Marktbericht

Dax hält sich trotz sehr schwacher Konjunkturdaten noch über 13.000 Punkten - heute wieder Lagarde mit Rede

Die Konjunktur-Stimmung hat sich am Dienstag zwar massiv eingetrübt. Doch zeigte sich das deutsche Leitbarometer trotzdem noch relativ gut.
14.10.2020 08:41
Lesezeit: 2 min
Dax hält sich trotz sehr schwacher Konjunkturdaten noch über 13.000 Punkten - heute wieder Lagarde mit Rede
Heute werden Daten für die Industrieproduktion in der Euro-Zone veröffentlicht. Die Anleger können mit starken Rückgängen rechnen. (Foto: dpa)

Das deutsche Leitbarometer hat den zweiten Handelstag mit einem Minus von 0,9 Prozent auf 13.019 Punkte abgeschlossen. Immerhin hielt der Dax noch oberhalb der psychologisch wichtigen Marke von 13.000 Zählern. Die Entwicklung der US-Börsen war ähnlich negativ wie in Deutschland. Der Dow Jones Industrial büßte 0,6 Prozent ein, und die Technologie-Börse Nasdaq verringerte ihren Wert um 0,1 Prozent. Schwache Konjunkturdaten aus Deutschland und den USA hatten den Verlauf der Aktienmärkte negativ beeinflusst.

Das Stimmungsbarometer der Finanzexperten des Zentrums für Wirtschaftsforschung (ZWE) war sehr schlecht ausgefallen. Das Niveau hatte bei 56,1 Punkten gelegen. Die Analysten waren allerdings von 72 Zählern ausgegangen, nachdem es im Vormonat noch bei 74,1 Einheiten gelegen hatte. Die Unsicherheit, die durch die zweite Corona-Welle entstanden ist, dürfte zu der verstärkten Skepsis geführt haben. Darüber hinaus beschäftigt die Börsianer die Frage, wie es nach den US-Wahlen weitergeht - unabhängig davon, wer Anfang November daraus als Sieger hervorgeht.

So gab es wesentlich mehr Verlierer als Gewinner: An der Spitze der Tagesverlierer lag Bayer (minus 3,5 Prozent auf 44,75 Euro), gefolgt von Fresenius (minus 2,6 Prozent auf 38,37 Euro) und HeidelbergCement (minus 2,1 Prozent auf 55,34 Euro). Immerhin erfreuten ein paar Gewinner die Anleger - beispielsweise die Deutsche Post mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 41,47 Euro. Die Deutsche Telekom verbuchte einen Zuschlag von 0,3 Prozent auf 14,54 Euro.

Chemie-Aktie Covestro heute im Fokus?

Heute könnte das Chemieunternehmen Covestro in den Fokus rücken, das auf dem Wege einer Kapitalerhöhung etwa eine Milliarde Euro eingenommen hat. Der Platzierungspreis für die zehn Millionen Aktien ist den Angaben zufolge auf 43,85 Euro festgelegt worden. Das hatte das Unternehmen am späten Dienstag Abend erklärt.

Positive Meldungen kommen zudem derzeit aus den USA, die für heute wichtig werden könnten - und zwar insbesondere für die Tec-Werte: So hat der internationale Chip-Ausrüster ASML die Erwartungen fürs dritte Quartal übertroffen. Das Unternehmen will zudem weiter wachsen.

Am Dienstag stehen wiederum einige Termine für die Veröffentlichung von Konjunkturdaten beziehungsweise Statements wichtiger Politiker an. So wird um 10 Uhr die EZB-Präsidentin Christine Lagarde eine Rede zur wirtschaftlichen Entwicklung halten. Sie hat sich in der jüngsten Vergangenheit ziemlich oft geäußert und das Interesse der Anleger auf sich gezogen.

Um 11 Uhr erfolgt dann der Index für die Industrieproduktion im August. Die Analysten gehen von einem Minus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,2 Prozent aus. Im Vormonat hatte der Wert noch bei einem Rückgang um 7,7 Prozent gelegen.

Um 14.30 Uhr MEZ werden in den USA erneut Konjunkturdaten präsentiert - und zwar die Erzeugerpreise für den September. Die Fachleute rechnen mit einem Wachstum um 0,3 Prozent. Im Vormonat war das Niveau ebenso um 0,3 Prozent gewachsen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik EU-Rohstoffpolitik: Europäischer Rechnungshof sieht strukturelle Schwächen
22.02.2026

Die EU will mit ihrer Rohstoffpolitik die Versorgung mit kritischen Rohstoffen sichern, doch der Europäische Rechnungshof sieht deutliche...

DWN
Politik
Politik World Leaders Ranking: Indiens Premier Modi bleibt beliebtester Staatschef – wo steht Merz?
22.02.2026

Die aktuellen Ranglisten zur Zustimmung für Staats- und Regierungschefs offenbaren spürbare Verschiebungen im globalen Machtgefüge....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Der Ukraine-Krieg und Deutschlands Rohstoff-Dilemma: Abhängigkeit statt Versorgungssicherheit
22.02.2026

Der Ukraine-Krieg hat nicht nur Europas Sicherheitsordnung erschüttert, sondern auch Deutschlands wirtschaftliches Fundament offengelegt....

DWN
Finanzen
Finanzen Amundi verringert Dollar-Exponierung: Europa im Zentrum der Anlagestrategie
22.02.2026

Amundi reduziert gezielt Dollar-Engagements und richtet seine Portfolios stärker auf Europa und Schwellenmärkte aus. Signalisiert dieser...

DWN
Politik
Politik Sanktionslücke bei Düngemitteln: Russlands Rüstungsindustrie profitiert
22.02.2026

Eine Sanktionsausnahme für Düngemittel verschafft Russlands Rüstungsindustrie Zugang zu zentralen Vorprodukten für Munition, obwohl...

DWN
Politik
Politik Washington Post unter Druck: Welche Rolle spielt Jeff Bezos für die Pressefreiheit?
22.02.2026

Die Washington Post steht exemplarisch für den wachsenden Druck auf die Pressefreiheit in den USA. Gerät die publizistische...

DWN
Politik
Politik Das Ländle wählt: Wohin steuert das Autoland Baden-Württemberg?
22.02.2026

Am 8. März entscheidet sich, welche Wirtschaftspolitik im Südwesten künftig gelten soll. Die Konzepte der Parteien reichen von...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Neue Ära im Welthandel: Bain-Chef sieht strukturellen Umbruch
21.02.2026

Geopolitische Spannungen und technologische Umbrüche erzwingen eine strategische Neuausrichtung in der Weltwirtschaft. Wie lässt sich...