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China führt digitalen Impfpass ein – Deutschland und EU werden folgen

Lesezeit: 1 min
09.03.2021 11:00  Aktualisiert: 09.03.2021 11:00
China führt ein digitalen Impfpass ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel geht davon aus, dass der digitale EU-Impfpass auch bald entwickelt werden kann.
China führt digitalen Impfpass ein – Deutschland und EU werden folgen
24.05.2018, Peking, China: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird vom chinesischen Präsidenten Xi Jinping begrüßt. Merkel hält sich zu einem zweitägigen Besuch in der Volksrepublik China auf. Foto: Michael Kappeler/dpa

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China präsentiert ein digitales Impfzertifikat. Es soll dazu beitragen, dass heimische Bürger wieder Auslandsreisen unternehmen können. Das Zertifikat soll Informationen zur Impfung des Inhabers enthalten und zu Testresultaten, wie das beim Außenministerium angesiedelte Amt für konsularische Angelegenheiten auf seiner Internetseite mitteilt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel geht davon aus, dass der digitale EU-Impfpass bis zum Sommer entwickelt werden kann, so die dpa. „Die politische Vorgabe ist, dass man das in den nächsten Monaten erreicht, ich habe ja von drei Monaten gesprochen“, sagte die CDU-Politikerin am Freitag nach dem EU-Videogipfel.

Das Zertifikat soll die Möglichkeit schaffen, Geimpften gegebenenfalls Vorteile zu gewähren. „Alle haben heute darauf hingewiesen, dass das zurzeit bei der geringen Durchimpfung der Bevölkerung gar nicht das Thema ist. Aber man muss sich ja vorbereiten“, betonte Merkel. Das heiße aber nicht, dass künftig nur reisen dürfe, wer einen Impfpass habe. „Darüber sind überhaupt noch keine politischen Entscheidungen getroffen.“

Auf Reiseerleichterungen für Geimpfte dringen Länder wie Griechenland, Zypern, Bulgarien und Österreich. Griechenland und Zypern haben schon jetzt Vereinbarungen mit Israel über die künftige Einreise von Geimpften geschlossen. Manche EU-Staaten wie Polen und Rumänien gewähren Geimpften bereits Vorteile, etwa bei der Einreise.

Dabei ist die Absprache auf EU-Ebene noch lange nicht so weit. Bislang haben sich die 27 EU-Staaten nur darauf geeinigt, dass es einen gegenseitig anerkannten Impf-Nachweis geben soll. Angedacht sind eine Datenbank zur Registrierung der Impfungen und ein personalisierter QR-Code für Geimpfte. Deutschland, Frankreich und andere haben jedoch Bedenken, Vorteile an das Dokument zu knüpfen - unter anderem weil unklar ist, ob Geimpfte das Virus weitergeben können.


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