Finanzen

Befindet sich ein Mega-Bullenmarkt für Platin und Palladium in den Startlöchern?

Wenn Gold neue Höchststände erreicht, tendiert es dazu, auch das Interesse für andere Edelmetalle zu wecken. Analysten weisen auf Platin und Palladium hin. Beide Metalle befinden sich derzeit unter ihren preislichen Allzeithochs.
04.08.2020 15:19
Aktualisiert: 04.08.2020 15:19
Lesezeit: 2 min
Befindet sich ein Mega-Bullenmarkt für Platin und Palladium in den Startlöchern?
Die Entwicklung des Platinpreises. (Grafik: finviz.com)

Gold ist einer der großen Gewinner des Jahres 2020. Seit seinem Tief im März hat Gold 37 Prozent zugelegt und seine bisherigen Höchststände von 2011 übertroffen. Die Kombination aus einem schwächelnden US-Dollar und einer massiven Dosis von Anreizen durch Finanz- und Währungsbehörden auf der ganzen Welt hat dazu geführt, dass Investoren Zuflucht in das glänzende Metall suchen.

Platin und Palladium haben hingegen bisher gute Rallyes von den Tiefs verzeichnet, aber sie bleiben unter ihren Allzeithochs. Palladium liegt 24 Prozent unter seinem Allzeithoch im Januar dieses Jahres. Im Gegensatz dazu liegt Platin 57 Prozent unter dem Hoch von 2008 von 2.300 US-Dollar.

Die Zweifel, wonach sich Gold auf einem Bullenmarkt befindet, wurden beseitigt, als der Goldpreis in der vergangenen Woche ein neues Allzeithoch erreichte. Wenn Gold neue Höchststände erreicht, tendiert es dazu, auch das Interesse für andere Edelmetalle zu wecken.

Dies geht aus dem letzten großen Goldbullenmarkt von Oktober 2008 bis Mai 2011 hervor. Während dieses Zeitraums stieg Gold von 700 US-Dollar auf 1.900 US-Dollar, was einem Gewinn von 170 Prozent entspricht. Während dieses Zeitraums verzeichnete der Palladium-Preis einen Zuwachs von 435 Prozent, während Platin um 165 Prozent zulegte. Wenn der Goldbullenmarkt weiter an Fahrt gewinnt, werden Anleger auch in Platin und Palladium Chancen finden, so Stock News.

Platin ist ein seltenes Metall, das in der Vergangenheit als Wertspeicher Verwendet wurde, aber auch in der industriellen Verwendung seinen Einschlag findet.

Die Hauptnachfragequelle steht im Zusammenhang mit Dieselmotoren und Katalysatoren. Somit ist es für diesen aktuellen Moment gut positioniert, weil Industriemetalle wie Kupfer und Eisenerz zusätzlich zu Wertschöpfungsgütern wie Gold steigen.

In den vergangenen zehn Jahren war Platin das „schwächste“ Metall im Edelmetallsektor, da es 2011 im Gegensatz zu den anderen Edelmetallen sein Hoch von 2008 nicht überschritt. Dies führte dazu, dass die Produktion gedrosselt wurde, zumal Anleger kein großes Interesse an dem Metall hatten.

Dies sind jedoch die besten Bedingungen, die zu Aufwärtsgewinnen führen können, wenn sich die Fundamentaldaten verbessern. Eine wichtige Entwicklung ist, dass viele Automobilhersteller aufgrund des niedrigen Preises verstärkt Platin in Motoren einsetzen. Platin ist auch Bestandteil von Brennstoffzellenfahrzeugen, die als Alternative zu Elektrofahrzeugen angepriesen werden.

In der Vergangenheit wurde Palladium als Alternative zu Platin angesehen, und ihre Preise wurden zusammen gehandelt. In den vergangenen zehn Jahren ist die Palladiumnachfrage jedoch explodiert, da sie zum bevorzugten Metall für Katalysatoren für benzinbetriebene Autos wurde. Im Jahr 2010 betrug die Automobilnachfrage nach Palladium 168 Tonnen und im Jahr 2019 268 Tonnen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

 

DWN
Politik
Politik Stoppen, abschwächen, zerschlagen: NATO-Oberbefehlshaber erläutert Reaktion auf einen Angriff
14.10.2026

General Alexus Grynkewich, Oberster Alliierter Befehlshaber der NATO in Europa, hat beim Warsaw Security Forum die „Theorie des Sieges“...

DWN
Finanzen
Finanzen Roboter-Aktien: Investoren sehen Chancen im globalen Robotik-Wettlauf
14.10.2026

Physische KI gilt für viele Techinvestoren als das nächste große Thema an den Aktienmärkten. Mehrere Roboter-Aktien könnten davon...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Sie sollen Palantir beim französischen Geheimdienst ersetzen, jetzt nehmen sie Dänemark ins Visier
14.10.2026

Mehrere europäische Staaten hinterfragen ihre Abhängigkeit von amerikanischer Sicherheitssoftware. Davon will das französische...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Wall Street gibt wegen schwacher Chip-Aktien nach
13.10.2026

Erfahren Sie, welche überraschenden Entwicklungen die Wall Street heute bewegt haben.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Russland erzielt mit Europas Energiekäufen Einnahmen von rund 322 Milliarden Euro
13.10.2026

Europa will seine Energieabhängigkeit von Russland beenden. Doch trotz Sanktionen fließt weiterhin eine große Menge Kapital nach Moskau....

DWN
Finanzen
Finanzen Rente 2026: Fast 2.000 Euro? Für die meisten ein Traum – 5 Zahlen zeigen die Realität
13.10.2026

Die Politik verweist auf ein stabiles Rentenniveau und knapp 2.000 Euro Standardrente. Doch amtliche Zahlen zeigen: Das ist ein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschland baut neue Bahnstrecke von Hamburg nach Hannover – aber erst 2050
13.10.2026

Überlastete Strecke: Zwischen Hamburg und Hannover fahren täglich rund 200 Güterzüge, dazu ICE- und Regionalzüge. Staus und...

DWN
Politik
Politik Iran-Krieg: Hat Trump den größten Fehler der USA begangen?
13.10.2026

Donald Trump wollte Iran in die Knie zwingen. Stattdessen gerät die amerikanische Supermacht selbst unter Druck. Der Krieg verschlingt...