Wirtschaft

Expansion in der Corona-Krise: BlackRock profitiert massiv von Öffnung des chinesischen Finanzsektors

China öffnet ausgerechnet in der Corona-Krise seinen Finanzsektor für ausländische Investoren. Der größte Profiteur der Öffnung ist der US-Vermögensverwalter BlackRock.
14.05.2021 14:34
Aktualisiert: 14.05.2021 14:34
Lesezeit: 2 min
Expansion in der Corona-Krise: BlackRock profitiert massiv von Öffnung des chinesischen Finanzsektors
Larry Fink ist der Chef des US-Vermögensverwalters BlackRock. (Foto: dpa) Foto: Franck Robichon

Der US-Vermögensverwalter BlackRock hat in China eine Lizenz für ein Vermögensverwaltungs-Joint Venture mit Mehrheitsbeteiligung erhalten. Damit baut das Unternehmen seine Präsenz auf dem schnell wachsenden chinesischen Vermögensverwaltungsmarkt aus. Zu den Partnern von BlackRock gehören die China Construction Bank und Temasek Holdings aus Singapur, berichtet die „Financial Times“. BlackRock wird 50,1 Prozent am Joint Venture halten.

BlackRock-Chef Larry Fink sagte: „BlackRock wird China beim Aufbau eines nachhaltigen Ökosystems unterstützen. Der chinesische Markt bietet eine bedeutende Gelegenheit, um die langfristigen Ziele von Investoren in China und international zu erreichen.“

Im vergangenen April hatte China seinen großen Finanzsektor im Rahmen eines vorläufigen chinesisch-amerikanischen Handelsabkommens geöffnet.

Guo Shuqing, Vorsitzender der chinesischen Banken- und Versicherungsaufsichtsbehörde (CBIRC), teilte im März 2021 mit, dass die chinesischen Aufsichtsbehörden einen stärkeren ausländischen Zugang zum chinesischen Finanzsektor durchaus begrüßen, so der „Market Screener“.

Während Corona die Weltwirtschaft erschüttert hat, gehört die US-Fondsgesellschaft „BlackRock“ weiter zu den größten Gewinnern der Krise. Im dritten Quartal 2020 stieg das verwaltete Vermögen um 129 Milliarden Dollar auf 7,8 Billionen an. Davon flossen 47 Milliarden in aktiv gemanagte Fonds, womit das dort angelegte Vermögen auf über 2 Billionen Dollar wuchs.

Ein großer Teil restlichen rund 6 Billionen stecken in Passiv-Vehikeln. Mit seiner Tochterfirma „iShares“ ist BlackRock der mit Abstand wichtigste Akteur im ETF-Segment (Marktanteil fast 50 Prozent). In den letzten drei Monaten flossen hier netto 41,3 Milliarden an Mitteln zu, ein Großteil davon kam von Privatanlegern.

Auf den globalen Finanzmärkten führt am Finanzriesen kein Weg vorbei. „BlackRock ist quasi das Amazon unter den Vermögensverwaltern“, meint Kyle Sanders, Analyst bei der Anlageberatung Edward Jones.

Über die Macht und den Einfluss von BlackRock hatte Andrew Stuttaford vom „National Review“ im Mai 2020 geschrieben: „Vor Beginn der Coronavirus-Krise verwaltete BlackRock über sieben Billionen US-Dollar. Wenn ein Unternehmen die Regeln von BlackRock nicht einhält, besteht die Gefahr, dass es sich von einer potenziell erheblichen Kapitalquelle und/oder Unterstützung für seinen Aktienkurs abschottet (…) Auch wenn ein Unternehmen kein Interesse daran hat, BlackRock als Aktionär zu haben, kann BlackRock ein Interesse daran haben. Sobald BlackRock eine Beteiligung an einem Unternehmen übernimmt, besteht die Möglichkeit, dass es Druck auf das Management ausübt, wie es jeder Aktionär zu tun hat. Die meisten Aktionäre tun dies nur, um ihre Rendite zu steigern, aber BlackRock hat, unabhängig von seinen Behauptungen über den Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und längerfristiger Rentabilität, andere Ziele vor Augen.“

BlackRock ist weltweit an mehr als 15.000 Unternehmen beteiligt, in Deutschland unter anderem an allen Dax-Konzernen. Das Unternehmen verwaltet weltweit 6,98 Billionen Dollar.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Politik
Politik Schröder bei Putins Geburtstag: Umstrittene Freundschaft zum Kremlchef
09.10.2026

Altkanzler Gerhard Schröder steht seit Jahren wegen seiner engen Beziehungen zu Russland und Kremlchef Wladimir Putin in der Kritik. Nun...

DWN
Finanzen
Finanzen VW-Aktie im Fokus: BaFin setzt Volkswagen Millionenstrafe auf
09.10.2026

Kursbewegende Neuigkeiten müssen von Unternehmen an der Börse sofort und mit Nachdruck mitgeteilt werden. Hier soll VW in einem Fall...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie: Millionenprojekt in Litauen droht zur Geduldsprobe zu werden
09.10.2026

Die Fabrik steht, doch produzieren darf Rheinmetall noch lange nicht. In Litauen baut der deutsche Rüstungskonzern eine neue...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Familienunternehmen verkaufen? Das kann das Lebenswerk retten
09.10.2026

Viele Unternehmer glauben, ihr Lebenswerk lasse sich nur bewahren, wenn die Familie Eigentümer und Führung behält. Doch ein Verkauf oder...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EZB-Leitzinsen: Die Zinswende kommt anders als erwartet
09.10.2026

Erst schien die nächste Zinserhöhung der EZB fast sicher, jetzt rudern die Finanzmärkte zurück. Trotz hartnäckiger Inflation und...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Chip-Aktien ziehen Wall Street ins Minus, während der Ölpreis in die Höhe schießt
08.10.2026

Welche Marktkräfte die Wall Street heute ins Wanken brachten und warum Anleger jetzt genau hinsehen sollten.

DWN
Politik
Politik Trump will Wähler mit Geld locken: „Einfach nur peinlich“
08.10.2026

Donald Trump verspricht jedem erwachsenen Amerikaner rund 4.450 Euro, wenn die Republikaner die Kongresswahlen gewinnen. Doch ausgerechnet...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Iran-Krieg bremst Deutschland weniger als erwartet
08.10.2026

Deutschlands Wirtschaft kommt trotz Iran-Krieg und hoher Energiepreise überraschend glimpflich davon. Doch der Aufschwung steht auf...