Finanzen

Gold und Silber: Einführung des Bimetall-Standards würde Fiatgeld-System vernichten

Das aktuelle Fiat-Geldsystem wird früher oder später abgeschafft. Das neue Währungssystem könnte auf dem Bimetall-Standard aus Gold und Silber bestehen.
02.08.2021 16:02
Aktualisiert: 02.08.2021 16:02
Lesezeit: 2 min

Der Silberstandard ist ein Währungssystem, bei dem der Wert der Landeswährung eines Landes durch Silber gedeckt wird. Die typische Methode zur Umsetzung eines Silberstandards besteht darin, die Umrechnung von Landeswährungseinheiten in Silbereinheiten zu einem festen Wechselkurs zuzulassen. Neben Silber und Gold haben Länder auch sogenannte Bimetall-Standards eingeführt, die eine Umwandlung in eines der beiden Edelmetalle ermöglichen.

Der Silberstandard soll sicherstellen, dass die Kaufkraft einer Landeswährung erhalten bleibt. Für die Befürworter des Silberstandards dient die Möglichkeit der Währungsinhaber, ihre Währung in physisches Silber umzutauschen. Das schafft ein Gegengewicht gegen die Tendenz der Regierungen, den Wert ihrer Währung durch Gelddrucken abzuwerten. In genau diesem System befindet sich die Welt heute.

Da Silber endlich ist und physisch abgebaut und geprägt werden muss, sind Regierungen unter einem Silberstandard in ihrer Fähigkeit, neue Währungen zu schaffen, eingeschränkt. Denn sie müssen sicherstellen, dass alle neuen Währungen mit einer angemessenen Menge Silber gedeckt sind, so „Investopedia“.

Als die USA im Jahr 1776 gegründet wurden, wurde über 40 Jahre hinweg ein Bimetall-Standard eingeführt. In dieser Epoche wurden Silbermünzen als bevorzugte Währung eingesetzt, während Goldmünzen selten zum Einsatz kamen. Anschließend setzten sich Goldmünzen durch.

Ein weiterer bedeutender Meilenstein trat 1862 ein, als die Regierung Fiat-Geld ohne Konvertibilität in Silber, Gold oder andere Metalle ausgab. Damals führte dieser Ansatz zu großen Protesten, da dem Fiat-Geldsystem kein Vertrauen geschenkt wurde. Deshalb wurde im Jahr 1879 die Menge des im Umlauf befindlichen Fiat-Geldes eingefroren und auf 347 Millionen US-Dollar begrenzte.

Am 15. August 1971 setzte US-Präsident Richard Nixon das Abkommen von Bretton Woods außer Kraft. Dies bedeutete, dass die anderen Staaten für ihre Dollar nun kein Gold mehr von den USA erhielten. Die Staaten Europas mussten diesen klaren Vertragsbruch durch die USA damals hinnehmen, auch weil sie gar nicht in der Lage waren, die Einhaltung von Bretton Woods durch die Weltmacht USA mit militärischen oder anderen Mitteln durchzusetzen.

Aber auch wenn sich die Europäer in ihr Schicksal fügen mussten, von den USA um riesige Mengen Gold betrogen worden zu sein, so war es den europäischen Zentralbanken damals offenbar durchaus bewusst, dass die Abkopplung des Dollars vom Gold und damit die Schaffung eines reinen Fiat-Geldsystems im globalen Maßstab letztlich zum Scheitern verurteilt war. Denn im Geheimen arbeiteten sie an einem Folgesystem für die Zeit nach dem Dollar, das erneut auf Gold basieren sollte.

Die Diskussion um die Einführung digitaler Zentralbankwährungen (CBDC) ist in vollem Gange. Es ist sogar im Gespräch, dass CBDC goldgedeckt sein sollen. Doch mittlerweile kann nicht mehr ausgeschlossen werden, dass das Fiat-Geldsystem zugunsten eines CBDC-Systems, das wiederum auf dem Bimetall-Standard beruht, eingeführt wird.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

 

DWN
Finanzen
Finanzen Steuervergleich 2026: Was von 50.000 Euro Gehalt, Gewinn und Kapital wirklich übrig bleibt
24.10.2026

50.000 Euro verdienen und trotzdem völlig unterschiedlich viel Geld behalten? In Deutschland entscheidet nicht nur die Höhe des...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Online-Handel: Amazon plant Investitionen von rund 16 Milliarden Euro
24.10.2026

16 Milliarden Euro will Amazon 2027 in Deutschland investieren – ein großer Teil soll in Cloud und KI rund um Frankfurt fließen. Was...

DWN
Finanzen
Finanzen Flucht in die Endlichkeit: Wie ein überforderter Anleihemarkt den Bitcoin-Kurs treibt
24.10.2026

Das US-Finanzministerium kauft seine eigenen Schulden zurück, damit sie überhaupt noch jemand haben mag, und der Bitcoin hat das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft BMW X5 im Test: Warum die fünfte Generation alles anders macht
24.10.2026

Fast 100.000 Euro Einstiegspreis, bis zu 845 Kilometer elektrische Reichweite und ein Auftritt, der kaum zu übersehen ist: Mit dem neuen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kokain am Arbeitsplatz: Wenn ausgerechnet die besten Mitarbeiter abhängig werden
24.10.2026

Kokain ist längst keine Droge mehr, die nur auf Partys konsumiert wird. Immer häufiger erreicht der Konsum auch den Arbeitsalltag....

DWN
Finanzen
Finanzen Aktien kaufen: Diese Branchen könnten den KI-Hype schlagen
24.10.2026

Die Börsen brechen Rekorde, doch der Höhenflug steht auf wackligen Beinen. Wenige Technologiekonzerne treiben die Kurse, während...

DWN
Politik
Politik China macht seine Grenzen dicht: Ein neuer Eiserner Vorhang
24.10.2026

China macht seine Grenzen dicht, und längst trifft es nicht mehr nur politisch unbequeme Bürger. Lehrer, Ärzte und KI-Ingenieure dürfen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: KI-Aktien im Fokus, während die Wall Street im Minus bleibt
23.10.2026

Spannung an den Finanzmärkten: Warum Technologiewerte und Rohstoffe die Anleger derzeit in Atem halten.