Politik

Türkei: Polizei schnappt sich Patin der Unterwelt

In der Türkei hat die Polizei eine einflussreiche Mafia-Patin und ihre männlichen Untergebenen im Rahmen der Operation "Hygiene" festgenommen. Die weibliche Mafia-Größe stammt ursprünglich aus Deutschland.
25.05.2020 15:00
Aktualisiert: 25.05.2020 15:16
Lesezeit: 1 min
Türkei: Polizei schnappt sich Patin der Unterwelt
Die türkische Mafia-Größe Güniz Akkuş. (Screenshot/Instagram)

In der vergangenen Woche fanden in der Türkei Razzien gegen Mitglieder diverser Mafia-Organisationen statt. Die türkischen Sicherheitskräfte nahmen unter anderem die weibliche Mafia-Größe Güniz Akkuş, die als “Hanımağa” bekannt ist. Sinngemäß bedeutet “Hanımağa” weibliche Fürstin oder Meisterin. Akkuş hatte zuvor anderen Mafia-Paten mit dem Tod gedroht. Zu den Untergebenen der weiblichen Mafia-Patin, die ebenfalls festgenommen wurden, gehören Cenk Ç., Zafer Ç. und Ali Y.

Das türkische Innenministerium teilte mit, dass die Anti-Mafia-Operation den Namen “Hygiene” trägt. Auslöser der Razzien sei die Tatsache gewesen, dass sich zwei verfeindete Mafia-Gruppen über die sozialen Medien bedroht hätten. Als klar wurde, dass es alsbald Tote geben würde, habe man eingeschritten.

In den Städten İstanbul, Ankara, Adıyaman, Antalya, Bursa, Kocaeli und Mersin habe man 13 Personen festgenommen. Im Verlauf der Razzien seien zahlreiche Schusswaffen, Handschellen, Messer und sogar ein gefälschter Presseausweis konfisziert worden.

Akkuş hatte bis zum 15 Lebensjahr in Deutschland gelebt. Während eines Ferienaufenthalts entschied sie sich, in der Türkei eine Polizeiausbildung zu absolvieren. Im Verlauf ihrer Berufsausübung galt sie gegenüber ihren Vorgesetzten als widerspenstig. Nachdem sie ihren Vorgesetzten bedroht hatte, wurde sie aus dem Polizeidienst entlassen, berichtet die Zeitung Milli Gazete.

Am 11. September 2006 wurde sie wegen organisierter Kriminalität und weiterer Straftaten zu einer Haftstrafe von 98 Jahren verurteilt. Allerdings wurde sie im Jahr 2009 wieder freigelassen. Anschließend behauptete sie, dass sie ihr Leben geändert habe. Sie versprach, nie wieder kriminell zu werden, so die Milliyet.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Erholung bei Chip-Aktien stützt Nasdaq – Anleger warten auf Midterm-Ergebnisse
03.11.2026

Blick auf die Wall Street: Welche Dynamiken jetzt bei Tech-Riesen und Leitindizes die Richtung vorgeben.

DWN
Finanzen
Finanzen 21 Millionen Rentner: Gesetzliche Rente steigt 2027 um mehr als vier Prozent?
03.11.2026

Eine Erhöhung von mehr als vier Prozent steht voraussichtlich für Deutschlands Rentner an. Von 2028 an müssen sich Arbeitnehmer und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schaeffler-Aktie rutscht ab: Werke und Jobs werden Opfer der Sparmaßnahmen
03.11.2026

Die Krise in der deutschen Industrie setzt sich fort: Der fränkische Autozulieferer Schaeffler will vier deutsche Standorte schließen und...

DWN
Politik
Politik Analyse: Trumps Korruption und Kleptokratie haben ihn eingeholt
03.11.2026

Kurz vor den Zwischenwahlen rückt ein Thema überraschend an die Spitze der Sorgen amerikanischer Wähler: Korruption. Donald Trumps...

DWN
Finanzen
Finanzen Nationale Reserven: Goldkäufe der Notenbanken steigen deutlich
03.11.2026

Notenbanken haben ihre Goldkäufe im dritten Quartal deutlich ausgeweitet, während Anleger weniger Barren und Münzen kauften. Welche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lebensmittelhersteller Völpel insolvent: Hohe Energiekosten belasten Familienunternehmen
03.11.2026

Die Völpel GmbH aus Königsmoos in Bayern ist auf die Herstellung von Trockenkräutern, Tees, Trockengemüse und Kräutersalz...

DWN
Politik
Politik Ehemaliger US-Diplomat: Trumps Regierung wird von persönlichen Interessen angetrieben
03.11.2026

Der frühere US-Diplomat George Kent erwartet auch nach den Zwischenwahlen keinen Kurswechsel von Donald Trump. Er wirft der Regierung vor,...

DWN
Technologie
Technologie Energiefresser Rechenzentren: KI-Boom lässt Strombedarf drastisch steigen
03.11.2026

Schon 2026 verbrauchen deutsche Rechenzentren so viel Strom wie rund 6,5 Millionen Haushalte. Bis 2035 könnte der Bedarf nochmals stark...