Technologie

USA schaffen neues Spionage-Datensystem unter Einsatz Künstlicher Intelligenz

Das neue MARS-Programm der DIA erinnert an den Science-Fiction-Klassiker WarGames von 1983. Es zielt darauf ab, ein neues Datensystem unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz zu schaffen, das Spionage-Zwecken dient. Im Fokus des Programms stehen neue „Weltmächte“.
11.10.2020 11:00
Lesezeit: 2 min
USA schaffen neues Spionage-Datensystem unter Einsatz Künstlicher Intelligenz
Der Direktor der DIA, Generalleutnant Robert P. Ashley Jr., spricht während einer Konferenz am 19. August 2019 im Tampa Convention Center. (Foto: DIA/David Richards)

Die US-amerikanische Defense Intelligence Agency (DIA) bereitet wird künftig vom Fachwissen privater Unternehmen wie Booz Allen Hamilton profitieren, um das so genannte „Machine-Assisted Analytic Rapid-Repository-System“ (kurz MARS) zu implementieren. MARS ist ein kritisches Datenmanagementsystem für das „militärische Targeting“ und die Operationsplanung.

MARS hat derzeit oberste Priorität für die DIA. Laut Generalleutnant Robert P. Ashley Jr., dem Direktor der DIA, besteht das Ziel darin, das „kommerzielle Internet, das jeder jeden Tag nutzt“ mit der zusätzlichen Funktionalität einer „grundlegenden“ nachrichtendienstlichen Komponente zu replizieren.

Terry Busch, Leiter der Abteilung für integrierte Analyse und Methoden der DIA, hebt den Unterschied zwischen dem von ihm verwalteten MARS-Programm und den alten Datenmanagementtechnologien hervor, die ersetzt werden sollen: „Was am Ende bei MARS herauskommt, sind keine Daten, sondern Daten Analyse.“

Es wird die Art und Weise revolutionieren, wie Daten empfangen und verarbeitet werden. MARS durchsucht und sammelt riesige Datensätze und Mengen ausländischer Geheimdienstinformationen, die US-Militäroperationen auf der ganzen Welt unterstützen, und kann sowohl große Datenmengen wie die vom National Reconnaissance Office gesammelten speicherintensiven Bilder und Videos verarbeiten als auch Informationen analysieren, um umsetzbare „Leads“ auf dem Schlachtfeld zu produzieren, berichtet das militärische Technologieportal „C4isrnet“.

Das Programm ist nichts weniger als der Science-Fiction-Klassiker „WarGames“ von 1983, der zum Leben erweckt wird. Eine „Maschine“, die anhand der Informationen, die sie liefert, entscheidet, wann sie in den Krieg ziehen soll. In dem Film wird eine militärische Übung eines überraschenden Atomangriffs auf die Vereinigten Staaten versehentlich live geschaltet, nachdem ein Hacker, gespielt von Matthew Broderick, die Welt „unabsichtlich“ an den Rand eines Atomkrieges gebracht hat.

Der enorme Umfang der Datenbankumrüstung der DIA lässt sich an der Größe des im August letzten Jahres angekündigten Mehrfachvergabevertrags ablesen, der Verträge über 16 Milliarden US-Dollar an 16 verschiedene Unternehmen umfasst, von großen und etablierten Militärunternehmen bis hin zu Start-ups. Die größten „Einzelaufträge“ gingen an Unternehmen wie Booz Allen Hamilton, die langjährige private militärische Geheimdienstoperation, bei der einst Edward Snowden beschäftigt war, und den weitaus weniger bekannten Unternehmen.

Im September 2019 erhielt Booz Allen Hamilton einen Auftrag über 90 Millionen US-Dollar für die Bereitstellung von „Dienstleistungen für die Produktion, Verbreitung und Verfolgung der fertigen Geheimdienst-Produkte von DIA, einschließlich der Entwicklung und Wartung von Anwendungen und Tools, die zur Durchführung der Mission verwendet werden“, so das Magazin „Signal“. Weitere private Verteidigungsunternehmen sind der Luft- und Raumfahrtriese BAE Systems, Leidos (ehemals Science Applications International Corporation, SAIC) und Vencore.

Der Grund für die Priorisierung der Überarbeitung des Datenverwaltungssystems der DIA, das mit der „Übermittlung von Informationen an Militärplaner, internationale Partner und Analysten“ beauftragt ist, ist nach Angaben der DIA das „Wiederauftauchen“ von „Großmächten“.

Darüber hinaus behauptet die DIA, dass alles, was „die Nation über die Fähigkeiten, Taktiken und Militärdoktrinen der Gegner weiß“, in einem „wettbewerbsfähigeren, dynamischeren und gefährlicheren“ globalen Umfeld nicht mehr ausreicht.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Ripple startet RWA-Strategie, AMT DeFi-Verträge für erneuerbare Energien gehen live – XRP beginnt einen neuen Aufwärtszyklus

Mit der beschleunigten Einführung der RWA-Strategie (Real World Assets) durch Ripple entwickelt sich die Blockchain-Branche von reinem...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KfW Research: Ausgaben bei Forschung und Entwicklung stagnieren – Deutschlands Vorsprung schmilzt
17.01.2026

Deutschland zählt noch immer zu den größten Forschungsnationen – doch der Vorsprung schmilzt. Während andere Länder ihre...

DWN
Finanzen
Finanzen PayPal-Datenschutz: In drei Schritten zu mehr Privatsphäre beim Bezahlen
17.01.2026

PayPal weiß oft mehr über Ihre Zahlungen, als Ihnen lieb ist – und diese Informationen können für Werbung genutzt werden. Wer seine...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Drogeriemarkt DM expandiert: Omnichannel-Strategie treibt Auslandsgeschäft an
17.01.2026

Der DM-Konzern treibt den Ausbau seines Auslandsgeschäfts trotz hoher Anlaufkosten gezielt voran. Geht die Skalierungsstrategie des...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Eberswalder Wurst: Fleischriese Tönnies macht Traditionsbetrieb dicht – warnendes Lehrstück für andere Unternehmen
16.01.2026

Mit der Schließung der Eberswalder Wurstwerke verschwindet ein weiterer DDR-Traditionsbetrieb. Das Werk im brandenburgischen Britz wird im...

DWN
Politik
Politik Trump setzt sich durch: Wie die Abstimmung im US-Senat den Kongress spaltet
16.01.2026

Donald Trump demonstriert erneut, wie eng seine Machtbasis im US-Kongress weiterhin ist, selbst bei umstrittenen außenpolitischen Fragen....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kakaopreis rutscht ab: Ursachen und Folgen für Märkte und Industrie
16.01.2026

Der Kakaomarkt reagiert auf spürbare Veränderungen bei Nachfrage und Verarbeitung. Signalisiert der jüngste Rückgang des Kakaopreises...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Porsche-Aktie: Absatzkrise in China – Porsche verkauft deutlich weniger Fahrzeuge
16.01.2026

Porsche spürt die anhaltende Marktschwäche in China deutlich: Der Absatz ging 2025 um rund ein Viertel auf 41.900 Fahrzeuge zurück....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiekrise verschärft sich: Gaspreise in Europa innerhalb einer Woche um 20 Prozent gestiegen
16.01.2026

Europas Gasmarkt erlebt einen kräftigen Preissprung: In nur einer Woche stiegen die Kosten für Erdgas um rund 20 Prozent und erreichten...