Unternehmen

Markt für genetisch erzeugte Medikamente setzt neue Rekordmarken

Der Markt für genetisch erzeugte Medikamente brummt. Dabei spielt eine besondere Sorte von Anti-Körpern eine ganz wichtige Rolle.
06.07.2021 17:15
Aktualisiert: 06.07.2021 17:15
Lesezeit: 1 min
Markt für genetisch erzeugte Medikamente setzt neue Rekordmarken
Kolben mit Anti-Körper-Molekülen. (Foto: dpa) Foto: Hauke-Christian Dittrich

Medikamente aus genetischer Herstellung – sogenannte Biopharmazeutika - haben im vergangenen Jahr neue Bestmarken gesetzt: So sind zum einen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro geklettert, hat also sehr ordentlich zugelegt. Zum anderen erhöhten sie auch ihren Anteil am Medikamentenmarkt – und zwar um elf Prozentpunkte auf 38 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Branchenbericht „Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2021" von der internationalen Beratungsgesellschaft „Boston Consulting Group“ (BCG).

Wesentlich für das Wachstum des Gesamtmarktes waren sogenannte rekombinante Anti-Körper, die nach dem Vorbild der Natur biotechnologisch hergestellt werden. Sie hatten einen nicht unwesentlichen Anteil bei der Bewältigung der Pandemie.

In Zahlen ausgedrückt liest sich das so: Sie haben 65 Prozent der biopharmazeutischen Pipeline ausgemacht. Ende 2020 waren bereits 82 Vertreter dieser Wirkstoffklasse in Deutschland zugelassen, doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren. Mit 32 Prozent aller zugelassenen Biopharmazeutika bilden Antikörper die wichtigste Gruppe und kommen in unterschiedlichsten medizinischen Gebieten zum Einsatz. Die Krebsmedizin steht dabei erneut auf Platz eins, gefolgt von Infektionsmedizin und Immunologie.

„Europa nimmt hier eine Vorreiterrolle ein. Rund 165 Biopharmazeutika werden in Europa produziert - das liegt deutlich vor den USA mit 102. Diese Vielfalt zeigt sich auch in Deutschland - mit 44 hierzulande produzierten Biopharmazeutika“, sagt Jürgen Lücke, Senior Partner bei BCG.

„Deutschland und Europa sind wichtige Produktionsstandorte für Innovationen - das sollte nicht gefährdet werden", sagt Lücke und ergänzt: „Andere Länder holen auf oder ziehen sogar an uns vorbei. Lag Deutschland 2018 noch auf Platz drei bei den Gesamtkapazitäten, reicht es 2021 nur für Platz 5. Überholt haben uns die Schweiz und Irland. Auch China rückt näher (Platz 9). Andere Länder wie die USA oder Südkorea bleiben unerreicht. Daran ändert auch der Ausbau der Impfstoffkapazitäten nichts.“

Dazu Frank Mathias, der CEO der Rentschler Biopharma SE: „Deutschland kann das in der Pandemie bewiesene Potenzial und die hochgekrempelten Ärmel nutzen und seine Stärken in Wissenschaft und Technologie im internationalen Wettbewerb ausspielen. Wenn die Politik will, dass künftig wieder mehr Medikamente hierzulande produziert werden, sollten das Hightech-Produkte wie Biopharmazeutika sein. Sie haben sich in der Corona-Pandemie als Trumpfkarte für Deutschland erwiesen.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft OpenAI-Ki bricht aus Testumgebung aus und attackiert andere KI-Firma
22.07.2026

Ein außergewöhnlicher Vorfall bei einem Testlauf des ChatGPT-Entwicklers OpenAI demonstriert drastisch das Risiko von KI-Cyberattacken....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Galeria-Schließungen drohen: Diese 33 Galeria-Filialen stehen auf der Kippe
22.07.2026

Die Zukunft zahlreicher Galeria-Standorte steht erneut auf der Kippe. 33 Galeria-Filialen werden derzeit auf ihre Wirtschaftlichkeit...

DWN
Finanzen
Finanzen BMW-Aktie: Rätsel um in Kaliningrad produzierte BMW – wie ist das möglich?
22.07.2026

Obwohl BMW seine Aktivitäten in Russland vor Jahren eingestellt hat, werden in Kaliningrad wieder SUV der Marke montiert. Die Herkunft der...

DWN
Immobilien
Immobilien Mietpreise entwickeln sich in deutschen Großstädten immer unterschiedlicher
22.07.2026

Steigende Mieten gelten vielerorts als Dauerproblem. Doch aktuelle Zahlen zeigen ein differenzierteres Bild: Zwischen den größten...

DWN
Politik
Politik USA-Iran-Krieg: Trump steckt in einer tödlichen Falle
22.07.2026

Der USA-Iran-Krieg ist militärisch festgefahren, doch die Gefahr einer unkontrollierten Eskalation wächst mit jedem weiteren Angriff....

DWN
Finanzen
Finanzen Anleihen kaufen: Chancen beim Anleihehandel nutzen und nicht blind auf Sicherheit vertrauen
22.07.2026

Anleihen rücken zunehmend in den Fokus von Anlegern. Doch die vermeintliche Sicherheit ist nicht selbstverständlich. Wir zeigen, wie Sie...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Gold steigt über 4.100 Dollar und setzt Erholung fort
22.07.2026

Der Goldpreis hat am Mittwochvormittag weiter zugelegt und sich klar oberhalb der Marke von 4.100 US-Dollar je Feinunze behauptet....

DWN
Finanzen
Finanzen Gea-Aktie: Starke Zahlen sorgen für Kurssprung – wie Anleger reagieren sollten
22.07.2026

Mit starken Quartalszahlen und höheren Jahreszielen rückt die Gea-Aktie wieder in den Fokus der Börse. Umsatz, Auftragseingang und...