Deutschland

Kapazitätsgrenze erreicht: Essener Klinik-Chef warnt vor "Triage vor den Mauern der Krankenhäuser"

Der Chef der Essener Uniklink spricht von einer "Selektion von Zuweisungen."
14.04.2021 14:19
Aktualisiert: 14.04.2021 14:19
Lesezeit: 1 min

Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, warnt vor einer „Triage vor den Mauern der Krankenhäuser“. Sein Klinikum erreichten von anderen Krankenhäusern „täglich mehrere Anfragen zur Übernahme schwerstkranker Covid-19-Patienten“ – diese könnten nicht alle an der Essener Uni-Klinik versorgt werden, sagte Werner bei „19 – die Chefvisite“. Insofern gebe es eine „Selektion von Zuweisungen“, sodass „nicht alle Patienten mit Lungenversagen die für sie denkbar bestmögliche Therapie bekommen dürften“. Diese Situation – die sogenannte Triage, also die Auswahl, welche Patienten von anderen Kliniken übernommen werden können und welche nicht –, beschäftige das medizinische Personal „täglich“: „Man darf das nicht überbewerten, aber auch nicht verschweigen“, so Werner.

Knapp sind vor allem Intensivbetten mit sogenannten künstlichen Lungen. Diese ECMO-Geräte reichern das Blut außerhalb des Körpers mit Sauerstoff an, wenn die Lunge so schwer geschädigt ist, dass sie diese Funktion nicht mehr erfüllen kann. Davon verfügt die Essener Universitätsmedizin über eine begrenzte Anzahl – kleinere Krankenhäuser hätten gar keine und würden „extrem kranke Patienten“ daher in die Großklinik überweisen. Aber: „Wir können nicht alle annehmen“, sagte Werner. Denn viele ECMO-Geräte seien „längerfristig belegt“. Zudem erforderten die Bedienung der Lungenmaschine und die Pflege solcher Patienten entsprechend ausgebildetes, „exzellentes“ Personal. „Da kommen wir im Moment an unsere Grenzen“, warnte der Klinikchef vor einer weiteren Zuspitzung der Lage.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Ist die Ära der Niedrigzinsen vorbei? Wie Bull DeFi ungenutzte Ersparnisse in aktive Renditen verwandelt – bis zu 3.700 US-Dollar pro Tag.

Wir beleuchten die unterschiedlichen Mechanismen von Bull Market DeFi im Vergleich zu traditionellen Anlagen – und warum es sich lohnt,...

DWN
Immobilien
Immobilien Wohnungsmarkt: Immer mehr Vermieter geben Geschäft auf – Investitionen unter Druck
04.08.2026

Wohnungsmangel, steigende Kosten und wachsende Unsicherheit setzen den Wohnungsmarkt unter Druck. Immer mehr Privatvermieter und...

DWN
Finanzen
Finanzen Zalando-Aktie gerät kräftig unter Druck
04.08.2026

Die Zalando-Aktie gerät nach Quartalszahlen und einer angepassten Jahresprognose kräftig unter Druck. Schwächere Ergebnisse und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wasser-Aktien: Der Billionenmarkt, den Anleger unterschätzen
04.08.2026

Wasser wird knapp, Unternehmen geraten unter Druck und weltweit drohen gewaltige Versorgungslücken. Trotzdem bleiben Wasser-Aktien bislang...

DWN
Finanzen
Finanzen Koreanischer Aktienmarkt: Der KI-Rausch endet in der Hölle
04.08.2026

Erst explodierten die Kurse, dann verbrannten Milliarden: Der koreanische Aktienmarkt ist innerhalb weniger Wochen vom KI-Wunderland zur...

DWN
Finanzen
Finanzen Adieu Frankreich, adieu Deutschland: Wohin Europas Reiche ziehen
04.08.2026

Politische Unsicherheit, hohe Steuern: Das sind die wichtigsten Gründe, warum Reiche die zwei stärksten Länder Europas verlassen. Wohin...

DWN
Finanzen
Finanzen Krypto-Anleger zittern: Neue Steuerpläne sorgen für Unruhe
04.08.2026

Knapp neun Millionen Deutsche besitzen Kryptowährungen – doch ausgerechnet jetzt könnte die Politik einen der größten Steuervorteile...

DWN
Finanzen
Finanzen Lufthansa-Aktie: Unternehmen schneidet schlechter ab, als befürchtet
04.08.2026

Der Iran-Krieg, hohe Kerosinpreise und Streiks setzen der Lufthansa schwer zu. Die Lufthansa-Aktie gerät unter Druck, während der Konzern...

DWN
Finanzen
Finanzen Bayer-Aktie springt an: Quartalszahlen überraschen
04.08.2026

Die Bayer-Aktie legt nach starken Quartalszahlen deutlich zu, denn der Konzern übertrifft mit seinem Agrargeschäft die Erwartungen der...