Technologie

Deutsche Forscher entwickeln Künstliche Intelligenz zur Wartung von Maschinen

Saarbrücker Forscher haben ein innovatives Wartungs-System entwickelt, das auf Künstlicher Intelligenz beruht.
04.06.2020 18:05
Lesezeit: 1 min
Deutsche Forscher entwickeln Künstliche Intelligenz zur Wartung von Maschinen
Maschinen müssen häufig gewartet werden – hier Gasturbinen von Siemens. (Foto: dpa) Foto: Daniel Karmann

Ein smartes Wartungssystem für Maschinen erkennt Schäden und Verschleiß. Dies wird auf der Grundlage von Künstlicher Intelligenz (KI) möglich, berichtet die Universität des Saarlandes, die das System entwickelt hat. Auf diese Weise können Unternehmen die Wartung und Instandhaltung von Maschinen automatisieren, auf diese vorausschauend planen und unangenehme Überraschungen vermeiden.

Das Neue an diesem System: Es ist in der Lage, bisher unbekannte Fehler zu erkennen, aus ihnen zu lernen und ihnen die Ursachen zuzuordnen. Bislang konnten KI-Systeme solche neuen Ereignisse nicht auswerten. „Künstliche Intelligenz funktioniert durch Mustererkennung. Passiert etwas völlig Neues, kennt also das System ein Muster nicht, stößt es bislang an seine Grenzen. Wir entwickeln unser Programm so weiter, dass es erkennt: So etwas hatten wir noch nicht, und dann den Menschen informiert“, erklärt Professor Andreas Schütze, Messtechnik-Experte von der Universität des Saarlandes.

Schütze und seine Arbeitsgruppe haben mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft ein System entwickelt, das die richtigen Signaldaten aus der Datenfülle herauszieht, die von einer Maschine produziert wird. „Es ordnet die Signalmuster selbstständig Schadens-, Verschleiß- oder Fehlerzuständen zu und macht so den Zustand einer Anlage permanent sichtbar“, sagt Schütze.

Dafür vergleicht das Programm im laufenden Betrieb die Sensordaten unablässig mit normalen Werten und typischen Mustern beginnender Fehlfunktionen und Schäden. Weichen die Muster ab, informiert das System, wann ein Schaden droht, und was zu tun ist. Die Wissenschaftler haben einen ganzen Baukasten aus Hard- und Software-Modulen entwickelt, mit dem das System für unterschiedliche Industrieanlagen individuell zusammengestellt werden kann.

Diese Erkenntnisse können mit weiteren KI-Funktionen verknüpft werden wie etwa mit automatischer Bestellung von Ersatzteilen. Auf diese Weise wird die Instandhaltung großer und auch schwer erreichbarer Anlagen planbar.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeitskosten in Deutschland: So stark unterscheiden sich die Regionen
05.11.2026

Die Kosten einer Arbeitsstunde liegen in Deutschland regional weit auseinander. Besonders deutlich zeigt sich das Gefälle zwischen...

DWN
Technologie
Technologie Roboter im Stromnetz: Eon testet humanoide Helfer gegen Fachkräftemangel
05.11.2026

Humanoide Roboter könnten künftig Fachkräfte im Stromnetz bei Kontrollen und gefährlichen Arbeiten unterstützen. Eon, EnviaM und Neura...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nike-Aktie in der Krise: Rund 200 Milliarden Dollar vernichtet
05.11.2026

Jahrzehntelang galt Nike als nahezu unantastbar. Doch strategische Fehlentscheidungen, vernachlässigte Innovationen und aufstrebende...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Haushalte in Deutschland schrumpfen bis 2050 – Osten besonders betroffen
05.11.2026

Die Zahl der Privathaushalte in Deutschland könnte bis 2050 erstmals seit der Wiedervereinigung sinken. Nach Berechnungen des...

DWN
Unternehmen
Unternehmen DHL unter Druck: Deutschlandgeschäft bremst Wachstum deutlich
05.11.2026

Das Deutschlandgeschäft entwickelt sich für DHL zunehmend zum Problem. Während der Konzern international kräftig wächst, bricht das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Investitionen in Deutschland schwächeln: DIHK warnt vor Folgen für Jobs
05.11.2026

Die deutsche Wirtschaft hellt sich etwas auf, doch bei Investitionen bleiben viele Unternehmen vorsichtig. Laut DIHK will nicht einmal...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Klimaneutralität verfehlt: Allianz sieht Deutschland erst 2051 am Ziel
05.11.2026

Deutschland, Europa und die Welt kommen beim Klimaschutz voran, aber nicht schnell genug. Nach Berechnungen der Allianz wird das Ziel der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Probezeit: Was ist zu beachten?
05.11.2026

Die Stellenausschreibung wurde veröffentlicht, Vorstellungsgespräche geführt und endlich scheint derpassende Kandidat...