Technologie

Fraunhofer entwickelt Methode zum Recycling seltener Metalle

Beim Recycling gelangen unter anderem Künstliche Intelligenz, Robotik sowie Maschinelles Sehen zum Einsatz.
13.06.2020 13:52
Lesezeit: 1 min
Fraunhofer entwickelt Methode zum Recycling seltener Metalle
Verbrauchte Leuchtstoffröhren stehen zum Recycelt-werden bereit. (Foto: dpa) Foto: Jan-Peter Kasper

Das „Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT“ (Aachen) hat eine völlig neue Methode zum Recycling von seltenen Metallen entwickelt. Dafür werden Elektronik-Geräte wie beispielsweise Handys in einem automatisierten Prozess in ihre Einzelteile zerlegt. Das macht es möglich, Teile zu isolieren, die entweder aus Tantal, Neodym, Wolfram, Gallium oder Kobalt bestehen – allesamt seltene Metalle, die pro Kilogramm bis zu 250 Euro wert sind.

Die Zerlegung der Geräte geschieht in einer Demontage-Anlage, wobei Lasertechnik, Robotik, Maschinelles Sehen sowie Informations-Technologie zur Anwendung gelangen. Wichtig ist, dass das Recycling im industriellen Maßstab geschieht, das heißt wirtschaftlich sinnvoll ist – das war bisher noch nicht möglich. Das Verfahren wurde bereits erfolgreich erprobt. Den beiden in Goslar ansässigen Unternehmen „Elektrocycling GmbH“ und „H.C. Starck Tantalum & Niobium“ gelang es in einem gemeinsamen Projekt, winzige Kondensatoren aus der Elektronik herauszupicken, um aus ihnen Tantal zurückzugewinnen. „Wir haben in dem Projekt rund 1000 Handys und über 800 große Computerplatinen zerlegt, aus denen wir einige Kilogramm an Bauteilen zur Weiterverwertung erhielten“, sagte der zuständige Projektleiter. Das Tantal habe sich zu 96 bis 98 Prozent zurückgewinnen lassen.

Die Idee für die Entwicklung der Methode lieferte das sogenannte „Urban Mining“ (zu Deutsch „Stadtschürfung“, eine Arte Bergbau im städtischen Bereich). Es beruht auf der Einsicht, dass Städte als Rohstoff-Lagerstätten anzusehen sind, die noch mehr zu bieten haben als Schrott, Bauschutt, Glas, Papier und Kunststoff, und dass in gewisser Weise Menschen nicht nur Verbraucher von Rohstoffen sind, sondern auch Produzenten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Pennylane verbindet Buchhaltung und Steuerberatung in einer Software – wie Unternehmen davon profitieren
03.04.2026

Viele kleine und mittlere Unternehmen arbeiten im Finanzmanagement noch mit mehreren Systemen oder manuellen Prozessen. Das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiemanagement-System: Wer Energie falsch nutzt, verliert Wettbewerbsfähigkeit
03.04.2026

Energie wird für Unternehmen immer teurer, doch viele nutzen sie weiterhin ineffizient. Neue Systeme zeigen, dass nicht die Produktion...

DWN
Finanzen
Finanzen ETF kaufen: So klappt der Einstieg Schritt für Schritt
03.04.2026

Ein ETF-Sparplan gilt als einfacher Weg zum langfristigen Vermögensaufbau. Trotzdem scheitern viele schon am ersten Schritt: den passenden...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mitarbeitermotivation im Wandel: Warum Geld allein nicht mehr reicht
03.04.2026

Mehr Geld reicht nicht mehr, um Mitarbeiter zu halten. Beschäftigte verlangen zunehmend Flexibilität, Sicherheit und echte Perspektiven....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lamborghini Urus SE im Test: Was leistet der Plug-in-Hybrid mit V8-Motor?
03.04.2026

Lamborghini entwickelt sein erfolgreichstes Modell weiter und kombiniert beim Urus erstmals einen V8-Motor mit Plug-in-Hybridtechnik....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Remote-Jobs werden knapper: Der Kampf ums Homeoffice nimmt zu
03.04.2026

Der Arbeitsmarkt für Remote-Arbeit verändert sich spürbar, während Unternehmen ihre Strategien neu ausrichten und die Nachfrage nach...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Wochenrückblick KW 14: Die wichtigsten Analysen der Woche
02.04.2026

Im DWN Wochenrückblick KW 14 aus dem Jahr 2026 fassen wir die zentralen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der vergangenen...

DWN
Politik
Politik Orbán oder von der Leyen: Wahlen in Ungarn werden Europa verändern - steht die EU vor einem Machtverlust?
02.04.2026

Die Parlamentswahl am 12. April in Ungarn rückt nicht nur die Zukunft von Viktor Orbáns politischem System sondern auch die Zukunft der...