Politik

Aserbaidschan führt großes Manöver im Kaukasus durch - Armenien protestiert

Aserbaidschan hat in der vergangenen Woche ein Manöver in der Nähe einer umstrittenen Region durchgeführt. Armenien protestiert.
26.05.2020 08:37
Aktualisiert: 26.05.2020 08:37
Lesezeit: 1 min
Aserbaidschan führt großes Manöver im Kaukasus durch - Armenien protestiert
Der Konflikt um Berg-Karabach. (Grafik: Stratfor)

Die aserbaidschanischen Streitkräfte haben in der vergangenen Woche eine umfangreiche operative und taktische Militärübung zum Aufbau von Kampf-Kapazitäten durchgeführt. Das Manöver zog sich über fünf Tage hin. Es nahmen rund 10.000 Soldaten, 120 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge, 200 Raketen- und Artilleriesysteme sowie bis zu 30 Jets und Hubschrauber sowie unbemannte Luftfahrzeuge teil. Bereits Ende April hatte die aserbaidschanische Marine taktische Vorübungen im Kaspischen Meer durchgeführt, um den Schutz der Energie-Infrastruktur in der Einsatzzone zu üben.

Das armenische Verteidigungsministerium kritisierte das jüngste Manöver als “Bedrohung für das regionale Sicherheitsumfeld”, berichtet Armenian Weekly. In einer früheren Erklärung hatte Jerewan angekündigt, dass “jeder Versuch, militärische Ausrüstung und Personal in die Nähe der armenischen Grenze oder der Kontaktlinie mit Berg-Karabach zu bringen, als Provokation angesehen werden und angemessene Konsequenzen nach sich ziehen würde”.

Die aserbaidschanische Übung erfolgte offenbar als Protest gegen Militärübungen, die Armenien in Berg-Karabach durchführt. Der aserbaidschanische Militärexperte Shair Ramaldanov hatte vor wenigen Tagen gesagt, dass armenische Übungen in Berg-Karabach illegal seien. “Im Gegensatz zu Armenien führt die aserbaidschanische Seite Militärübungen in ihrem Hoheitsgebiet durch”, zitiert News.az Ramaldanov.

Armenien und Aserbaidschan erheben beiderseits territoriale Ansprüche auf Berg-Karabach. Die Zugehörigkeit Berg-Karabachs ist zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken umstritten. Armenien kann sich auf Russland als Schutzmacht berufen. Die Republik Aserbaidschan fordert die Rückgabe der Region.

Im Buch “Der Berg-Karabach-Konflikt: Eine juristische Analyse” schreibt Heiko Krüger: “So berichtete etwa Human Rights Watch auch, dass durch die armenische Politik und durch armenische Übergriffe im Zeitraum von 1988 bis 1994 zwischen 750.000-800.000 Aserbaidschaner unter Verletzung des Kriegsvölkerrechts aus Karabach und den sieben umliegenden aserbaidschanischen Verwaltungsbezirken vertrieben wurden.”

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Billiganbieter: Temu, Shein und Co. steigern Marktanteil auf Rekordwert
06.07.2026

Die Verbraucher in Deutschland geben online immer mehr Geld bei Shoppingplattformen wie Temu oder Shein aus. Während die asiatischen...

DWN
Politik
Politik Haushalt 2027: Höhere Neuverschuldung - Kritik an Haushaltsplänen
06.07.2026

Mehr Geld vor allem für Verteidigung, höhere Schulden - und Kürzungen im Klimafonds. Das prägt den Entwurf der Bundesregierung für...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stellenabbau bei Porsche: Konzern streicht weitere 4.000 Jobs
06.07.2026

Wegen der Absatzkrise fallen beim Sportwagenhersteller Porsche bereits mehr als 4.000 Stellen weg. Diese Zahl könnte einem Bericht zufolge...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Geschäftsgründung ohne Kredit: Wenn Banken nicht an die Idee glauben
06.07.2026

Ein eigenes Café klingt nach Freiheit, Stil und Selbstbestimmung. Für Anella Veebel bedeutet es vor allem frühe Morgen, hohe Mieten und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Duale Ausbildung in der Krise: Deutschland verliert Azubis, andere Länder nicht
06.07.2026

In Deutschland gibt es heute rund ein Fünftel weniger Auszubildende als 2004. In Österreich fällt das Minus halb so stark aus, die...

DWN
Politik
Politik Umstrittene EEG-Reform: Grüne wollen Reiche in Ausschuss zitieren
06.07.2026

Wegen Verzögerungen bei der geplanten Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wollen die Grünen Wirtschaftsministerin...

DWN
Politik
Politik Ukraine Drohnenkrieg: Warum Moskau plötzlich verwundbar wirkt
06.07.2026

Lange galt Russland als Gegner mit endlosem Atem, riesigen Ressourcen und strategischer Tiefe. Doch die Ukraine verlagert den Krieg...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Škoda Indien: „In China überleben nur die Stärksten“
06.07.2026

China galt lange als Pflichtmarkt für jeden Autobauer, der global mitspielen wollte. Doch Škoda zieht sich zurück und setzt stattdessen...