Politik

DWN Exklusiv: Zugang nach Idlib gefallen - jetzt hat Erdogans Armee freie Bahn

Die von der Türkei unterstützte Syrische Nationale Armee hat eine enorm wichtige Ortschaft erobert. Das bedeutet einen gewaltigen militärischen Erfolg, weil die Ortschaft das Tor nach Saraqib ist - die strategisch wichtigste Stadt der Provinz Idlib.
25.02.2020 13:40
Aktualisiert: 25.02.2020 13:40
Lesezeit: 2 min
DWN Exklusiv: Zugang nach Idlib gefallen - jetzt hat Erdogans Armee freie Bahn
Die Rebellen der "Syrischen Nationalen Armee" rückt gegen die "Syrische Arabische Armee" von Präsident Assad vor. (Grafik: Syria Live Map/DWN)

Die von der Türkei unterstützte Syrische Nationale Armee (SNA) (Rebellen, die das Assad-Regime bekämpfen) hat in der Nacht von Montag auf Dienstag die Ortschaft Nairab erobert, berichtet Al Jazeera. Nairab ist eine strategisch wichtige Ortschaft, die als Tor nach Saraqib dient. Die Stadt Saraqib befindet sich sowohl entlang der Latakia-Aleppo-Autobahn (M4) als auch entlang der Aleppo-Damascus-Autobahn (M5). Wer dieses Drehkreuz kontrolliert, kontrolliert faktisch auch die Provinz Idlib.

Wenige Tage zuvor hatte die Türkei Luftabwehrsysteme und Langstreckenraketen nach Idlib verlegt.

Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldet: “Syrische Regierungstruppen zogen sich aus dem Dorf Nairab in der Provinz Idlib zurück, berichtete das Nachrichtenportal Al-Masdar am Montag unter Berufung auf Quellen in der Provinzverwaltung.”

SNA-Major Youssef Hammoud bestätigte gegenüber Arabi21 die Eroberung von Nairab. Aus einer Erklärung der SNA geht hervor, dass vier Panzer, zwei Truppentransporter und zwei Militärfahrzeuge der Syrischen Arabischen Armee (SAA) von Präsident Assad und ihrer Verbündeten zerstört worden seien. Zudem wurden angeblich zwei Aufklärungsflugzeuge des Gegners abgeschossen.

Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldet: “Nach Zusammenstößen mit dem Assad-Regime und seinen Verbündeten in der Region nahmen am Montag gemäßigte Oppositionskräfte ein Schlüsseldorf in Nordsyrien ein. Sie eroberten das Dorf Nairab in Saraqib - ein Tor in die umkämpfte Provinz Idlib - nach einer Operation, die am Mittag gegen von Iran unterstützte Terroristengruppen, Regimetruppen und russische Kampfflugzeuge begann. Regimekräfte zogen sich mit vielen Opfern aus dem Dorf zurück.”

Nach Angaben von Orient News sollen die Kämpfe um Nairab etwa acht Stunden gedauert haben. Zudem sollen Verbände der SNA die Stadt Ruwaiha, die sich ebenfalls in Idlib befindet, erobert haben. Im Verlauf der Operationen sollen die türkischen Streitkräfte (TSK) die SNA-Verbände mit schwerer Artillerie unterstützt haben.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldet hingegen weit im Süden der Provinz Idlib Geländegewinne. Die Kämpfe im Süden von Idlib richten sich gegen die Extremisten-Miliz Hayat Tahrir al-Scham (HTS). Sana wörtlich: “Einheiten der Syrischen Arabischen Armee setzten ihren Vormarsch gegen terroristische Organisationen in der südlichen Landschaft von Idlib fort und befreiten die Dörfer Ma'artamar und Ma'artasin südwestlich der Stadt Ma'aret al-Nu'aman, nachdem sie zahlreiche Terroristen aus der al-Nusra-Front (HTS, Anm.d. Red) eliminiert hatten.”

Die dpa meldet: “Nach UN-Angaben flohen seit Anfang Dezember rund 900.000 Syrer vor den heranrückenden Regierungstruppen und der Gewalt - auch in Richtung türkische Grenze. Das hatte in der Türkei, die bereits Millionen syrische Flüchtlinge beherbergt, Sorgen ausgelöst.”

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Neue deutsch emiratische Investitionen stärken Dubais Standortrolle

Die Zeiten, in denen eine Firma vor allem am eigenen Standort und nur begrenzt darüber hinaus florieren wollte, sind vorbei. Heute sind...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Panorama
Panorama Zuwanderung bremst Trend: Immer mehr Menschen in Deutschland leben wieder in Familien
17.09.2026

Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland wohnt zusammen mit Eltern oder Kindern in einem Haushalt. Nach einer langen Phase des...

DWN
Politik
Politik Überwachung und Chat-Weitergabe: BGH lässt EuGH-Datenschutzregeln im Privatleben klären
17.09.2026

Darf man Angehörige heimlich filmen oder private WhatsApp-Nachrichten an Dritte weiterleiten? Zwei verfahrene Alltagsstreitigkeiten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Comeback mit Verbrennungsmotoren: Volvo schaltet auf gemischten Antrieb um
17.09.2026

Volvo will den Weg aus der Krise schaffen und setzt dabei wieder verstärkt auf Verbrenner. Neue Fahrzeugmodelle sollen dem schwedischen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gewerkschaftsstudie: Gesenkte Gastronomie-Mehrwertsteuer bringt Gästen keine Preisvorteile
17.09.2026

Seit Jahresbeginn gilt für Restaurantspeisen der reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent. Trotzdem verzeichnen Verbraucher...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Industrie: Fertigungssektor verzeichnet historischen Höchststand bei Auftragsreserven
17.09.2026

Der krisenerschütterte Industriesektor blickt dank prall gefüllter Orderbücher optimistischer auf eine mögliche Überwindung der...

DWN
Politik
Politik Kanada offen für EU-Vorschlag - Trump reagiert mit Drohungen
17.09.2026

Kanada rückt näher an die EU – und Donald Trump reagiert mit einer deutlichen Warnung. Der US-Präsident droht mit hohen Zöllen, falls...

DWN
Technologie
Technologie Blackout? Was die Hitze mit unserem Stromnetz macht
17.09.2026

Hitze, Dürre und wenig Wind könnten Deutschlands Stromsystem künftig gleichzeitig belasten. Noch droht kein Blackout – doch die...

DWN
Finanzen
Finanzen Fed-Zinsentscheid: Höhere Zinsen treffen auch Deutschland
17.09.2026

Die Fed dreht wieder an der Zinsschraube und macht klar, dass weitere Erhöhungen folgen könnten. Das verteuert Kredite, setzt Aktien und...