Wirtschaft

Analysten völlig uneins: Riesige Unterschiede bei Ölpreis-Prognosen

Einer Prognose der Investmentbank Piper Sandle zufolge könnte der Ölpreis im aktuellen Jahr eine "magische" Marke erreichen. Andere Analysten erwarten einen halb so hohen Preis.
17.03.2021 14:40
Aktualisiert: 17.03.2021 14:40
Lesezeit: 1 min
Analysten völlig uneins: Riesige Unterschiede bei Ölpreis-Prognosen
Wie wird sich der weltweite Öl-Preis entwickeln? (Foto: dpa) Foto: Haider Al-Assadee

Nach Angaben des Analysten Craig Johnson von der amerikanischen Investmentbank "Piper Sandle" könnte der Ölpreis der richtungsweisenden Nordseesorte "Brent" im aktuellen Jahr die 100-Dollar-Marke knacken. Er bemerkte im Gespräch mit CNBC, dass es ein starkes Aufwärtspotenzial gebe: „Für uns sieht es so aus, als ob die Ölpreise mehr als 40 Prozent Aufwärtspotenzial haben könnten, um zu den alten Höchstständen im Jahr 2018 zurückzukehren.“

Damit schließt sich Johnson den Ansichten einiger anderer Fachleute an, die argumentieren, dass das amerikanische Konjunkturpaket in Höhe von 1,9 Billionen US-Dollar die Ölpreise treiben werde.

Auch die Erholung der globalen Nachfrage ist ein Faktor für diese optimistischen Ölpreis-Prognosen, wobei China als der stärkste Schlüsselmarkt bisher eine wichtige Rolle spielt. „Dann ist da noch die Angebotsseite. Die OPEC + hat beschlossen, ihre Produktionskürzungen um 7,2 Millionen Barrel pro Tag beizubehalten, was Brent kürzlich, wenn auch nur vorübergehend, über 70 Dollar pro Barrel brachte. Wenn das Kartell die Produktion weiterhin einschränkt, wird der weltweite Ölmarkt laut ´Princeton Energy Advisors´ ein Defizit von etwa 3,5 bis 3,6 Prozent der Nachfrage aufweisen. Und dieses Defizit hat das Potenzial, den Ölpreis nahe an 100 Dollar zu bringen“, so „Oilprice.com“.

Doch trotz der sich verbessernden Nachfrage ist eigentlich nichts sicher. Denn Berichten zufolge sind Chinas Öllager voll. In Indien, einem weiteren Haupttreiber der weltweiten Nachfrage, sind die Kraftstoffpreise so hoch gestiegen, dass sie die Nachfrage dämpfen. Das bedeutet, dass nicht alle Prognostiker eine hohe Steigerung des Preises erwarten. Eine kürzlich von Reuters durchgeführte Umfrage ergab eine durchschnittliche Preisprognose von 59,07 Dollar pro Barrel für Brent-Öl. Laut der Bank of America (BoA) werden die Preise in den nächsten fünf Jahren zwischen 50 und 70 Dollar variieren.

Barclays zufolge wird der Brent-Ölpreis 67 Dollar erreichen. Goldman Sachs geht hingegen von einem Brent-Ölpreis im dritten Quartal in Höhe von 75 Dollar aus.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall Street gibt nach – Alphabet, Amazon und Intel belasten Aktienmärkte
29.10.2026

Spannende Wende an der Wall Street: Erfahren Sie, welche überraschenden Faktoren die Kurse der Tech-Riesen ins Wanken bringen.

DWN
Politik
Politik Haushaltskrise der Länder: Kommunale Schulden steigen um fast zehn Prozent
29.10.2026

4.907 Euro je Einwohner: Die Verschuldung der Kommunen ist im vergangenen Jahr weiter gewachsen. Dabei fällt die Belastung regional sehr...

DWN
Politik
Politik „Gen Z regelt“ mobilisiert: Das ist für Samstag geplant
29.10.2026

In knapp 30 Städten sind Proteste angekündigt, organisiert von einer noch jungen Gruppierung. Nach den Ausschreitungen in Frankreich...

DWN
Politik
Politik Verteidigung des Baltikums: Heereschef Freuding fordert mehr Tempo
29.10.2026

Mehr als 70 Generale und führende Offiziere aus Deutschland und den Niederlanden haben mögliche Brennpunkte im Baltikum erkundet....

DWN
Politik
Politik Umfrage: Deutsche sehen USA ähnlich kritisch wie China
29.10.2026

Kurz vor den US-Zwischenwahlen fällt das Bild der Vereinigten Staaten in Deutschland überwiegend negativ aus. In einer aktuellen...

DWN
Technologie
Technologie Testbericht: Apples erstes faltbares iPhone ist ein kostspieliges, aber überzeugendes Debüt
29.10.2026

Ich erinnere mich noch gut an die Reue, die ich beim Kauf des iPhone 3GS im Jahr 2009 empfand. Bis dahin hatte ich ein BlackBerry Pearl...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Zinsentscheid: Notenbanker belassen Leitzins der Eurozone bei 2,5 Prozent
29.10.2026

Die Europäische Zentralbank lässt die Leitzinsen am 29. Oktober 2026 unverändert. Der Einlagenzins bleibt bei 2,50 Prozent. Zugleich...

DWN
Politik
Politik Merz warnt vor Nordkoreas Rolle im Ukraine-Krieg
29.10.2026

Zum Abschluss seiner Asienreise besucht Bundeskanzler Friedrich Merz am Freitag die Grenze zwischen Süd- und Nordkorea. Bereits zuvor...