Deutschland

Bayern und Baden-Württemberg mit besonders hohen Kurzarbeiterzahlen

Bayern und Baden-Württemberg sind die Bundesländer mit dem größten Anteil an Kurzarbeitern. Das geht aus exklusiven Umfragezahlen des ifo Instituts hervor.
15.10.2020 08:48
Aktualisiert: 15.10.2020 08:48
Lesezeit: 1 min
Bayern und Baden-Württemberg mit besonders hohen Kurzarbeiterzahlen
19.03.2020, Bayern, Kempten: Ein Mitarbeiter eines Straßencafes trägt gegen 15 Uhr aufeinander gestapelte Stühle in sein Lokal. (Foto: dpa) Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Bayern ist das Bundesland mit dem größten Anteil an Kurzarbeitern. Das geht aus exklusiven Umfragezahlen des ifo Instituts hervor. Demnach waren dort im September etwa 14 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Kurzarbeit; im August waren es 18 Prozent. Damit sank ihre Zahl von einer Million auf 825.000.

In Baden-Württemberg waren 610.000 Menschen in Kurzarbeit, oder 13 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Im August waren es noch 773.000 Menschen oder 16 Prozent. Nordrhein-Westfalen folgte im September mit 11 Prozent oder 784.000 Kurzarbeitern, danach Rheinland-Pfalz und das Saarland mit 11 Prozent oder 193.000 Beschäftigten, was jeweils dem Bundesschnitt entspricht.

„In Ländern mit viel Metallverarbeitung, Maschinenbau, Autobauern und Zulieferern wird mehr Kurzarbeit gefahren als anderswo“, sagte Ifo-Arbeitsmarkt-Experte Sebastian Link zu den Zahlen.

Unterdurchschnittlich viel Kurzarbeit fuhren Unternehmen in Niedersachsen und Bremen mit 10 Prozent (327.000), in Hessen mit 10 Prozent (271.000), sowie in Schleswig-Holstein und Hamburg 10 Prozent (195.000). Es folgten Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit 9 Prozent (266.000), Sachsen mit 8 Prozent (137.000) sowie in Sachsen-Anhalt und Thüringen mit 8 Prozent (122.000).

Kurzarbeiter sind während der Corona-Pandemie deutlich häufiger in den Genuss einer Aufstockung des Kurzarbeitergeldes durch ihren Arbeitgeber gekommen, wenn dieser tarifgebunden ist oder es dort einen Betriebsrat gibt. Das fanden Wissenschaftler für eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler Stiftung heraus.

Insgesamt hätten im Juni auf dem Höhepunkt der Kurzarbeit knapp die Hälfte der Befragten (46 Prozent) eine Aufstockung von ihrem Arbeitgeber erhalten. In Betrieben mit Tarifbindung seien es aber 58 Prozent gewesen, in Unternehmen ohne Tarifbindung nur 34 Prozent. Bei Betrieben, die einen Betriebsrat haben, lag die Quote bei 60 Prozent, ohne Betriebsrat bei 32 Prozent, ermittelten die Wissenschaftler.

Insgesamt hatten während der ersten Corona-Welle im Frühjahr vor allem kleinere Betriebe Kurzarbeit in Anspruch genommen. Damit bestätigte die Studie bereits bekannte Aussagen etwa der Bundesagentur für Arbeit. Inzwischen gehen Volkswirte aber davon aus, dass die Kurzarbeit sich wieder - wie schon etwa in der Finanzkrise vor zehn Jahren - auf größere Industrieunternehmen konzentriert.

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