Finanzen

Starker Yuan: China sieht sich zu massiven Dollar-Käufen gezwungen

Der Währungskrieg zwischen den USA und China nimmt in Zeiten von Corona eine neue Wendung. Der Yuan ist so sehr erstarkt, dass die Notenbank des Landes sich zum Eingreifen gezwungen sieht.
12.12.2020 09:47
Lesezeit: 1 min
Starker Yuan: China sieht sich zu massiven Dollar-Käufen gezwungen
Der Kurs des Yuan zum Dollar ist im November stark angestiegen. (Foto: dpa) Foto: How Hwee Young

Der seit Jahrzehnten andauernde globale Währungskrieg, bei dem jedes Land sich bemüht, die eigene Währung relativ zu den anderen Währungen abzuschwächen, hat in Zeiten von Corona eine neue Wendung genommen. Während die US-Wirtschaft durch massive Lockdowns in die Knie gezwungen worden ist (was nur noch durch extremes Gelddrucken kaschiert werden kann), funktioniert die chinesische Wirtschaft vergleichsweise unbehelligt.

In der Folge hat die chinesische Währung gegenüber dem Dollar deutlich aufgewertet. So kostete ein Dollar auf seinem Hoch am 27. Mai noch rund 7,18 Yuan, heute hingegen nur noch rund 6,53 Yuan. Das heißt, der Yuan hat innerhalb von etwas mehr als sechs Monaten um mehr als 9 Prozent zum Dollar aufgewertet. Im Übrigen hat in demselben Zeitraum auch der Euro um rund 10 Prozent gegenüber dem Dollar aufgewertet, von damals 1,10 Dollar auf heute mehr als 1,21 Dollar.

Um die Aufwertung seiner Währung zu stoppen, hat China nun im großen Stil Yuan gedruckt und in Fremdwährungen umgetauscht. Als gerade das chinesische Statistikamt einen Anstieg der Exporte und einen Rekord-Handelsüberschuss meldete, berichtete zugleich die Zentralbank des Landes, dass ihre Devisenreserven im November um 50,5 Milliarden Dollar gestiegen sind - der größte monatliche Anstieg seit November 2013. Nun hält die Zentralbank Fremdwährungsreserven in Höhe von 3,178 Billionen Dollar - der höchste Stand seit August 2016, wie Bloomberg berichtet.

Wahrscheinlich ist ein nicht unerheblicher Teil des sprunghaften Anstiegs bei den chinesischen Fremdwährungsreserven auf Bewertungsanpassungen und Wechselkursänderungen zurückzuführen, wie eine Sprecherin des Staatlichen chinesischen Devisenamtes sagte. Doch darüber hinaus ist es wahrscheinlich, dass der Großteil des Anstiegs der Fremdwährungsreserven auf Dollar-Käufe durch die chinesische Zentralbank zurückzuführen ist. Der Wert des Goldvermögen der Notenbank ging im November auf 110,4 Milliarden Dollar zurück.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Neue deutsch emiratische Investitionen stärken Dubais Standortrolle

Die Zeiten, in denen eine Firma vor allem am eigenen Standort und nur begrenzt darüber hinaus florieren wollte, sind vorbei. Heute sind...

DWN
Immobilien
Immobilien Lohnen sich Immobilien noch als Altersvorsorge?
18.09.2026

Lange galten Immobilien eine "sichere Bank" im Sinne der Altersvorsorge. Doch stimmt das 2026 immer noch? Hohe Baukreditzinsen,...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Podcast Folge 43: Die Woche im Rückblick – KW 38
18.09.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VW-Aktie fliegt aus EuroStoxx 50: Was das für Volkswagen bedeutet
18.09.2026

Volkswagen verliert seinen Platz in einem der wichtigsten europäischen Aktienindizes. Die VW-Aktie scheidet aus dem EuroStoxx 50 aus –...

DWN
Politik
Politik Chinas Ölimporte: Wie Peking den Ölpreisschock verhindert
18.09.2026

China gilt als größter Ölimporteur der Welt und ausgerechnet Peking hat zuletzt einen noch heftigeren Preisschock verhindert. Sinkende...

DWN
Politik
Politik Neue Ära für die Luftwaffe: Deutschland erhält erste F-35
18.09.2026

Deutschland erhält den ersten von insgesamt 35 bestellten Kampfjets vom Typ F-35A. Mit Tarnkappentechnik, moderner Sensorik und der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Wirtschaft: Industrie hebt Wachstumsprognose deutlich an
18.09.2026

Die Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Erholung in Deutschland wachsen. Der BDI hebt seine Prognose für 2026 deutlich an, warnt zugleich...

DWN
Immobilien
Immobilien Wohnungsbau in Deutschland: Baugenehmigungen legen weiter zu
18.09.2026

Beim Wohnungsbau gibt es neue Anzeichen für eine Erholung. Seit Jahresbeginn werden deutlich mehr Wohnungen genehmigt, doch für Bauherren...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft 25 Milliarden Euro bis 2030: Bundesregierung und KfW fordern mehr Wagniskapital für Start-ups
18.09.2026

Die schwarz-rote Koalition schaltet gemeinsam mit der Förderbank KfW bei der WIN-Initiative einen Gang höher. Durch bessere...