Politik

Spanien startet neuen Lockdown, kündigt Impfplan an

Unter Verweis auf das Corona-Virus wird Spanien zwischen dem 4. und dem 13. Dezember erneut abgeriegelt. Zudem kündigte Ministerpräsident Pedro Sánchez einen "nationalen Impfplan" an.
20.11.2020 17:13
Aktualisiert: 20.11.2020 17:13
Lesezeit: 2 min
Spanien startet neuen Lockdown, kündigt Impfplan an
«Ein Jahr ohne Umsätze», steht bei einem Protest von Mitarbeitern von Reisebüros vor dem Rathaus an einem Koffer geschrieben. (Foto: dpa) Foto: David Zorrakino

Zur weiteren Eindämmung der Corona-Pandemie riegelt sich Madrid zwischen dem 4. und dem 13. Dezember ab. Dieser Zeitraum sei wegen der zwei Feiertage am 7. und 8. Dezember gewählt worden, erklärte am Freitag der Vizeminister für Gesundheit der spanischen Hauptstadt-Region, Antonio Zapatero. "Die Mobilität um diese Zeit herum mit dem langen Wochenende und den Brückentagen ist normalerweise so groß, dass wir diese Maßnahme ergreifen mussten."

Im Gegensatz zu anderen spanischen Regionen, die sich für deutlich längere Zeiträume abriegeln und zum Teil auch Bars und Restaurants, Kinos und Theater schließen, erreichte Madrid mit relativ lockeren Einschränkungen eine Besserung der Lage. Die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde innerhalb eines Monats von 210 auf zuletzt 134,35 gesenkt. In Berlin betrug dieser Wert nach Angaben des Robert Koch-Instituts am Freitag 199,9.

Während der zehntägigen Abriegelung werden die 6,6 Millionen Einwohner Madrids ihre Region - eine der 17 sogenannten Autonomen Gemeinschaften Spaniens - nur mit triftigem Grund verlassen dürfen, etwa um zur Arbeit oder zum Arzt zu fahren. Auswärtige werden ebenfalls nur in Ausnahmefällen einreisen dürfen.

Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte unterdessen einen "nationalen Impfplan" an. Im ersten Halbjahr 2021 werde im Rahmen dieses Projekts "ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung" geimpft werden können, sagte der sozialistische Politiker bei einem Treffen mit Unternehmern bei Logroño in der Provinz La Rioja. "Unser Land wird zusammen mit Deutschland das erste der Europäischen Union sein, das über einen kompletten Impfplan verfügen wird."

Seit Ausbruch der Pandemie wurden in dem Land mit rund 47 Millionen Einwohnern mehr als 1,5 Millionen Ansteckungen gezählt. Mehr als 42.000 Menschen starben mit Covid-19. Die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen fiel aber zuletzt in einer Woche von 233 auf 176. In Deutschland betrug dieser Wert am Freitag 139.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie iFLYTEK AINOTE Air 2 bringt KI-gestützte Notizen in ein noch kompakteres E-Ink-Tablet

Für viele Menschen sind die besten Produktivitätstools diejenigen, die nicht versuchen, den gesamten Arbeitstag zu übernehmen. Sie...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik AfD-Parteitag in Erfurt: Massiver Protest gegen die AfD - Spitzenduo bestätigt
05.07.2026

Die AfD hat ihr Spitzenduo Weidel-Chrupalla wiedergewählt. In der zweiten Reihe gibt es neue Gesichter. Vom Protest vor der Halle sahen...

DWN
Finanzen
Finanzen Manchester United, BVB und Juventus: Wenn Fußballklubs an die Börse gehen
05.07.2026

Fußball und Kapitalmarkt wirken auf den ersten Blick wie getrennte Welten. Doch mehrere europäische Klubs sind börsennotiert, darunter...

DWN
Finanzen
Finanzen Interview: Ich lebe in Japan und investiere
05.07.2026

Dita Vārna Yoshimura lebte lange von Gehalt zu Gehalt, dann entdeckte sie durch ihren Mann die Börse. Heute investiert die Lettin aus...

DWN
Finanzen
Finanzen Altersvorsorgedepot: Brauchen wir das wirklich? Oder gibt es bessere Alternativen?
05.07.2026

Die Reform der staatlich geförderten privaten Altersfürsorge ist beschlossen – das Altersvorsorgedepot kommt ab 2027. Dann wird das...

DWN
Technologie
Technologie Cybersicherheit braucht weniger Angst und mehr Wissen
05.07.2026

Es ist an der Zeit, dass wir aufhören, Cybersicherheit als Weltuntergang zu verkaufen. Wir sollten sie stattdessen als Teil der...

DWN
Finanzen
Finanzen Steuererhöhung: Steuer auf Spirituosen soll Anfang 2027 steigen
05.07.2026

Hochprozentige alkoholische Getränke sollen zum 1. Januar 2027 höher besteuert werden. Welche Mehreinnahmen im Zuge der Steuererhöhung...

DWN
Immobilien
Immobilien Deutscher Mietmarkt: Warum sich das Vermieten für Private nicht mehr lohnt
05.07.2026

Die Wohnungskrise in Deutschland verschärft sich. Doch während in Talkshows meist über rücksichtslose Immobilienkonzerne debattiert...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Niob: Brasiliens Monopol über den nächsten Batterie-Rohstoff
05.07.2026

Der historische SpaceX-Börsengang hat auch den Rohstoff Niob ins Rampenlicht der Märkte gerückt. In Brasilien lagern knapp 90 Prozent...