Investoren erwirtschaften trotz Corona-Krise hohe Gewinne

 

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20.03.2020 15:46  Aktualisiert: 20.03.2020 15:46
In turbulenten Zeiten gibt es auf den Finanzmärkten neben den vielen Verlierern immer auch Gewinner. So sind europäische Staatsanleihen - mit Ausnahme griechischer Anleihen - zuletzt stark angestiegen. Und auf dem Aktienmarkt hat sich unter anderem ein Pharma-Unternehmen dem allgemein fallenden Trend widersetzt.
Investoren erwirtschaften trotz Corona-Krise hohe Gewinne
Ausgewählte Finanzwert sind zuletzt stark gestiegen. (Foto: dpa)
Foto: Frank Rumpenhorst

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Auf dem Markt für Staatsanleihen finden bemerkenswerte Entwicklungen statt, die klugen Investoren durchaus Chancen bieten.

In den europäischen Ländern sind die Renditen für Staatsanleihen mit Laufzeiten von fünf und zehn Jahren drastisch zurückgegangen - mit Ausnahme in Griechenland. Dort liegen die Renditen für fünfjährige Staatsanleihen bei 1,72 und für zehnjährige Staatsanleihen bei 2,42 Prozent (Stand: 20. März 2020/14 Uhr).

In Portugal ging die Rendite der fünfjährigen Staatsanleihe um 23,7 Prozentpunkte auf 0,47 Prozent zurück. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe ging um 13,4 Prozentpunkte auf 0,95 Prozent zurück.

In Irland ging die Rendite der fünfjährigen Staatsanleihe um 77,2 Prozentpunkte auf 0,02 Prozent zurück. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe ging um 34,2 Prozentpunkte auf 0,26 Prozent zurück.

In Spanien ging die Rendite der fünfjährigen Staatsanleihe um 37,8 Prozentpunkte auf 0,24 Prozent zurück. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe ging um 17,7 Prozentpunkte auf 0,76 Prozent zurück.

In Italien ging die Rendite der fünfjährigen Staatsanleihe um 18,0 Prozentpunkte auf 0,96 Prozent zurück. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe ging um 10,5 Prozentpunkte auf 1,63 Prozent zurück.

In Frankreich ging die Rendite der fünfjährigen Staatsanleihe um 200,9 Prozentpunkte auf Minus 0,18 Prozent zurück. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe ging um 51,8 Prozentpunkte auf 0,12 Prozent zurück.

In Belgien ging die Rendite der fünfjährigen Staatsanleihe um 395,5 Prozentpunkte auf Minus 0,1 Prozent zurück. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe ging um 48,2 Prozentpunkte auf 0,18 Prozent zurück.

In Österreich ging die Rendite der fünfjährigen Staatsanleihe um 194,0 Prozentpunkte auf Minus 0,07 Prozent zurück. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe ging um 32,9 Prozentpunkte auf 0,14 Prozent zurück.

In den Niederlanden ging die Rendite der fünfjährige Staatsanleihe um 51,5 Prozentpunkte auf Minus 0,3 Prozent zurück. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe ging um 152,3 Prozentpunkte auf Minus 0,05 Prozent zurück.

In Deutschland ging die Rendite der fünfjährigen Bundesanleihe um 23,0 Prozentpunkte auf Minus 0,49 Prozent zurück. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe ging um 80,8 Prozentpunkte auf Minus 0,3 Prozent zurück.

Staatsanleihen und Renditen im EU-Ausland

Ähnlich entwickelten sich die Renditen, zumindest im Trend, auf außereuropäischen Anleihemärkten:

In den USA ging die Rendite der fünfjährigen “Treasury Bonds” um 12,0 Prozentpunkte auf 0,58 Prozent zurück. Die Rendite der zehnjährigen “Treasury Bonds” ging ebenfalls um 12,0 Prozentpunkte auf Minus 0,99 Prozent zurück.

In Japan verblieb die Rendite für die fünfjährige Staatsanleihe bei Minus 0,04 Prozent. Auch die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe blieb unverändert bei 0,11 Prozent.

In der Schweiz ging die Rendite für Staatsanleihen mit einer Laufzeit von fünf Jahren um 23,7 Prozentpunkte auf Minus 0,06 Prozent zurück. Die Rendite für Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren stürzte um 69,5 Prozentpunkte auf Minus 0,35 Prozent ab.

In China ging die Rendite der fünfjährigen Staatsanleihe um 1,9 Prozentpunkte auf 2,45 Prozent zurück. Doch die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 2,76 Prozent.

Auffällig ist, dass Ägypten im außereuropäischen Raum als einziges Land Renditezuwächse zu verzeichnen hat. Die Rendite für Staatsanleihen mit einer Laufzeit von fünf Jahren stieg um 2,9 Prozentpunkte auf 15,07 Prozent. Die Rendite für Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren stieg um 2,7 Prozentpunkte auf 14,85 Prozent.

Somit würde es sich rein rechnerisch für Anleger empfehlen, in die zehnjährigen Staatsanleihen Chinas, Griechenlands und Ägyptens, die fünfjährigen Staatsanleihen Ägyptens und Griechenlands und in die zweijährigen Staatsanleihen Ägyptens zu investieren. Denn die ägyptischen Staatsanleihen sind um drei Prozentpunkte auf 15,23 Prozent gestiegen.

Allerdings gibt es in Ägypten, das sich außerhalb der Eurozone befindet, ein hohes Risiko. Denn die Renditen von Anleihen steigen tendenziell bei höherer Inflation, weil Investoren befürchten müssen, dass sie ihr angelegtes Geld nach Ablauf der Laufzeit in entwerteter Währung zurückbekommen. In Ägypten liegt die Inflation derzeit bei 9,97 Prozent. Statista zufolge soll sie bis zum Jahr 2024 auf 7,07 Prozent zurückgehen, wobei Prognosen immer mit Vorsicht zu genießen sind. In China liegt die Inflation bei 2,43 Prozent. Bis zum Jahr soll sie auf 3,0 Prozent ansteigen. Für Anleger würde es sich lohnen, sich in der Euro-Zone umzuschauen, oder aber ihr Kapital aufgrund der aktuellen Dollar-Stärke in den USA anzulegen.

Der Kapitalmarktanalyst Bill Blain zeigt sich angesichts der aktuellen finanziellen und wirtschaftlichen Lage auf den internationalen Märkten pessimistisch. In einem Beitrag schreibt er: “Ich bin überzeugt, dass wir am Anfang einer chaotischen Rekonstruktion der Märkte stehen, anstatt eine einfache vorhersehbare Korrektur der aktuellen Ordnung vorzunehmen”. Blain zufolge werden beispielsweise Investoren, die Unternehmensanleihen erworben haben, in den sauren Apfel beißen müssen. Er spielt darauf an, dass eine Reihe von Unternehmen insolvent gehen werden. Zum Einbruch der Renditen bei Staatsanleihen führt Blain aus, dass diese sich aufgrund der Programme zur Quantitativen Lockerung durch die Notenbanken etwas erholen werden.

Lohnen sich Investitionen in Pharma-Aktien?

Wie es nach der Corona-Krise auf dem Aktienmarkt aussehen wird, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt nicht sagen, zumal nach einem möglichen Zusammenbruch der Weltwirtschaft die Implementierung einer neuen Weltwirtschaftsordnung durchaus denkbar ist. Diese würde sich von der aktuellen Weltwirtschaftsordnung, die durch unkontrollierte Kapitalflüsse, durch die Notenbanken und vor allem durch die Börsen bestimmt wird, strikt unterscheiden.

Trotzdem bietet es sich im derzeitigen Umfeld an, in Aktien zu investieren. Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten hatten am 28. Februar 2020 die Empfehlung ausgesprochen, Aktien des US-Pharmaunternehmens Regeneron zu erwerben. Damals lag der Aktienkurs bei 412,60 Euro. Am späten Nachmittag des 20. März 2020 lag der Aktienkurs bei 467,65 Euro. Solange Regeneron ein potenzieller Kandidat für die Erforschung eines Corona-Impfstoffs ist, lohnen sich Investitionen in diese Aktie. Allerdings haben in den vergangenen Wochen auch weitere internationale Pharmaunternehmen bekanntgegeben, dass sie an einem Impfstoff forschen würden. Regeneron ist somit nicht mehr der einzige Kandidat im Wettlauf um den Corona-Impfstoff. Die Regeneron-Aktie könnte somit in den kommenden Wochen einer hohen Volatilität ausgesetzt sein.

Investitionen in Aktien des Tübinger Unternehmens CureVac, das ebenfalls an einem Corona-Impfstoff forscht, sind nicht möglich, da CureVac nicht an der Börse notiert ist. Zu den Investoren von CureVac gehören die Bill & Melinda Gates Foundation, Elma Investments Limited und Sigma Group, Baillie Gifford, die Coppel Family und Chartwave Limited.


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