Wirtschaft

China ist auf das günstige Öl des Iran angewiesen

Die chinesische Volkswirtschaft ist abhängig von Ölimporten aus dem Iran. Teheran macht Peking sein Öl durch besondere Rabatte schmackhaft.
18.03.2021 12:07
Aktualisiert: 18.03.2021 12:07
Lesezeit: 1 min
China ist auf das günstige Öl des Iran angewiesen
Irans Präsident Rouhani und sein chinesischer Amtskollege Jinping. (Foto: dpa) Foto: Presidential Official Website /

„Die relative Unabhängigkeit des Iran in internationalen Angelegenheiten kann auf seinen Öl- und Gasreichtum zurückgeführt werden. Die massiven Ölressourcen des Landes haben zu einer stetigen Einnahmequelle beigetragen, die Teherans Außenpolitik befeuert hat. Die Wahl von Präsident Trump im Jahr 2016 war der Beginn der größten Krise im Iran seit dem Krieg mit dem benachbarten Irak in den 1980er Jahren. Die chinesische Unterstützung erweist sich als entscheidend, da sich chinesische Käufer mit Öl eindecken. Die jüngsten Importmengen sind so massiv, dass bestimmte chinesische Häfen mit Schiffen verstopft sind, die Öl aus dem Iran transportieren“, berichtet „Oilprice.com“.

Seit der Marktliberalisierungspolitik von Deng Xiaoping und der damit verbundenen massiven wirtschaftlichen Expansion konnte die chinesische Ölindustrie nicht mehr mit der Nachfrage Schritt halten. Daher sind Importe aus dem Nahen Osten für die Wirtschaft des asiatischen Riesen von entscheidender Bedeutung.

Nach Angaben von Kevin Wright, einem in Singapur ansässigen Analysten des Analysehauses "Kpler", werden die chinesischen Importe von iranischem Rohöl im März auf 856.000 Barrel pro Tag (bpd) steigen, was einem Anstieg von 129 Prozent gegenüber dem Vormonat entspricht, berichtet „Bloomberg“. Die überwiegende Mehrheit der anderen potentiellen Käufer zögert jedoch aufgrund von US-Sanktionen, Öl aus dem Iran zu importieren. Doch der Iran setzt auf bestimmte Marketing-Maßnahmen, um sein Öl loszuwerden. Chinesische Käufer können im Vergleich zum Brent-Benchmark einen Rabatt von drei bis fünf US-Dollar erhalten. Stetig steigende globale Ölpreise, die kurzzeitig 71 US-Dollar für ein Barrel erreichten, haben iranisches Rohöl in China populär gemacht.

Öl gilt als die mit Abstand politisch anfälligste Anlageklasse für Händler. In diesem Zusammenhang dürfte sich die US-Außenpolitik in Bezug auf den Iran und China massiv auf die Entwicklung der Ölpreise auswirken.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: S&P 500 erreicht Rekordhoch – Aktien steigen wegen Verlängerung der Iran-Waffenruhe und starken Quartalszahlen
22.04.2026

Spannende Entwicklungen an der Wall Street: Erfahren Sie, welche Dynamiken den Markt aktuell beherrschen und warum Investoren jetzt genau...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wirtschaftswende abgesagt: Deutschland erwartet Mini-Wachstum und halbiert Konjunkturprognose
22.04.2026

Nicht nur die Folgen des Iran-Kriegs bremsen die Konjunktur in Deutschland weiter aus. Die Bundesregierung rechnet nur noch mit einem...

DWN
Politik
Politik Kein Öl mehr aus Kasachstan: Russland stoppt Lieferung nach Deutschland
22.04.2026

Ab kommender Woche wird kein Öl aus Kasachstan mehr durch die Pipeline Druschba nach Deutschland und zur PCK-Raffinerie in Schwedt...

DWN
Politik
Politik Ungarn gibt Ukraine-Blockade auf: EU-Milliarden und neue Sanktionen gegen Russland kommen
22.04.2026

Der Weg für den 90 Milliarden schweren EU-Kredit sowie für weitere Russland-Sanktionen ist frei. Die Hälfte des Geldes soll bereits in...

DWN
Immobilien
Immobilien Bund als Wohnungsbauer? Regierung plant Bundesbaugesellschaft
22.04.2026

Wenn Wohnraum knapp wird, steigen die Preise: In Deutschland fehlen 1,4 Millionen Wohnungen zugleich verteuern sich die Mieten vor allen in...

DWN
Politik
Politik Zwischen Datenschutz und Kontrolle: EU-App zur Altersprüfung im Internet kommt
22.04.2026

Um den Jugendschutz im Internet zu verbessern, hat die EU eine App zur Altersverifizierung entwickelt. Die Lösung, die Ursula von der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Flugstreichungen: Lufthansa streicht 20.000 Flüge bis Oktober
22.04.2026

Die Schließung der Cityline reißt Lücken ins Lufthansa-Netz. Was heißt das konkret für die nächsten Monate und ihre Urlaubspläne?

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Übernahme durch UniCredit: Welche Rolle spielt die Commerzbank-Aktie?
22.04.2026

Im Ringen um die Commerzbank-Übernahme verschärfen sich die Fronten, während UniCredit auf Kontrolle drängt und die mBank für den...