Finanzen

Realwirtschaft spielt keine Rolle mehr: Dax steigt auf mehr als 13.300 Punkte

Der Dax steigt und steigt. Und das, obwohl die Realwirtschaft sich in der Rezession befindet.
21.07.2020 16:17
Lesezeit: 1 min
Realwirtschaft spielt keine Rolle mehr: Dax steigt auf mehr als 13.300 Punkte
März 2019: Frankfurter Aktienhändler feiern den Börsen-Fasching. Heute kamen die Händler zwar in Anzug und Kostüm zur Arbeit - aber Grund zu feiern hatten sie auch. (Foto: dpa) Foto: Arne Dedert

Der Dax hat seinen Corona-Einbruch dank des Konjunktur-Optimismus der Anleger inzwischen fast vollständig überwunden. Der deutsche Leitindex übersprang am heutigen Dienstag erstmals seit Februar wieder die Marke von 13.300 Punkten. Bis zur Mittagszeit stieg das Börsenbarometer um 2,03 Prozent auf 13 311,28 Punkte. Der Index der mittelgroßen Werte MDax legte um 1,35 Prozent auf 27.485,01 Zähler zu. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 rückte zugleich um 1,7 Prozent vor.

Einen weiteren Grund für gute Laune haben die Anleger dadurch, dass die Technologiewerte an der US-Börse Nasdaq wieder im Rally-Modus sind. Der Auswahlindex Nasdaq 100 befindet sich nach einem zwischenzeitlichen Rückschlag wieder auf Kurs in Richtung seines in der vergangenen Woche erreichten Rekordhochs. Das trieb auch hierzulande Tech-Werte an. Infineon etwa legte im Dax um 2,3 Prozent zu und erreichte ein neues Zweijahreshoch.

Die Aktien von Bayer stiegen um marktkonforme 1,9 Prozent. Im Berufungsverfahren zum Urteil im ersten US-Prozess um angeblich krebserregende Glyphosat-haltige Unkrautvernichter wurde die Strafe für den Konzern drastisch reduziert. Allerdings wurde der Schuldspruch nicht – wie von Bayer gefordert – aufgehoben.

Die Anteilsscheine von Continental zogen nach Zahlen um 4,0 Prozent an, womit sie zu den Dax-Spitzenwerten zählten. Der Autozulieferer und Reifenhersteller hatte am Vorabend mit seinem vorläufigen Bericht zum zweiten Quartal überrascht. Zwar war der Umsatz abgesackt und ein Verlust eingefahren worden, doch Händler und Analysten hatten überwiegend noch Schlimmeres befürchtet.

Im SDax indes drehten die Papiere von „Zeal Network“ nach angehobenen Jahreszielen zuletzt in die Verlustzone und gaben um 0,1 Prozent nach. Die Aktien des Lottounternehmens „Zeal“, zu dem etwa die Anbieter Lotto24.de und Tipp24.com gehören, haben sich allerdings bereits wieder vollständig von ihrem Tief im Corona-Börsencrash erholt. Die DWS-Aktien, von der Commerzbank frisch zum Kauf empfohlen, legten um 3,4 Prozent zu und erreichten ihren höchsten Stand seit Ende Februar.

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