben der Koalition. Die Fraktionschefs von SPD und Union setzen...

DWN
Technologie
Technologie Transportdrohne Victor: Luftfahrt-Start-Up ERC System zieht Serienstart vor
10.06.2026

Das Luftfahrtunternehmen ERC System will mit einer Transportdrohne drei Jahre früher als geplant in die Serienproduktion einsteigen: Der...

DWN
Technologie
Technologie EU-Verpackungsverordnung: Einweg-Ära vor dem radikalen Aus in Europa
10.06.2026

Zucker im Tütchen, Ketchup im Mini-Beutel, Shampoo im Hotel-Sachet – genau diese Alltagsdetails verschwinden bald aus Europas...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvente Perlon-Gruppe: Deutscher Weltmarktführer geht an China
10.06.2026

Die deutsche Chemie ist in einer schwierigen Lage, geplagt von hohen Kosten, schwachem Weltmarkt und chinesischer Konkurrenz. Ein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Toxische Chefs: Wie schlechte Führung Mitarbeiter vertreibt – und welche Lösung es gibt
10.06.2026

Viele kündigen nicht wegen des Jobs, sondern wegen des Chefs: Toxische Führung ist ein zentraler Kündigungsgrund, zeigt eine aktuelle...