Politik

„Republic of Texas“: Kommt es in den USA zur Sezession?

Im US-Bundesstaat Texas gibt es seit geraumer Zeit eine politische Bewegung, die sich von den USA abspalten möchte, um die „Republic of Texas“ auszurufen. Ob es in der Ära von Joe Biden dazu kommt, wird sich zeigen lassen.
19.01.2021 21:07
Aktualisiert: 19.01.2021 21:07
Lesezeit: 2 min
„Republic of Texas“: Kommt es in den USA zur Sezession?
Der US-Bundesstaat Texas. (Grafik: Google Maps)

Der texanische Abgeordnete Kyle Biedermann hatte im Dezember 2020 mitgeteilt: „Die Bundesregierung ist außer Kontrolle und vertritt nicht die Werte der Texaner. Aus diesem Grund verpflichte ich mich, in dieser Sitzung Gesetze einzureichen, die es einem Referendum ermöglichen, den Texanern eine Stimme für den Bundesstaat Texas zu geben, um seinen Status als unabhängige Nation zu bekräftigen. Diese Gesetzgebung stimmt perfekt mit Artikel 1 Abschnitt 2 der texanischen Verfassung überein, der lautet: „Alle politische Macht ist dem Volk inhärent, und alle freien Regierungen sind auf ihre Autorität gegründet und zu ihren Gunsten eingesetzt. Der Glaube der Menschen in Texas ist der Wahrung einer republikanischen Regierungsform verpflichtet, und vorbehaltlich dieser Einschränkung haben sie jederzeit das unveräußerliche Recht, ihre Regierung so zu ändern, zu reformieren oder abzuschaffen, wie es für dienlich und zweckmäßig erachten.“

Eric McDaniel von der University of Texas in Austin sagte dem „Texas Tribune“: „Die Rechtmäßigkeit der Abspaltung ist problematisch. Der Bürgerkrieg spielte eine sehr große Rolle beim Aufbau der Macht der Bundesregierung und bei der Festigung, dass die Bundesregierung in diesen Fragen das letzte Wort hat“. „Spectrum News 1“ hatten die texanischen Gesetzgeber maßgeblich dazu beigetragen, Trumps Behauptungen des Wahlbetrugs bei den Wahlen am 3. November 2020 am Leben zu erhalten.

Eine nicht ganz unerhebliche Rolle in Texas spielt die Bewegung „Texas Nationalist Movement“ (TNM), die offen für einen „Texit“ wirbt. Die TNM wörtlich: „Seit Generationen träumten die Texaner davon, dass Texas ein unabhängiger, selbstverwaltender Nationalstaat wird, der frei von der Kontrolle der Bürokraten und der politischen Klasse in Washington ist. Vor 2005 gab es keine Organisation, die sich ausschließlich der Verwirklichung widmete. Dann wurde die Texas Nationalist Movement geboren. Wir arbeiten daran, die politische, kulturelle und wirtschaftliche Unabhängigkeit der Nation Texas zu sichern und zu schützen und eine konstitutionelle Republik und die inhärenten Rechte der Menschen in Texas wiederherzustellen und zu schützen.“

Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2010 hatte Texas eine Bevölkerung 25.145.651, wobei die Anzahl bis zum Jahr 2017 um etwa drei Millionen Einwohner gestiegen sein soll. „Merkur Online“ führt aus : „Die Bewohner des US-Bundesstaats sind bunt gemischt und setzen sich wie folgt zusammen: 45,3 % Weiße (ohne Hispanics und Latinos), 11,8 % Afroamerikaner, 37,6 % Hispanics, 3,8 % Asiaten, 0,1 % Hawaiianer oder von den Pazifikinseln stammend, 0,7 % Indianer, 2,7 % zwei oder mehr Gruppen angehörend.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Stoppen, abschwächen, zerschlagen: NATO-Oberbefehlshaber erläutert Reaktion auf einen Angriff
14.10.2026

General Alexus Grynkewich, Oberster Alliierter Befehlshaber der NATO in Europa, hat beim Warsaw Security Forum die „Theorie des Sieges“...

DWN
Finanzen
Finanzen Roboter-Aktien: Investoren sehen Chancen im globalen Robotik-Wettlauf
14.10.2026

Physische KI gilt für viele Techinvestoren als das nächste große Thema an den Aktienmärkten. Mehrere Roboter-Aktien könnten davon...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Sie sollen Palantir beim französischen Geheimdienst ersetzen, jetzt nehmen sie Dänemark ins Visier
14.10.2026

Mehrere europäische Staaten hinterfragen ihre Abhängigkeit von amerikanischer Sicherheitssoftware. Davon will das französische...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Wall Street gibt wegen schwacher Chip-Aktien nach
13.10.2026

Erfahren Sie, welche überraschenden Entwicklungen die Wall Street heute bewegt haben.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Russland erzielt mit Europas Energiekäufen Einnahmen von rund 322 Milliarden Euro
13.10.2026

Europa will seine Energieabhängigkeit von Russland beenden. Doch trotz Sanktionen fließt weiterhin eine große Menge Kapital nach Moskau....

DWN
Finanzen
Finanzen Rente 2026: Fast 2.000 Euro? Für die meisten ein Traum – 5 Zahlen zeigen die Realität
13.10.2026

Die Politik verweist auf ein stabiles Rentenniveau und knapp 2.000 Euro Standardrente. Doch amtliche Zahlen zeigen: Das ist ein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschland baut neue Bahnstrecke von Hamburg nach Hannover – aber erst 2050
13.10.2026

Überlastete Strecke: Zwischen Hamburg und Hannover fahren täglich rund 200 Güterzüge, dazu ICE- und Regionalzüge. Staus und...

DWN
Politik
Politik Iran-Krieg: Hat Trump den größten Fehler der USA begangen?
13.10.2026

Donald Trump wollte Iran in die Knie zwingen. Stattdessen gerät die amerikanische Supermacht selbst unter Druck. Der Krieg verschlingt...