Finanzen

IWF fordert Schuldenschnitt in Argentinien, deutsche Großinvestoren betroffen

Der IWF setzt seine verheerenden Interventionen in Schuldenstaaten fort. Nachdem erst 2018 rund 50 Milliarden an Krediten für Argentinien freigemacht worden waren, sollen die Gläubiger nun auf Teile ihrer Forderungen verzichten.
20.02.2020 09:34
Lesezeit: 1 min
IWF fordert Schuldenschnitt in Argentinien, deutsche Großinvestoren betroffen
Das IWF-Logo. (Foto: dpa) Foto: Jim Lo Scalzo

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Schuldenlast Argentiniens als untragbar bezeichnet und Schritte der Gläubiger gefordert. Der für eine Reduzierung der Schulden benötigte Überschuss sei "weder wirtschaftlich noch politisch machbar", hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten Erklärung. Benötigt werde ein "bedeutender Beitrag der privaten Gläubiger". Damit fordere der IWF faktisch einen Schuldenschnitt, sagte Gabriel Zelpo, Leiter der Wirtschaftsberatung Seido. Dies stärke die Verhandlungsposition von Wirtschaftsminister Martin Guzman mit den Gläubigern. Guzman selbst erklärte in einer ersten Reaktion, man bleibe mit dem IWF im Dialog.

Der IWF hatte erst im Jahr 2018 Notkredite im Umfang von rund 50 Milliarden Dollar für Argentinien freigemacht. Schon damals war aber absehbar, dass das Land nicht ansatzweise in der Lage sein würde, die Zinsen für die Schulden zu bezahlen. Der IWF verlängert damit seine Spur der Verwüstung, welche er mit falschen Rezepten in den vergangenen Jahren in zahlreichen Staaten angerichtet hatte. Auch deutsche Großinvestoren sind Geldgeber Argentiniens.

Die argentinische Regierung will mit dem IWF und anderen Gläubigern über die Rückzahlung von Verbindlichkeiten im Volumen von 100 Milliarden Dollar neu verhandeln. Der Vorgänger von Präsident Alberto Fernandez, Mauricio Macri, hatte bereits im August angekündigt, die Laufzeit bestimmter Anleihen verlängern und die Tilgung eines 57 Milliarden Dollar schweren IWF-Kredits neu regeln zu wollen. Argentinien war 2001 pleite gegangen. 2015 schaffte es die Regierung in Buenos Aires, sich wieder am Markt zu finanzieren. Bis heute hat sich das einst reichste Land Südamerikas nicht komplett von den Folgen der Krise erholt. Bundeskanzlerin Angela Merkel sicherte dem südamerikanischen Land Anfang des Monats Unterstützung zu.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

 

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Anleiherenditen setzen Aktien weiterhin unter Druck
02.10.2026

Zinsängste und Arbeitsmarktdaten bewegen die Börsen – was Anleger jetzt wissen müssen.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinesische Raffinerien stoppen Exporte: Was passiert mit den Dieselpreisen in Europa?
02.10.2026

Der weltweite Dieselmarkt steht bereits massiv unter Druck. Nun drosseln chinesische Raffinerien ihre Exporte und konzentrieren sich auf...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Der neue Anleger der DWN stellt sich vor
02.10.2026

Wie können Sie ein Vermögen an der Börse aufbauen, wenn Sie weder Erfahrung bei der Aktienanalyse haben noch die Zeit für den...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Scandit stoppt Diebstahl an der Selbstbedienungskasse
02.10.2026

Selbstbedienungskassen sparen Personal, öffnen Händlern aber eine teure Schwachstelle: Kunden scannen Waren falsch oder gar nicht. Der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Maschinenbau: VDMA verlangt Importverbote für Risikoprodukte aus China
02.10.2026

Deutschlands Maschinenbauer warnen vor Wettbewerbsnachteilen durch Produkte, die europäische Sicherheitsanforderungen nicht erfüllen....

DWN
Technologie
Technologie „Völliger Mist“: So fällt die Kritik an Europas Microsoft-Teams-Alternative aus
02.10.2026

Element Pro soll die Kommunikation sicherstellen, falls Microsoft Teams ausfällt. Die Europäische Kommission betreibt die Lösung auf...

DWN
Unternehmen
Unternehmen KNDS zwischen Börse und Panzern: Investoren warten, Waffenaufträge wachsen
02.10.2026

Der Börsengang ist vorerst verschoben, die Auftragsbücher dagegen füllen sich weiter. Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bonuszahlungen: Wenn Boni aus dem Ruder laufen
02.10.2026

Bonusprogramme waren früher oft spontane Belohnungen, heute sind sie ein professionelles Steuerungsinstrument für Vorstände und...