Politik

Arbeitgeber kündigt Techniker wegen privatem Fehlverhalten gegen Corona-Regeln

In Osnabrück wurde kürzlich ein Techniker von seinem Arbeitgeber fristlos gekündigt, weil er in seiner Freizeit die Corona-Regeln nicht beachtet hatte. Er zog vor Gericht. Der Streit endete in einem Vergleich.
05.08.2020 15:12
Aktualisiert: 05.08.2020 15:12
Lesezeit: 1 min
Arbeitgeber kündigt Techniker wegen privatem Fehlverhalten gegen Corona-Regeln
29.12.2011, Berlin: Eine goldfarbene Justitia-Figur steht im Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg vor Aktenbergen. (Foto: dpa) Foto: Britta Pedersen

Im vergangenen Monat kündigte ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer, weil dieser im privaten Bereich die Corona-Abstandsregeln missachtet hatte.

„Der Arbeitnehmer war seit zwei Jahren als Techniker bei dem Unternehmen beschäftigt. Der Arbeitgeber sprach ihm die fristlose Kündigung aus. Grund war ein Foto, das den Mitarbeiter mit fünf anderen Männern beim Kartenspiel zeigte. Dies war mit der Bildunterschrift ,Quarantäne bei mir‘ versehen, zusammen mit einem Tränen lachenden Smiley. Kurz zuvor hatte der Arbeitgeber noch eine Betriebsversammlung zu Covid-19-Sicherheitsbestimmungen abgehalten, um seine 25 Mitarbeiter vor einer Infektion zu schützen“, so Haufe.de.

Doch der Techniker zog vor Gericht, da die Kündigung unbegründet gewesen sein soll. Das belastende Foto sei schließlich Anfang März, also noch vor Geltung der Corona-Abstandsregelungen, entstanden. Er habe zuvor auch keine Abmahnung erhalten. Der Arbeitgeber beharrte auf dem Grundsatz der Unzumutbarkeit. Der Arbeitnehmer habe mit seinem Foto unter Beweise gestellt, dass er die Corona-Vorgaben nicht ernst nehme.

Schließlich endete der Streit in einem Vergleich vor dem Arbeitsgericht Osnabrück. Das Arbeitsverhältnis wurde gegen eine Abfindung aufgelöst.

Wenn Sie wissen wollen, ob der Arbeitgeber Ihnen kündigen darf, wenn sie beispielsweise ohne Maske auf einer Demonstration teilnehmen, klicken Sie HIER.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Prognos-Studie: EU-Exporte sichern 7,2 Millionen Jobs in Deutschland
24.08.2026

Der europäische Binnenmarkt ist für Deutschland weit mehr als ein politisches Projekt. Exporte, offene Grenzen und gemeinsame...

DWN
Finanzen
Finanzen Börse aktuell: DAX-Kurs schwächelt – Märkte vor wegweisender Woche
24.08.2026

Am deutschen Aktienmarkt wächst offenbar die Nervosität: Chipwerte geraten am Montag unter Druck, während die Anleger auf die...

DWN
Panorama
Panorama Trinkgeld per Karte: Wann aus Freiwilligkeit gefühlter Zwang wird – Streit um digitale Trinkgelder
24.08.2026

Sieben, zehn oder gleich zwanzig Prozent? Beim Bezahlen per Karte müssen Gäste oft spontan über Trinkgeld entscheiden. Auffällige...

DWN
Politik
Politik Sprengstoffdrohne: Deutsche sehen erhebliche Lücken bei der Drohnenabwehr
24.08.2026

Der Fund der Sprengstoffdrohne zwischen ukrainischen Frachtmaschinen am Flughafen Leipzig besorgt die Bevölkerung in Deutschland. Eine...

DWN
Politik
Politik Putin erlässt Milliarden-Schulden: Russlands Regionen unter Druck
24.08.2026

Russlands Regionen erhalten Milliardenentlastungen aus Moskau, obwohl auch der Zentralstaat tief in den roten Zahlen steckt. Die Maßnahmen...

DWN
Politik
Politik Mittelstandsverband: BVMW-Geschäftsführer Christoph Ahlhaus warnt Merz vor einem Zerfall der Koalition
24.08.2026

Der Mittelstandsverband BVMW fordert Friedrich Merz auf, nach der Sommerpause entschlossener aufzutreten, Reformen voranzutreiben und seine...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kupferpreis: Das neue Gold der künstlichen Intelligenz – und es war noch nie teurer
24.08.2026

In künstliche Intelligenz fließen Billionen von Dollar, doch neue Minen lassen sich nicht über Nacht bauen. Warum der Kupferpreis zu...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Techgiganten mit KI-Schulden in Billionenhöhe: Das Risiko steckt im Kleingedruckten
24.08.2026

Die größten Tech-Konzerne der USA türmen Verpflichtungen von rund 1,4 Billionen Euro für ihre KI-Offensive auf. Viele davon stehen...