Wirtschaft

Heftige Waldbrände im Osten Sibiriens ausgebrochen

Tausende Menschen kämpfen in Russland gegen heftige Wald- und Flächenbrände mit Schwerpunkt im Osten Sibiriens.
03.07.2021 16:25
Aktualisiert: 03.07.2021 16:25
Lesezeit: 1 min
Heftige Waldbrände im Osten Sibiriens ausgebrochen
Waldbrände in Sibirien. (Screenshot)

Tausende Menschen kämpfen in Russland gegen heftige Wald- und Flächenbrände mit Schwerpunkt im Osten Sibiriens. Allein in der russischen Teilrepublik Jakutien (Sacha) gebe es 196 Feuer in den Wäldern, dort sei eine Fläche von 288 460 Hektar betroffen, teilten die Behörden am Samstag mit. Das ist mehr als die Größe Luxemburgs. In der dünn besiedelten Region gilt der Ausnahmezustand. Für den Pyrologen Johann Goldammer ist die heutige anomale Situation auf dem Planeten - lodernde Tundra und Gebiete der sogenannten „grünen Wüste“ in Sibirien - keine Überraschung. 2013 wurde unter seiner Leitung unter Beteiligung von 50 Brandforschern aus aller Welt ein Expertengutachten zu den Folgen des globalen Klimawandels erstellt und an die UN geschickt, das genau dieses Szenario beschrieb. „Damals haben uns die Weltpolitiker nicht gehört. Aber heute scheint sich die Lage zu ändern“, zitiert der russischsprachige Dienst der „Deutschen Welle“ Goldammer.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace schickte freiwillige Helfer in das Gebiet – auch zum Schutz des Nationalparks mit den berühmten Lenafelsen, der seit 2012 zum Welterbe der Unesco gehört. In der schwer zugänglichen Region sei die Lage in diesem Jahr besonders schlimm, hieß es.

Landesweit listete die Forstschutzbehörde 264 Waldbrände und eine betroffene Fläche von 325 526 Hektar auf. Mehr als 4700 Menschen, Hunderte Fahrzeuge, 25 Flugzeuge und Hubschrauber seien im Einsatz, um die Feuer zu löschen. Vielerorts seien die Arbeiten allerdings eingestellt worden, weil keine Menschenleben bedroht seien. Zudem seien die Kosten des Löschens höher als der durch das Feuer verursachte Schaden, hieß es.

Das russische Staatsfernsehen zeigte zuletzt, wie die Feuer auf riesigen Waldflächen wüteten und Einsatzkräfte gegen die Flammen kämpften. Durch die Brände breitete sich auch in der Stadt Jakutsk Rauch aus, wie die Behörden mitteilten. Es seien Hubschrauber vom Typ MI-8 im Einsatz, um die Feuer in der Umgebung zu löschen, sagte der Forstverantwortliche Wladimir Iwanow einer Mitteilung zufolge.

Waldexperten von Greenpeace beklagen, dass sich die Situation in Russland wegen des Klimawandels verschärft habe. Jedes Jahr stehen im flächenmäßig größten Land der Erde mit seinem für das Klima wichtigen Taiga-Waldgürtel riesige Baumbestände in Flammen.

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