Politik

China entsendet 5.000 Soldaten in den Iran

China wird 5.000 Soldaten in den Iran entsenden, um seine dortigen Investitionen zu schützen. Die Truppen-Verlegung muss vor dem Hintergrund der Zusammenarbeit beider Länder im Rahmen der Neuen Seidenstraße betrachtet werden.
07.05.2021 14:00
Lesezeit: 2 min

China bereitet sich darauf vor, 5.000 chinesische Soldaten in den Iran zu transferieren, um seine 400-Milliarden-Dollar-Investition im Land im Verlauf der nächsten 25 Jahren zu sichern, berichtet das israelisch-nachrichtendienstliche Portal „DEBKAfile“. Militäringenieure suchen bereits nach Standorten für ihre Stützpunkte. Dieser Einsatz ist Teil des am 27. März 2021 in Teheran unterzeichneten Investitions- und Strategieabkommens. Das Abkommen wurde vom chinesischen Außenminister Wang Yi und seinem iranischen Amtskollegen Javad Zarif unterzeichnet. Zuvor hatten auch die pakistanische Zeitung „International – The News“, „Arab News“ und „Al-Monitor“ über das Vorhaben der Truppenstationierung berichtet.

Westlichen Geheimdienstquellen zufolge wird die Stationierung chinesischer Truppen im Iran die Achse Iran-China-Pakistan stärken, um die chinesische Initiative zur Neuen Seidenstraße zu sichern.

Im Mai 2013 war der chinesische Premierminister Li Keqiang zu Besuch in Pakistan. Er machte einen offiziellen Vorschlag zur Schaffung eines „China-Pakistan-Wirtschaftskorridors“ (CPEC) im Rahmen der Neuen Seidenstraße. Schließlich wurden während des Pakistan-Besuchs des chinesischen Präsidenten Xi Jinping im April 2015 51 Absichtserklärungen zwischen beiden Ländern unterzeichnet. Es wurden acht Projekte und fünf gemeinsame Energieprojekte eingeweiht, berichtet Al Jazeera. Nach Angaben des englischsprachigen Dienstes von Reuters will China 57 Milliarden Dollar in den CPEC investieren. „Die chinesischen Investitionen in Pakistan werden bis 2030 voraussichtlich über 46 Milliarden US-Dollar betragen”, sagte Harrison Akins vom Howard Baker Center dem Magazin Newsweek.

Die CPEC soll iranischen Öl-, Gas- und Petrochemikalien, die zu günstigen Preisen verkauft werden, einen sicheren Durchgang und einen kürzeren Weg nach China bieten. Die chinesische Truppenstationierung im Iran ist auch im Zusammenhang mit den 10.000 chinesischen Militärangehörigen im ostafrikanischen Hafen von Dschibuti zu sehen. Denn Dschibuti spielt eine wichtige Rolle für den Seeweg der Neuen Seidenstraße.

„Die Standorte der neuen chinesischen Stützpunkte im Iran werden derzeit noch diskutiert. Eine davon ist wahrscheinlich ein Seehafen – entweder an der iranischen Golfküste oder in Chabahar, (…) wo die Marine der Revolutionary Guards Crops (IRGC) eine große Installation unterhält. Dieser Standort würde die Verbindung zwischen Iran, China und Pakistan stärken. Ebenfalls diskutiert wird ein Standort in der Nähe der wichtigsten Nuklearanlagen des Iran, was jeden israelischen Plan für einen Luftangriff gegen sein Nuklearprogramm ernsthaft erschweren würde“, so „DEBKAfile“.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kleine Warensendungen aus China vor Strukturbruch: Im Juli 98 Prozent Rückgang
29.08.2026

Die Zahl der Sendungen aus Asien sinkt. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass auch der Konsum entsprechend zurückgeht. Beispielhafte...

DWN
Finanzen
Finanzen Kapitalrente 2028: Was Sie erwarten dürfen, wenn Sie mit 30, 40 oder erst 50 beginnen
29.08.2026

Die aktuelle Rentenreform sieht ab 2028 auch eine Kapitalrente vor, bei der Anteile der Rentenbeiträge am Kapitalmarkt angelegt werden....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ford E-Transit Courier im Test: Der Elektro-Spezialist für die Stadt
29.08.2026

Der Ford E-Transit Courier ist konsequent auf städtische Lieferdienste zugeschnitten. Er bietet ausreichend Reichweite für den...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Volkswagen unter Druck: Wie umfangreich muss der Konzern sparen?
29.08.2026

Hohe Kosten, Überkapazitäten und ein unerbittlicher Wettbewerb setzen Volkswagen massiv unter Druck. Mehrere Werke fürchten um ihre...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Engpass bei Diesel: Warum Autofahrer einen teuren Winter fürchten müssen
29.08.2026

Die Straße von Hormus bleibt ein Nadelöhr für den weltweiten Ölhandel. Trumps neue Sanktionen sollen den Iran wirtschaftlich treffen,...

DWN
Technologie
Technologie Neue KI-Offensive könnte Bäckereien Millionen sparen
29.08.2026

Die Bäckereikette Bodenhoff will mit einem neuen KI-Werkzeug Abfall reduzieren und Mehrverkäufe sichern. Es soll die Planung der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deindustrialisierung schreitet voran: Deutschlands Industrie verliert weiter Arbeitsplätze
29.08.2026

Laut Daten des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) verliert Deutschland derzeit monatlich durchschnittlich rund 15.000...

DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeld: Hamburg Direct Bank hebt Aktionszins für Tagesgeldkonto an
29.08.2026

Ein höherer Aktionszins und eine verlängerte Garantie machen das Tagesgeld der Hamburg Direct Bank noch interessanter. Weil Experten eine...