Politik

Verfassungsschutz: Bürger auf Corona-Demos sind mehrheitlich verfassungstreu

Das Bundesamt für Verfassungsschutz stellt gegenüber den DWN klar, dass die Mehrheit der Bürger bei den Corona-Demos verfassungstreu ist. Allerdings versuchen Extremisten, die Demos für sich zu vereinnahmen.
18.05.2020 15:16
Aktualisiert: 18.05.2020 15:16
Lesezeit: 1 min
Verfassungsschutz: Bürger auf Corona-Demos sind mehrheitlich verfassungstreu
Rund 3.000 Menschen haben sich auf dem Münchener Marienplatz versammelt, um gegen die ihrer Ansicht nach zu harten Corona-Regeln zu protestieren. (Foto: dpa) Foto: Felix H

Auf Nachfrage der Deutschen Wirtschaftsnachrichten, wie die aktuelle Gefährdungslage im Zusammenhang mit der Unterwanderung der mehrheitlich friedlichen Corona-Demos durch Extremisten ist, verwies das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) auf eine Mitteilung, die zuvor auch schon von der Welt am Sonntag veröffentlicht wurde.

Das BfV wörtlich:

“Das BfV beobachtet seit Beginn der Corona-Pandemie, dass Extremisten aus allen Lagern versuchen, die Situation für ihre Ziele zu missbrauchen. Was in Internet-Echokammern mit der Verbreitung einer Fülle von Propaganda, Verschwörungstheorien und Fake News begann, wird nun durch eine zunehmende Teilnahme von Extremisten an den vielfältigen Protesten gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen in die Realwelt hineingetragen.

Wir sehen einen Trend, dass Extremisten, insbesondere Rechtsextremisten, das Demonstrationsgeschehen instrumentalisieren. Rechtsextremistische Akteure suchen Anschluss an bürgerliche Spektren und rufen ihre Anhänger dazu auf, sich aktiv in die Proteste einzubringen.

Es besteht die Gefahr, dass Rechtsextremisten sich mit ihren Feindbildern und staatszersetzenden Zielen an die Spitze der Corona-Demonstrationen stellen, die aktuell mehrheitlich von verfassungstreuen Bürgern durchgeführt werden. Auch wenn derzeit noch keine extremistische Prägung des heterogenen Demonstrationsgeschehens zu erkennen ist, haben wir diese Gefahr auf dem Radar.

Es gibt zwar keinen Schulterschluss des heterogenen Protestpublikums. Sorge bereitet uns aber, dass Extremisten die aktuelle Lage genauso nutzen wie in der sogenannten Flüchtlingskrise. Der Trend der Entgrenzung, den wir seit den Protesten gegen die Migrationspolitik der Bundesregierung beobachten, könnte sich fortsetzen und eine noch größere Dimension annehmen.”

Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten hatten bereits am 16. März 2020 die Politik davor gewarnt, dass im Verlauf der Corona-Krise mit subversiven Desinformationskampagnen gerechnet werden muss, um die Gesellschaft zu spalten. Trotzdem haben die Parteien im Bundestag, aber auch die Bundesregierung, dieses Problem offenbar unterschätzt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Cartier Tank oder Santos – welche ist zeitloser?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht: Design-Kenner sehen in der klar reduzierten Tank das zeitlosere Statement, während die vielseitigere...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: US-Indizes schließen uneinheitlich, da Trump ein Iran-Abkommen nach den Zwischenwahlen für möglich hält
22.09.2026

Politische Signale und starke Einzelwerte bewegen die Märkte im späten Handel.

DWN
Politik
Politik Mehrheit fordert Rücktritt von Kanzler Merz
22.09.2026

Mehr als die Hälfte der Befragten spricht sich für einen Rücktritt des Kanzlers aus. Unter den Anhängern einer Partei ist der Anteil...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Planet Labs: Berlin bekommt eine neue Satellitenfabrik
22.09.2026

In der Hauptstadt soll ein neuer Produktionsstandort für Satelliten entstehen. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in den USA, will aber...

DWN
Politik
Politik Ehemaliger Topberater des Weißen Hauses: Trump gibt Tech-Milliardären beängstigend viel Macht
22.09.2026

Künstliche Intelligenz könnte die Welt ähnlich tiefgreifend verändern wie einst das Manhattan-Projekt. Doch diesmal liegt die...

DWN
Finanzen
Finanzen Heizkosten steigen 2026: So teuer wird das Heizen
22.09.2026

Für viele Haushalte wird das Heizen 2026 teurer – besonders bei Öl und Holzpellets. Eine neue Prognose zeigt, welche Heizarten stärker...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs springt über 85.000 Dollar. Was hat die Erholung ausgelöst?
22.09.2026

Der Bitcoin-Kurs ist wieder deutlich gestiegen und kletterte über 85.000 Dollar. Bemerkenswert ist der Rebound, da kurz zuvor zwei...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvenz: So schützen Unternehmer ihr Privatvermögen
22.09.2026

Gerät die Firma ins Wanken, kann es schnell um mehr gehen als das Unternehmen. Plötzlich stehen auch Haus, Depot und Ersparnisse auf dem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mercedes-Benz-Aktie: Arbeitszeit in der Diskussion – Konzern setzt deutsche Werke unter Druck
22.09.2026

Mercedes hält seine deutschen Werke für zu teuer und fordert mehr Arbeit für das gleiche Geld. Um den Druck zu erhöhen, legt der...