Finanzen

Bargeld-Nachfrage steigt weltweit deutlich an

Weltweit ist die Nachfrage nach Bargeld drastisch angestiegen. Das teilt einer der weltweit führenden Banknotenhersteller aus München mit.
04.04.2020 11:02
Aktualisiert: 04.04.2020 11:02
Lesezeit: 1 min
Bargeld-Nachfrage steigt weltweit deutlich an
Eine Frau lässt sich in einer Bankfiliale am Schalter Bargeld auszahlen. (Foto: dpa) Foto: Angelika Warmuth

Die Corona-Krise führt in vielen Ländern zu deutlich steigender Bargeld-Nachfrage. Das berichtete am Donnerstag das Münchner Traditionsunternehmen Giesecke + Devrient (G+D), einer der weltweit führenden Banknotenhersteller. Vermehrte Anfragen der Zentralbanken in dieser Hinsicht kommen unter anderem aus Osteuropa, wie Vorstandschef Ralf Wintergerst sagte. Der Manager geht aber davon aus, dass zumindest ein Teil des Bargelds nicht zum Einkaufen genutzt, sondern von besorgten Bürgern gehortet wird: "Immer dann, wenn es unsicher ist, legen die Leute es auf die Seite. Das stellen wir auch jetzt wieder fest."

Gleichzeitig arbeiten nach Wintergersts Angaben die Zentralbanken Chinas und mehrerer anderer Länder an der Ausgabe digitaler Währungen - wobei dies nicht im Zusammenhang mit der Corona-Krise steht. "Es könnte sein, dass die chinesische Zentralbank da sehr schnell ist, man hat dort sehr große Projekte", sagte der Manager. "Die Anfragen sind sehr stark aus dem afrikanischen, aus dem Mittleren Osten und auch aus dem asiatischen Bereich." Über konkrete Projekte dürfe G+D keine Auskunft geben, da das Unternehmen Vertraulichkeitserklärungen unterschrieben habe.

Zur Kundschaft von Giesecke + Devrient zählen nach Firmenangaben weltweit 145 Zentralbanken. Banknotendruck und Dienstleistungen rund um das Bargeld sind das traditionelle Geschäft, in den vergangenen Jahren hinzugekommen ist digitale Sicherheitstechnik für Telekommunikation, Behörden und Unternehmen, inklusive fälschungssicherer gedruckter und elektronischer Dokumente.

Bisher leidet das Familienunternehmen mit seinen weltweit 11.500 Mitarbeitern nicht unter der Corona-Krise, auch Kurzarbeit ist nicht geplant. "Wir haben in allen vier Bereichen keinen Einbruch der Nachfrage", sagte Finanzchef Peter Zattler. 2019 war für Giesecke + Devrient ein Rekordjahr, der Umsatz stieg um neun Prozent auf 2,45 Milliarden Euro, der Nettogewinn um 60 Prozent von 50 auf 80 Millionen Euro.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Leadership in der Dauerkrise: Wie Führungskräfte neue Stabilität schaffen
24.01.2026

Ob Handelskonflikte, Regulierung oder Digitalisierung: Unsicherheit ist im Mittelstand zur Konstante geworden. Wie Führungskräfte dennoch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Löhne in Deutschland steigen: Wird nun alles teurer? Ein Warnsignal aus Südosteuropa
24.01.2026

Laut Stepstone-Gehaltsreport 2026 steigen in Deutschland aktuell die Löhne. Was auf den ersten Blick sehr gut klingt, kann sich auf den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Consultingbranche: Warum Wachstum Berater immer teurer macht
24.01.2026

Berater sind gefragter denn je, doch der Boom hat seinen Preis. Während Unternehmen immer stärker auf externe Expertise setzen, drücken...

DWN
Technologie
Technologie Wie viel Fortschritt braucht das Elektroauto? 3 E-Auto-Trends im Check
24.01.2026

Das Elektroauto steht an der nächsten Schwelle: Nicht mehr nur Reichweite zählt, sondern Komfort, Tempo und cleverer Energieeinsatz....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europa im KI-Wettbewerb: Microsoft-CEO sieht Energiekosten als Schlüsselfaktor
24.01.2026

Der globale Wettbewerb um Künstliche Intelligenz verschiebt sich zunehmend auf grundlegende Kosten- und Standortfaktoren. Welche Bedeutung...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Wall Streets wechselhafte Woche: Trumps Entscheidung beruhigte, Intel verschreckte und Gold lockte
23.01.2026

Eine turbulente Woche an der Wall Street endete in einer Stimmung, in der geopolitische Fragen auf die Abkühlung im Technologiesektor und...

DWN
Politik
Politik Drei Mächte, ein Krisengebiet: Neue Verhandlungen über den Donbass
23.01.2026

Nach langer Funkstille nehmen die Ukraine und Russland erstmals wieder direkte Gespräche auf – unter Beteiligung der USA. Im Zentrum...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt United Manufacturing Hub: Wie ein Kölner Startup den Datenschatz der Industrie hebt
23.01.2026

Daten gelten als Treibstoff der Industrie 4.0 – doch in vielen Fabriken bleiben sie ungenutzt. Das Start-up United Manufacturing Hub will...