Finanzen

Goldman Sachs zahlt in Korruptionsskandal 3,9 Milliarden Dollar

Goldman Sachs legt den Streit mit Malaysia über die Korruptionsaffäre beim Staatsfonds 1MDB bei. Der Gewinn der US-Investmentbank dürfte daher deutlich niedriger ausfallen als bisher angegeben.
24.07.2020 15:41
Aktualisiert: 24.07.2020 15:41
Lesezeit: 1 min
Goldman Sachs zahlt in Korruptionsskandal 3,9 Milliarden Dollar
Ein Zeichen der US-Bank Goldman Sachs auf dem Parkett der Börse an der Wallstreet. (Foto: dpa) Foto: Justin Lane

Die US-Investmentbank Goldman Sachs legt den Streit mit Malaysia über die Korruptionsaffäre beim Staatsfonds 1MDB mit einem 3,9 Milliarden Dollar schweren Vergleich bei. Goldman werde 2,5 Milliarden in bar zahlen und Vermögenswerte im Volumen von mindestens 1,4 Milliarden Dollar an Malaysia zurückgegeben, teilten das malaysische Finanzministerium und Goldman Sachs am Freitag mit. Im Gegenzug werde Malaysia Klagen gegen die Investmentbank zurückziehen.

Aus dem Staatsfonds 1MDB, mit dem eigentlich die malaysische Wirtschaft angekurbelt werden sollte, haben nach Erkenntnissen des US-Justizministeriums hochrangige Fonds-Mitarbeiter und ihre Partner mehr als 4,5 Milliarden Dollar veruntreut. Mit den Geldern sollen Regierungsbeamte bestochen, schwarze Kassen des ehemaligen Ministerpräsidenten Najib Razak finanziert und Schmuck, Gemälde und Immobilien für Hunderte Millionen Dollar gekauft worden sein.

Goldman Sachs hatte drei Anleiheemissionen von 1MDB im Gesamtvolumen von 6,5 Milliarden Dollar begleitet und kassierte dafür 600 Millionen Dollar an Gebühren. Malaysia hat vergangenes Jahr Anklage gegen Goldman Sachs erhoben und Schadenersatz gefordert. Einen Großteil der Kosten für den Vergleich verbucht Goldman Sachs im zweiten Quartal. Der Gewinn dürfte also deutlich niedriger ausfallen als die gut 2,2 Milliarden Dollar, die die Bank Mitte Juli zunächst ausgewiesen hatte.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

 

DWN
Finanzen
Finanzen Schaeffler-Aktie im Fokus: Autozulieferer Schaeffler streicht Tausende Stellen – vier deutsche Standorte vor dem Aus
03.11.2026

Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler hat ein neues Sparprogramm angekündigt: Europaweit sollen 3.460 Arbeitsplätze wegfallen,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Schaeffler-Aktie im Fokus: Schaeffler streicht Tausende Jobs und schließt Werke
03.11.2026

Die Krise in der Autoindustrie setzt sich fort: Schaeffler will vier deutsche Standorte schließen und Tausende Stellen streichen. Welche...

DWN
Politik
Politik Stromumlage ab 2031: Damit sollen neue Gaskraftwerke finanziert werden
03.11.2026

Elf Kraftwerksprojekte erhalten Geld dafür, Strom für Dunkelflauten bereitzuhalten. Die Kosten sollen auf alle Stromverbraucher umgelegt...

DWN
Politik
Politik Die Amerikaner haben uns bislang erfolgreich gespalten
03.11.2026

Russland gilt seit Jahren als Meister der Einflussnahme auf Europa. Doch inzwischen richtet sich der Blick zunehmend auf Washington. Auch...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell um 3.900 Dollar: Edelmetallpreise rutschen ab – Warnsignal für die Weltkonjunktur?
03.11.2026

Beim Goldpreis gerät die leichte Erholung vom Wochenbeginn am Dienstag mächtig ins Stocken. Zinsrisiken und Inflationssorgen drücken...

DWN
Finanzen
Finanzen Konto in Zürich, Kredit in London: Die neue EU-Bankenfalle ab 2027
03.11.2026

Millionen-Finanzierung in New York oder Vermögen in der Schweiz? Ab 2027 gelten im EU-Binnenmarkt neue Spielregeln für Auslandsbanken....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Räumungsverkauf im November: Filialschließungen setzen den Einzelhandel unter Druck
03.11.2026

Räumungsverkäufe prägen in zahlreichen deutschen Innenstädten den Herbst 2026. Hinter den Rabattschildern stehen nicht nur günstige...

DWN
Finanzen
Finanzen Abfindungswelle in der Autobranche: Wie der Fiskus zuschlägt - und wer ganz leer ausgeht
03.11.2026

Microsoft, Google und Meta – die Tech-Konzerne verschlanken ihre Belegschaft weltweit mit saftigen Abfindungen, damit Mitarbeiter...