Wirtschaft

Ukraine will Milchproduktion und Landwirtschaft ankurbeln, benötigt aber Technologie

Die Ukraine verfügt über eine besonders fruchtbare „schwarze Erde“. Doch das Land benötigt technologische Investitionen, um sein Potenzial vollständig ausschöpfen zu können. Zudem will das Land seine Milchproduktion steigern.
01.11.2020 13:00
Lesezeit: 1 min
Ukraine will Milchproduktion und Landwirtschaft ankurbeln, benötigt aber Technologie
Auf einem Bauernhof im Bezirk Rachiw in der Westukraine hängen Käsetücher mit Käse in einer Hütte. (Foto: dpa) Foto: ---

Der Vize-Minister für Wirtschaftsentwicklung, Handel und Landwirtschaft, Taras Wysozkyj, teilte mit, dass die ukrainische Landwirtschaft maßgeblich daran beteiligt sei, 150 Millionen Menschen auf der Welt zu ernähren. „Wir haben berechnet und dies wurde durch internationale Zahlungsquellen bestätigt, dass die Ukraine (mit der Bevölkerung von etwas mehr als 40 Millionen) 150 Millionen Menschen ernährt. Diese Zahl zu verdoppeln, ist wirklich erreichbar“, zitiert die Kyiv Post Wysozkyj. Doch dazu benötige die Ukraine eine Investition in die Produktionsmechanismen. Kiew erhofft sich, dass internationale Konzerne in den technologischen Ausbau der Landwirtschaft investieren, um die Erträge steigern zu können.

Dabei könnte China eine wichtige Rolle spielen. Ukrinform meldete am 25. September 2020: „Die Ukraine und China werden die handelspolitische und wirtschaftliche Zusammenarbeit stärken, und insbesondere die Zusammenarbeit in Industrie und Landwirtschaft ausbauen. Dies wurde beim Treffen des Ministers für wirtschaftliche Entwicklung, Handel und Landwirtschaft der Ukraine, Ihor Petraschko, mit dem Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter der Volksrepublik China in der Ukraine, Fan Xianrong, erörtert (…) Die Parteien haben die potentielle Zusammenarbeit und neue Projekte in den Bereichen Infrastruktur, Industrie und Landwirtschaft diskutiert. In Bezug auf den Agrarindustriekomplex ging es darum, das Angebot an landwirtschaftlichen Produkten auf den Märkten der Parteien zu erweitern und das Wachstum des Handelsvolumens zwischen der Ukraine und China zu sichern.“

Dem Land gehört ein Drittel der „schwarzen Erde“, die als der weltweit beste Boden gilt. Als größter Staat in Europa verfügt die Ukraine über eine sehr große Anbaufläche. Das Bundesministerium für Ernährung und Wirtschaft (BMEL) wörtlich: „So spielt der Agrarsektor mit seinem Anteil von 18 Prozent am BIP auch eine wichtige volkswirtschaftliche Rolle. Mit einem Beitrag von 42 Prozent zum Gesamtexport ist er sogar maßgeblicher Faktor im Handelsbereich (…) Jährlich werden in der Ukraine über 60 Millionen Tonnen Getreide produziert, davon hauptsächlich Weizen, Mais und Gerste. Mehr als die Hälfte wird exportiert. Im weltweiten Vergleich steht die Ukraine hier an vorderen Positionen. Bei Zuckerrüben ist sie einer der größten Produzenten Europas und bei den Ölsaaten Weltmarktführer. In der Südukraine ermöglichen lange Sonnenperioden teilweise zwei Ernten im Sommer, hauptsächlich Obst und Gemüse. Trotz des Rückgangs der Nutztierbestände haben die Tierproduktion und die Milchverarbeitung weiterhin Bedeutung.“

Die Ukraine will einem Bericht der Zeitung „Schweizer Bauer“ zufolge auch ihre Milchproduktion ankurbeln. „Wie der Vorsitzende des Verwaltungsrates des Verbandes der Milchunternehmen der Ukraine, Wadym Tschagarowskij, Ende September beim ,All-Ukrainian Dairy Forum‘ dazu erläuterte, soll der Milchkuhbestand von 1,7 Millionen Tieren bis zum Jahr 2030 auf drei Millionen Tiere aufgestockt werden“, so die Zeitung.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Der Europäische Online-Glücksspielmarkt: Wachstum, Regulierung Und Konsolidierung 2026

Wenige Branchen wachsen in Europa derzeit so beständig wie das Online-Glücksspiel, und noch weniger tun das bei einem derart...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bodendrohne Wilk soll Europas Rüstungslücke schließen und NATO-Armeen erobern
14.08.2026

Die Bodendrohne Wilk soll Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg in ein europäisches Geschäftsmodell verwandeln. Stohid Technology setzt auf...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Sandisk und SK Hynix unter den zulegenden Chip-Aktien, während S&P 500 Rekordhoch erreicht
13.08.2026

Spannung an den US-Börsen: Erfahren Sie, welche überraschenden Entwicklungen die Märkte am Donnerstag bewegten.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Wirtschaft vor der Wende: Warum ausgerechnet Saab neue Hoffnung macht
13.08.2026

Deutschlands Autobauer bauen Stellen ab, doch gleichzeitig wächst die Wirtschaft stärker als erwartet. Neue Startups, mehr Kapitalmarkt...

DWN
Technologie
Technologie Elon Musk und die KI: Wer regiert bald die Welt?
13.08.2026

Elon Musk warnt vor KI, Bürgerkrieg und dem Aufstieg neuer Supermächte – doch zugleich verkörpert er selbst die beispiellose Macht der...

DWN
Politik
Politik NATO-Reform: Saluschnyj erklärt das mächtigste Militärbündnis der Welt für überholt
13.08.2026

Die Ukraine wollte jahrelang von der NATO lernen. Nun erklärt ihr früherer Oberbefehlshaber das Bündnis für militärisch überholt und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Trockenheit kostet Landwirte 600 Millionen Euro
13.08.2026

Die Dürre hinterlässt auf deutschen Feldern deutliche Spuren: Millionen Tonnen Getreide und Raps sind bereits verloren. Für Verbraucher...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Aktien unter Druck: Milliardenverlust zeigt die verborgene Gefahr
13.08.2026

Ein gefeierter Tech-Investor setzte mit gewaltigem Hebel auf KI-Aktien und verlor innerhalb weniger Wochen rund 35 Milliarden US-Dollar....

DWN
Politik
Politik Rentensplitting statt Witwenrente: Steht die Hinterbliebenenrente vor dem Aus?
13.08.2026

Im Rahmen der Rentenreform steht plötzlich auch die Witwenrente zur Diskussion. Ein Expertenvorschlag: Ein verpflichtendes Rentensplitting...