Politik

Offener Brief an Merkel: Hochrangige Persönlichkeiten fordern Freilassung von Julian Assange

Dutzende hochrangige Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft fordern Bundeskanzlerin Merkel auf, sich in Washington für die Freilassung von Julian Assange einzusetzen.
12.07.2021 16:09
Aktualisiert: 12.07.2021 16:09
Lesezeit: 1 min
Offener Brief an Merkel: Hochrangige Persönlichkeiten fordern Freilassung von Julian Assange
Demonstranten fordern die Freilassung von Julian Assange in London. (Foto: dpa) Foto: Han Yan

Vertreter von Politik, Kultur und Medien fordern von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Blick auf ihren Besuch in Washington diese Woche, sich für die Freilassung von Wikileaks-Gründer Julian Assange starkzumachen. "Wer Menschenrechten und Demokratie verpflichtet ist, kommt nicht umhin, sich für die Freiheit von Julian Assange einzusetzen", heißt es in einem am Montag veröffentlichten Offenen Brief an die Kanzlerin. Zu den 120 Unterzeichnern gehören Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP), die Parteivorsitzenden von SPD und Grünen, Norbert Walter-Borjans und Robert Habeck, sowie der Verleger Jakob Augstein und der Schriftsteller Günter Wallraff.

Merkel wird am Donnerstag von US-Präsdient Joe Biden im Weißen Haus empfangen. Biden will wie sein Vorgänger Donald Trump die Auslieferung Assanges in die USA erreichen. Dem mittlerweile 50-jährigen Journalisten wird Verrat von Staatsgeheimnissen vorgeworfen, weil er geheime Geheimdienstberichte veröffentlicht hat. In den USA droht ihm bei einer Verurteilung eine lange Haftstrafe. Assange sitzt derzeit in Großbritannien im Gefängnis. In Berlin wollte Regierungssprecher Steffen Seibert nicht auf die Forderung in dem Brief eingehen. "Wir haben volles Vertrauen darin, dass in Großbritannien die rechtstaatlichen Prinzipien und auch Garantien gewährleistet werden", sagte er lediglich und fügte hinzu: "Den Gesprächen in Washington greife ich hier nicht vor."

Assange hatte vor rund zehn Jahren über seine Enthüllungsplattform Wikileaks Hunderttausende geheime US-Berichte und Diplomatendepeschen veröffentlicht, die er von Informanten bekam. US-Ermittlern zufolge gilt der gebürtige Australier damit als Staatsfeind, der das Leben von US-Agenten in Gefahr gebracht habe. Für seine Anhänger ist er dagegen ein Held, der Machtmissbrauch sowie Fehlverhalten der USA in den Kriegen in Afghanistan und dem Irak aufgedeckt habe. Nach Meinung der Unterzeichner des Offenen Briefs ist die Verfolgung Assanges ein "Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit, der mit aller Entschlossenheit zurückgewiesen werden muss".

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen OpenAI unter Kostendruck: Microsoft verliert Exklusivrechte
30.04.2026

OpenAI gerät im KI-Markt unter wachsenden Druck und stellt die enge Partnerschaft mit Microsoft neu auf. Wie weit kann sich der...

DWN
Politik
Politik Moskau: Selenskyj provoziert Atomkrieg
29.04.2026

Das russische Außenministerium hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj das Heraufbeschwören eines Atomkriegs vorgeworfen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Märkte uneinheitlich, während Händler auf Quartalszahlen warten
29.04.2026

Spannung an der Wall Street: Was Anleger jetzt wissen müssen

DWN
Politik
Politik Gesundheitsreform auf dem Weg: Das sind die wichtigsten Änderungen
29.04.2026

Die Bundesregierung hat die Gesundheitsreform auf den Weg gebracht. Der Gesetzesentwurf bringt für Versicherte zahlreiche Änderungen –...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Zinsentscheid: Warum die Notenbank plötzlich umschwenken könnte
29.04.2026

Die EZB steht vor einer heiklen Leitzinsentscheidung, die die Märkte nervös macht. Eine Zinserhöhung im Juni gilt plötzlich als...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bitumenpreis in Europa steigt: Iran-Krieg verteuert Straßenbau
29.04.2026

Der Iran-Krieg treibt den Bitumenpreis nach oben und verschärft die Kostenlage in Europas Bauwirtschaft. Wie stark können steigende...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschland verliert Zuversicht: AfD nutzt Stimmungskrise
29.04.2026

Deutschlands Wirtschaft verliert erneut an Zuversicht, während schwache Konjunkturdaten und der Aufstieg der AfD den Druck auf die...

DWN
Politik
Politik Einkommensteuerreform: Merz offen für höhere Reichensteuer
29.04.2026

Die Regierung hat sich eine größere Einkommensteuerreform vorgenommen. Nach mehreren anderen Unionspolitikern signalisiert nun auch der...