Finanzen

DWN-Börsenausblick: Im September wieder Rekorde durch neue Kandidaten im Dax?

Die Börse steht im September vor einem Einschnitt, den man schon als historisch bezeichnen kann.
31.08.2021 16:31
Aktualisiert: 31.08.2021 16:31
Lesezeit: 2 min
DWN-Börsenausblick: Im September wieder Rekorde durch neue Kandidaten im Dax?
Gibt es im September neue Rekorde? (Foto: dpa)

Das deutsche Leitbarometer steht im September vor einem ganz wichtigen Einschnitt: Die Börse wird den Index um zehn Werte von bisher 30 auf 40 Aktien aufstocken. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Die neue Zusammensetzung soll dazu führen, dass im Barometer mehr Branchen als bisher berücksichtigt werden.

Bislang war der Dax sehr stark auf bestimmte Segmente fokussiert. So haben die Chemiebranche und die Autoindustrie dem Index ihren Stempel aufgedrückt, während andere Wirtschaftszweige - beispielsweise die Technologiebranche - nur relativ wenig vertreten waren. Das hat dazu geführt, dass gerade während der Krisenzeit der Pandemie die Probleme der stark präsentierten Branche auch übermäßig die Finanzplätze belastet haben.

Darüber hinaus werden die Kriterien für die Mitgliedschaft im Index verschärft. Beispielsweise muss jetzt ein Unternehmen mindestens zwei Jahre lang profitabel gewirtschaftet haben, um dort vertreten zu sein. Die Fachpresse schreibt ganz klar, dass die Skandale um Wirecard der Grund für diese Änderung im Regelwerk sind.

Der Finanzdienstleister hatte in der jüngsten Vergangenheit mit Bilanzbetrügereien negative Schlagzeilen gemacht. Aber auch der Essens-Serive Delivery Hero soll dafür die Ursache gewesen sein, weil das Unternehmen bislang noch keine schwarzen Zahlen geschrieben hat - und trotzdem zur Elite in der deutschen Börsenliga zählt.

Ein Vertreter der Deutschen Börse wollte dies auf Anfrage der DWN nicht bestätigen, sondern sagte lediglich: "Die Börse überarbeitet regelmäßig die Regeln für die Index-Zusammensetzung. Damit wurde bereits 2020 begonnen. Dabei soll auch an international gültige Standards angeglichen werden. Die offiziellen Kandidaten werden am 3. September bekannt gegeben, am 20 September werden sie dann auch im neuen Index erstmals gehandelt."

Airbus und Zalando wahrscheinlich neu im Dax

Es gibt zwar noch keine offiziellen Informationen, welche Kandidaten in den Index aufrücken werden. Doch werden am Markt schon seit Juli einige Namen gehandelt, die mit Sicherheit vertreten sein werden. Dazu gehören Airbus, Zalando und Siemens Healthineers sowie noch neun weitere potenzielle Neulinge.

Die Anleger erhoffen sich von den Änderungen "frischen Wind" für die Märkte. Vielleicht gibt es dann noch mehr Rekorde als bisher? Aktuell liegt das Allzeithoch bei Werten etwas über 16.000 Punkten.

Fed-Politik bleibt auch im September im Fokus

Neue große Impulse könnte der Index gut gebrauchen. Denn er ist im abgelaufenen Monat gerade einmal um etwa zwei Prozent auf Werte über 15.800 Zähler gestiegen. Einige Male hat er neue Höchststände erreicht, ohne dass es aber ein Kursfeuerwerk gegeben hätte. Die Frage bestimmte die Märkte, wann und welcher Art und Weise die US-Fed ihre sehr lockere Geldpolitik gegen die Pandemie ändert. Bisher hat sie daran festgehalten, aber öfter angedeutet, sie werde die Strategie modifizieren. Auch diese Frage wird weiterhin für die Entwicklung des Dax wichtig sein.

Doch das ist noch nicht alles: Es gibt noch einige Zahlenpräsentationen unterschiedlicher Unternehmen. Beispielsweise wird Broadcom am 2. September seine Zahlen fürs dritte Quartal präsentieren. Die Schätzungen liegen bei 6,56 Dollar. Im Vorjahr hatten die Volumina noch bei 5,40 Dollar je Papier gelegen.

Am selben Tag wird auch Hewlett Packard die Anleger darüber informieren, wie sich die Gewinne im zweiten Quartal entwickelt haben. Die Analysten rechnen mit einem Plus je Aktie von 42 US-Cent. Zwölf Monate zuvor hatte es noch 32 US-Cent für die Börsianer gegeben.

Zusätzlich tritt Oracle an die Anleger heran. Die Analysten gehen davon aus, dass der Gewinn je Aktie im zweiten Quartal bei 1,30 Dollar gelegen hat. Im Vorjahreszeitraum lag das Plus noch bei 1,20 Dollar.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Yen-Intervention erschüttert die EZB und stellt Europas Vertrauen auf die Probe
10.08.2026

Washington stützt den Yen und greift dafür ausgerechnet auf Euro zurück. Dass die EZB erst nach der Intervention informiert wurde,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europa erhitzt sich: Wegen sinkender Flüsse werden Kraftwerke gestoppt
10.08.2026

Über Europa zieht bereits die vierte Hitzewelle dieses Jahres hinweg. Die Hitze wird nicht nur mit Tausenden zusätzlichen Todesfällen in...

DWN
Politik
Politik Rente, Haushalt, Wahlen - welche Probleme auf Merz warten 
10.08.2026

Das Regierungsviertel in Berlin döst noch vor sich hin. Doch ein stürmischer Herbst kündigt sich an: Auf den Kanzler warten nicht nur...

DWN
Finanzen
Finanzen Bankenkrise Europa: Krieg wird zur größten Gefahr für das Finanzsystem
10.08.2026

Europas größte Banken halten militärische Konflikte inzwischen für die gefährlichste Bedrohung ihrer Bilanzen. Eine neue Untersuchung...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Unternehmer Stihl vor Tarifrunde: 35-Stunden-Woche nicht mehr zeitgemäß
10.08.2026

Rückkehr zur 40-Stunden-Woche – für dasselbe Gehalt? Nikolas Stihl sieht die 35-Stunden-Woche als Luxus vergangener Tage. Wie seine...

DWN
Immobilien
Immobilien Wohnungsmangel treibt Preise: Mieten in Deutschland steigen deutlich
10.08.2026

Für Mieter gibt es weiter kaum eine Atempause: Ihre Wohnkosten ziehen kräftig an. Auch bei den Immobilienpreisen geht es bergauf. Die...

DWN
Finanzen
Finanzen Rüstungsbeschaffung: Top-Ökonom wirft Pistorius falsche Investitionen vor
10.08.2026

Droht das Milliarden-Programm für die Bundeswehr zu verpuffen? Top-Ökonom wirft Pistorius fatale Fehlplanung bei der Rüstungsbeschaffung...

DWN
Politik
Politik Regeln für Familiennachzug zu streng: keine Migrationswende mit der SPD
10.08.2026

Gut ein Jahr nach dem vorläufigen Stopp des Familiennachzugs für Geflüchtete mit eingeschränktem Status hat die SPD-Fraktion die...