Finanzen

Fast acht Milliarden Euro bei Chinas HNA-Konzern veruntreut

Die massiven Finanzprobleme des chinesischen HNA-Konzerns haben die Kurse von Aktienunternehmen der Gruppe absacken lassen.
01.02.2021 12:54
Lesezeit: 1 min
Fast acht Milliarden Euro bei Chinas HNA-Konzern veruntreut
06.02.2017, China, Peking: Eine chinesische Nationalflagge weht vor der Zentrale des chinesischen Konglomerats HNA. (Foto: dpa) Foto: Andy Wong

Die massiven Finanzprobleme des chinesischen HNA-Konzerns haben die Kurse von Aktienunternehmen der Gruppe absacken lassen. Hainan Airlines, HNA Technology und der Kaufhausbetreiber CCOOP fielen am Montag an den Börsen in Shanghai und Shenzhen fast bis an die zulässige Grenze von zehn Prozent. Das frühere Vorzeige-Unternehmen, das zeitweise sogar zehn Prozent an der Deutschen Bank hielt, leidet unter einem riesigen Schuldenberg.

Drei Unternehmen der Gruppe teilten mit, dass „Anteilseigner und andere zugehörige Parteien“ 61,5 Milliarden Yuan, umgerechnet 7,86 Milliarden Euro, „veruntreut“ hätten, wie das renommierte Wirtschaftsmagazin „Caixin“ berichtete. Zusätzlich seien Kreditgarantien in Höhe von 46,5 Milliarden, umgerechnet 5,95 Milliarden Euro, auf „nicht konforme Weise“ vergeben worden.

Schon am Freitag hatte die HNA-Gruppe mitgeteilt, ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen zu können. Deshalb hatten Gläubiger beim Volksgericht der Provinz Hainan ein Insolvenzverfahren und die Neuausrichtung des Unternehmens beantragt. Eine Arbeitsgruppe, die von der Regierung eingesetzt wurde, geht davon aus, dass 400 bis 500 Unternehmen, die mit HNA in Verbindung stehen, von einer Umstrukturierung betroffen sein werden, wie „Caixin“ berichtete.

Die Provinzregierung von Hainan hatte im Februar praktisch die Kontrolle über den hoch verschuldeten Konzern übernommen. Der Ausbruch der Corona-Pandemie, die die Luftfahrtindustrie besonders schwer trifft, hatte es dem Konzern da zusätzlich erschwert, seine finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. Es gibt Gerüchte, dass die HNA-Flugzeugsparte Hainan Airlines an staatliche chinesische Fluggesellschaften verkauft werden könnte.

Mit milliardenschweren Beteiligungen weltweit hatte sich der Konzern in den vergangenen Jahren schwer verschuldet. Ihm gehören auch 82,5 Prozent des Hunsrück-Flughafens Hahn. Die restlichen 17,5 Prozent liegen beim Bundesland Hessen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Goldgedeckte Digitalwährungen als Brücke zwischen Sachwerten und Finanztechnologie

Steigende Inflation, geopolitische Unsicherheiten und die fortschreitende Digitalisierung verändern die Anforderungen an moderne Formen...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Panorama
Panorama Last Minute buchen: Wo Urlauber jetzt noch sparen können
20.06.2026

Kurzentschlossene setzen auch in diesem Sommer auf Last-Minute-Angebote. Doch der Reisemarkt hat sich verändert: Nicht jede spontane...

DWN
Technologie
Technologie KI-Pionier Bengio: „Wir können die Vorteile nutzen, ohne die Katastrophe zu riskieren“
20.06.2026

Yoshua Bengio ist ein kanadischer Informatiker, der bekannt wurde durch seine Forschung zu künstlichen neuronalen Netzen und Deep...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiewende: Milliardenauftrag für Windstrom-Plattform geht nach Rostock
20.06.2026

Für die Anbindung von Windparks auf See an Stromleitungen an Land sind Konverter notwendig. Warum der Milliardenauftrag des Netzbetreibers...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Die 7 gefährlichsten Bürokratiefallen für Mittelständler: So hebeln Sie sie aus
20.06.2026

Immer neue Regeln, Formulare und Dokumentationspflichten treiben Mittelständler an ihre Grenzen – oft weit stärker als große Konzerne....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Hyundai Inster im Test: Kleiner Elektro-SUV für fast jeden Geldbeutel
20.06.2026

Der Hyundai Inster wirkt auf den ersten Blick wie ein elektrischer Stadtzwerg. Im Test zeigt der kleine SUV aber mehr Platz, Komfort und...

DWN
Panorama
Panorama KI-Bewerbung: Diese 5 Fehler sollten Sie vermeiden
20.06.2026

Immer mehr Bewerber nutzen KI, um ihre Jobsuche zu beschleunigen. Doch die besten Ergebnisse entstehen nicht auf Knopfdruck. Wer Chatbots...

DWN
Panorama
Panorama EU einigt sich auf Fluggastrechte-Reform: Das ändert sich für Reisende
20.06.2026

Die EU hat sich auf neue Regeln für Flugreisende verständigt. Künftig sollen Passagiere bei Gepäck, Sitzplätzen und Informationen...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche Börse: Deutschland strebt eine Ausnahmeregelung von der gemeinsamen Aufsicht an
20.06.2026

Deutschland fordert mehr europäische Kapitalmarktintegration, will der Deutschen Börse aber offenbar eine Ausnahme sichern. Der Fall...