Deutschland

LKW mit Elektro-Antrieb: Infineon treibt Mobilitätswende in Deutschland voran

Der Halbleiter-Hersteller Infineon will mit seinem ersten E-LKW den Ausstoß von Kohlendioxid begrenzen.
11.06.2020 17:01
Aktualisiert: 11.06.2020 17:01
Lesezeit: 1 min
LKW mit Elektro-Antrieb: Infineon treibt Mobilitätswende in Deutschland voran
Der strombetriebene LKW ist eine Alternative zum Diesel. Hier ein Fahrzeug, das VW und Porsche in Sachsen getestet haben. (Foto. dpa) Foto: Jan Woitas

Der deutsche Halbleiter-Hersteller Infineon hat nach einem Test von zwei Wochen an seinem Standort in Regensburg seinen ersten elektrischen LKW in den Regelbetrieb gebracht. Das bestätigt der Sprecher des Unternehmens, Fabian Schiffer, auf Anfrage der Deutschen Wirtschaftsnachrichten (DWN). „Das Fahrzeug des Logistikpartners Kühne + Nagel fährt viermal pro Arbeitstag die Strecke zwischen dem Werksgelände und einem externen Versorgungszentrum im Osten der Stadt. Der E-LKW legt dabei täglich rund 100 km zurück; dank des Elektroantriebs spart er dabei jährlich rund 18 Tonnen Kohlendioxid ein“, fügt der Sprecher hinzu.

Hintergrund: Damit versucht der Hersteller, die Entwicklung dieser Technologie in Deutschland voranzutreiben. Laut einer Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting vom Oktober 2019 wird die deutsche Logistikbranche elektrifiziert. So sollen bis zum Jahr 2030 schätzungsweise 35 Prozent der neu zugelassenen leichten Lkw bis sechs Tonnen und 26 Prozent der schweren Lkw über 15 Tonnen mit alternativen Antrieben ausgestattet sein.

Kritiker wie die Fachpublikation „Deutsche Verkehrs-Zeitung“ (DVZ) hingegen halten diese Fahrzeuge für relativ teuer. Ein weiteres Problem ist aus ihrer Sicht, dass die Reichweite zu klein ist. Denn mit einer Stromaufladung lassen sich gerade einmal einige hundert Kilometer Strecke zurücklegen. Dies wäre für eine internationale Spedition, die oft weite Fahrten über mehrere Kontinente zurücklegt, bei weitem zu wenig, so die Kritik. „Da wir einen Pendelverkehr eingerichtet haben, ist eine Aufladung für unsere Zwecke vollkommen hinreichend“, sagt hingegen der Sprecher von Infineon, Fischer.

„Zu unserer Hauptversammlung im Februar haben wir für Infineon das Ziel ausgegeben, bis 2030 CO 2-neutral zu sein“, wird Jochen Hanebeck, Chief Operations Officer (COO) im Vorstand von Infineon, in der offiziellen Presseinformation zitiert. „Hierfür gibt es nicht die eine große Maßnahme, sondern viele kleine Schritte. Die Umstellung von Diesel auf Elektromobilität für Transportleistungen in und um unsere Werke ist ein solcher. Das, was wir jetzt in Regensburg lernen können, werden wir auch an den anderen Standorten umsetzen – zum Nutzen der Umwelt.“

Damit könnte Infineon auch für andere deutsche Unternehmen ein Vorbild sein, verstärkt auf E-LKW zu setzen. Allerdings sind davon nicht alle überzeugt: „Der reine Elektro-LKW dürfte rasch an Boden verlieren -zumindest so lange, wie keine besseren, leichteren und umweltschonender zu produzierenden Energiespeicher zur Verfügung stehen“, mahnt die DVZ.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeitskosten in Deutschland: So stark unterscheiden sich die Regionen
05.11.2026

Die Kosten einer Arbeitsstunde liegen in Deutschland regional weit auseinander. Besonders deutlich zeigt sich das Gefälle zwischen...

DWN
Technologie
Technologie Roboter im Stromnetz: Eon testet humanoide Helfer gegen Fachkräftemangel
05.11.2026

Humanoide Roboter könnten künftig Fachkräfte im Stromnetz bei Kontrollen und gefährlichen Arbeiten unterstützen. Eon, EnviaM und Neura...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nike-Aktie in der Krise: Rund 200 Milliarden Dollar vernichtet
05.11.2026

Jahrzehntelang galt Nike als nahezu unantastbar. Doch strategische Fehlentscheidungen, vernachlässigte Innovationen und aufstrebende...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Haushalte in Deutschland schrumpfen bis 2050 – Osten besonders betroffen
05.11.2026

Die Zahl der Privathaushalte in Deutschland könnte bis 2050 erstmals seit der Wiedervereinigung sinken. Nach Berechnungen des...

DWN
Unternehmen
Unternehmen DHL unter Druck: Deutschlandgeschäft bremst Wachstum deutlich
05.11.2026

Das Deutschlandgeschäft entwickelt sich für DHL zunehmend zum Problem. Während der Konzern international kräftig wächst, bricht das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Investitionen in Deutschland schwächeln: DIHK warnt vor Folgen für Jobs
05.11.2026

Die deutsche Wirtschaft hellt sich etwas auf, doch bei Investitionen bleiben viele Unternehmen vorsichtig. Laut DIHK will nicht einmal...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Klimaneutralität verfehlt: Allianz sieht Deutschland erst 2051 am Ziel
05.11.2026

Deutschland, Europa und die Welt kommen beim Klimaschutz voran, aber nicht schnell genug. Nach Berechnungen der Allianz wird das Ziel der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Probezeit: Was ist zu beachten?
05.11.2026

Die Stellenausschreibung wurde veröffentlicht, Vorstellungsgespräche geführt und endlich scheint derpassende Kandidat...