Politik

Wagenknecht: In der alten Bundesrepublik gab es mehr soziale Sicherheit

Die Linkspolitikerin Sahra Wagenknecht meint, dass es in der alten Bundesrepublik mehr soziale Sicherheit und soliden Wohlstand gegeben habe. Dies sei nicht mehr der Fall.
04.05.2021 17:30
Aktualisiert: 04.05.2021 17:30
Lesezeit: 1 min
Wagenknecht: In der alten Bundesrepublik gab es mehr soziale Sicherheit
Die Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke im Bundestag, Sahra Wagenknecht, und ihr Mann, Oskar Lafontaine, stehen am 14.01.2018 in Berlin. (Foto: dpa) Foto: Britta Pedersen

Im Gespräch mit der „Augsburger Allgemeine“ sagte die Linkspolitikern Sahra Wagenknecht: „Natürlich will ich nicht zurück in die Vergangenheit. Das waren andere Bedingungen, ohne digitale Technologien und die internationalen Verflechtungen der Produktion. Ich mache in meinem Buch Vorschläge für eine andere Digitalisierung und eine Neuordnung der globalen Wirtschaftsbeziehungen. Aber wenn man sich die alte Bundesrepublik ansieht, war eben manches besser, was wir wiederherstellen könnten: Es gab mehr soziale Sicherheit, man musste nicht studiert haben, um einen soliden Wohlstand zu erreichen, es gab Aufstiegsmöglichkeiten und gute Bildungschancen auch für Kinder aus ärmeren Familien. Ich finde es wichtig, darauf hinzuweisen, dass der Verlust all dessen ein Rückschritt war, mit dem wir uns nicht abfinden müssen.“

Wagenknecht, bekommt nach eigener Aussage positive Rückmeldungen auf ihr viel diskutiertes neues Buch. „Von denen, die mich nicht mögen, habe ich natürlich auch einige bissige Reaktionen erhalten“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Es kämen aber auch aus der eigenen Partei „sehr viele positive Rückmeldungen“.

Mit ihrem Buch „Die Selbstgerechten - Mein Gegenprogramm für Gemeinsinn und Zusammenhalt“ hatte Wagenknecht ein großes Medienecho ausgelöst. Einige Vertreter der Linken hatten mit Empörung reagiert. Einen halben Monat nach dem Erscheinungstermin steht das Buch in den Bestsellerlisten von „Spiegel“ und „Focus“ weit vorn. Wagenknecht zufolge war die erste Auflage in den Buchläden bereits einen Tag nach Erscheinen weitgehend vergriffen.

„Bioprodukte muss man sich leisten können, genau wie den schmucken Tesla oder die Wohnung in der Innenstadt, von der aus viele Wege tatsächlich mit dem Rad erledigt werden können. Wer weniger verdient, kauft eben sein Fleisch beim Discounter, und er ist eher mit einem älteren Diesel unterwegs, zumal in ländlichen Regionen, wo es gar keine Alternative zum Auto gibt“, erklärte Wagenknecht dazu im dpa-Interview. Auch die Sprache einfacher Leute werde niedergemacht, weil sie nicht „irgendwelchen Gender-Regeln“ entspreche. Solche Debatten seien das Gegenteil dessen, was linke Politik tun müsse, kritisierte die 51-Jährige.

Linke Parteien sollten sich ihrer Ansicht nach vor allem um „Niedriglohnjobs, schlechte Renten, Großunternehmen, die sich um Steuern drücken“ kümmern. Wagenknecht schlägt zudem eine „andere Digitalisierung, jenseits des Überwachungskapitalismus“ vor und plädiert für mehr direkte Demokratie, wie Volksentscheide.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Goldpreis reagiert kaum auf den Iran-Krieg: Warum der Anstieg ausbleibt
22.03.2026

Der Goldpreis reagiert trotz Iran-Krieg und steigender Spannungen im Nahen Osten bislang überraschend verhalten. Welche Faktoren...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Iran-Krieg verändert Anlagestrategien: Investoren trennen sich von Tech-Aktien
22.03.2026

Der Iran-Krieg und der Ölpreisschock bringen die bisherige Dominanz von KI-Investments ins Wanken und verschieben die Kapitalströme in...

DWN
Finanzen
Finanzen Vermögen aufbauen: Warum Investoren eine Anlagestrategie und Mut brauchen
22.03.2026

Deutschland klammert sich an ein Sicherheitsgefühl, das ökonomisch nicht mehr trägt. Während die nominalen Geldvermögen Rekorde...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Risiko für die Weltwirtschaft: Wie Energie, KI und Schulden zur globalen Bedrohung werden
22.03.2026

Mehrere globale Risiken bauen sich gleichzeitig auf: Geopolitische Krisen verursachen steigende Energiepreise, Finanzmärkte geraten unter...

DWN
Panorama
Panorama Wasserknappheit: Wie ernst ist die Lage in Deutschland?
22.03.2026

Mal fehlt Regen über Monate, dann fällt er in kurzer Zeit im Übermaß: Deutschlands Wasserhaushalt gerät aus dem Gleichgewicht....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Sneaker-Revolution aus dem Drucker: Wie ein Hamburger Start-up die Schuhwelt umkrempelt
22.03.2026

Von der heimischen Werkstatt an die Füße der Weltstars: Cornelius Schmitt hat geschafft, wovon viele Sneaker-Fans nur träumen. Mit...

DWN
Politik
Politik EU-Vermögensregister: Die Infrastruktur für totale Transparenz steht
22.03.2026

Über ein europäisches Vermögensregister wird seit Jahren gestritten. Vertreter der EU-Kommission betonten lange Zeit, ein solches...

DWN
Politik
Politik Iran-Krieg eskaliert weiter: Wird das Regime in Teheran gestürzt?
21.03.2026

Der Iran-Krieg zwingt die Staaten am Persischen Golf zu einer grundlegenden Neubewertung ihrer Strategie und trifft besonders die...