Finanzen

Iran verbietet „Bitcoin Mining“ wegen zahlreicher Blackouts

Die iranische Regierung hat ein sofortiges Verbot des Abbaus von Bitcoin und anderen Kryptowährungen angekündigt. In den vergangenen Wochen war es im Land regelmäßig zu Blackouts gekommen.
27.05.2021 11:00
Aktualisiert: 27.05.2021 11:00
Lesezeit: 1 min

Am Mittwoch kündigte der iranische Präsident Hassan Rouhani Bemühungen an, den wachsenden Trend zügelloser und unvorhersehbarer Stromausfälle zu bekämpfen, die zu Beginn eines heißen Sommers in Teilen des Landes zu verzeichnen waren, insbesondere in den Großstädten. Deshalb muss der Iran auch das „Crypto Mining“ einschränken, berichtet „CNBC“. „Das Verbot des Abbaus von Kryptowährungen gilt sofort bis zum 22. September (…) Etwa 85 Prozent des derzeitigen Bergbaus im Iran sind nicht lizenziert“, so Rouhani. Nach der jüngsten Analyse verbrauchen schätzungsweise 50 offiziell zugelassene Bergbaubetriebe insgesamt mindestens 200 Megawatt Strom.

Das staatlich kontrollierte iranische Energieerzeugungsunternehmen hat kürzlich seine Daten veröffentlicht, die einen kolossalen Anstieg des Energieverbrauchs weit darüber hinaus belegen – hauptsächlich wegen „Crypto Mining“. Rouhani sagte, dass legale „Crypto Mining“-Operationen im Iran etwa 300 Megawatt Strom verbrauchen, was sehr unbedeutend ist. Illegale Operationen verbrauchen jedoch bis zu 2.000 Megawatt. Rouhani schien jedoch den Nutzen des „Crypto Minings“ für das Land, der dem Land in den letzten Jahren aufgrund seiner Isolation über eine Milliarde US-Dollar pro Jahr einbrachte, vorübergehend anzuerkennen. Wie bereits erwähnt, ist in den letzten Jahren sowohl das private als auch das öffentliche „Crypto Mining“ im Iran explodiert.

Während sich der Iran auf „legale“ und autorisierte Mining-Betriebe verlassen hat, um den US-Sanktionsschlag zu mildern, ist er in den letzten Monaten gegen private und nicht genannte Betreiber vorgegangen, die von staatlich subventioniertem Strom profitieren wollen. Teheran erlaubt es den im Iran abgebauten Kryptowährungen, für die Einfuhr von Waren zu bezahlen, was dazu beitragen kann, die weitreichenden US-Sanktionen zu umgehen, die die Trump-Regierung dem Land auferlegt hatte. Die iranische Zentralbank verbietet den Handel mit im Ausland abgebauten Kryptowährungen, obwohl diese laut den im Land lebenden Iranern auf dem Schwarzmarkt zu finden sind. Laut „Elliptic“, einem Blockchain-Analyseunternehmen, fanden zwischen Januar und April dieses Jahres weltweit rund 4,5 Prozent des gesamten „Bitcoin Minings“ im Iran statt. Damit gehörte es zu den Top 10 der Welt, während China mit fast 70 Prozent den ersten Platz belegte.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Glücksspielregulierung 2026: Wie OASIS und LUGAS den Wirtschaftsstandort prägen

Wer die Entwicklung des deutschen Glücksspielmarktes über die vergangenen zwei Jahrzehnte verfolgt, erkennt eine Branche im radikalen...

DWN
Politik
Politik Koalition verschiebt Abstimmung über Gesundheits-Sparpaket
18.06.2026

Das umstrittene Sparpaket der schwarz-roten Koalition für stabile Krankenkassenbeiträge soll noch nicht in der kommenden Woche im...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Grünes Licht aus Brüssel: Bund darf bei Panzerbauer KNDS einsteigen
18.06.2026

Die Bundesregierung hat beim geplanten Einstieg beim deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS eine wichtige Hürde genommen. Die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Vom PKW zum Panzer: Europa braucht keine neuen Fabriken für Rüstung
18.06.2026

In den letzten Monaten gibt es Diskussionen darüber, dass Automobilhersteller einen Teil ihrer ungenutzten Kapazitäten für die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Streit um die Arbeitszeit: Scharfe Kritik an Plänen für flexibleren Achtstundentag
18.06.2026

Die Pläne des SPD-geführten Arbeitsministeriums zur Arbeitszeitflexibilisierung stoßen auf harten Widerstand. Wirtschaft und der...

DWN
Politik
Politik Gentechnik ohne Label: EU macht den Weg für neue Züchtungen frei
18.06.2026

Genverändertes Obst und Gemüse landet in der EU bald ohne spezielle Kennzeichnung im Supermarktregal. Das Europäische Parlament hat den...

DWN
Politik
Politik Verfassungszoff ums neue Heizgesetz: Droht der Koalition eine Klatsche in Karlsruhe?
18.06.2026

Das geplante Heizgesetz der schwarz-roten Koalition wackelt: Ein neues Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags bescheinigt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Inflation bleibt hartnäckig: Ifo sieht nur kurze Erholung
18.06.2026

Die deutsche Wirtschaft steckt in der längsten Stagnationsphase seit 1949 fest. Mit dem erhofften Kriegsende im Iran hellen sich die...

DWN
Politik
Politik Nato 3.0: Weniger USA, mehr Europa
18.06.2026

Die USA ziehen sich militärisch weiter aus Europa zurück und erhöhen den Druck auf ihre Verbündeten. Vor dem Nato-Gipfel wachsen die...