Deutschland

DIW-Chef: Deutsche Wirtschaft in prekärer Lage

Das deutliche Wirtschaftswachstum in Deutschland im abgelaufenen Jahr ist nach Ansicht von DIW-Chef Marcel Fratzscher kein Grund zur Freude.
15.01.2022 11:31
Aktualisiert: 15.01.2022 11:31
Lesezeit: 1 min

Das deutliche Wirtschaftswachstum in Deutschland im abgelaufenen Jahr ist nach Ansicht von DIW-Chef Marcel Fratzscher kein Grund zur Freude. „Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer prekären Situation“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe) laut Vorabmeldung. „Sie ist wohl im vierten Quartal geschrumpft und könnte auch jetzt im ersten Quartal schrumpfen, wenn die Inzidenzzahlen sich weiter so entwickeln und viele Menschen in den Krankenstand oder in die Quarantäne zwingen“, erläuterte der Ökonom.

Trotz globaler Lieferprobleme und Virus-Pandemie hatte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2021 um 2,7 Prozent zugelegt. Im Schlussquartal allerdings ging die Wirtschaftsleistung einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamts zufolge um 0,5 bis 1,0 Prozent zurück.

Fratzscher sagte, er halte es für sehr unwahrscheinlich, dass die Bundesregierung die Schuldenbremse 2023 wieder einhalten könne. Zuversichtlicher zeigte sich der Chef des Ifo-Instituts, Clemens Fuest. „Dass die Schuldenbremse ab 2023 wieder eingehalten wird, ist schlicht eine Vorgabe des Grundgesetzes“, sagte der Zeitung. Die Schuldenbremse zwinge den Staat, bei den Ausgaben Prioritäten zu setzen. „Wenn die Priorität für Investitionen steigt, sinkt eben die Priorität für konsumptive Ausgaben.“ Er denke nicht, dass 2023 Geld für Investitionen fehlen werde. „Es wird eher so sein, dass das Geld nicht abfließt, weil Planungsverfahren noch nicht abgeschlossen sind.“ Finanzminister Christian Lindner (FDP) hatte am Freitag bekräftigt, die Schuldenbremse ab 2023 einhalten zu wollen.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
Anzeige
DWN
Finanzen
DWN
Finanzen
Finanzen Trump plant Obergrenze für Kreditkartenzinsen – Finanzbranche zeigt sich besorgt
12.01.2026

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Zinsen für Kreditkarten zeitlich befristet begrenzen zu wollen, um Verbraucher vor hohen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU bietet chinesischen E-Auto-Herstellern Alternative zu Zusatz-Zöllen
12.01.2026

Statt die für 2024 geplanten Zusatz-Zölle zu erheben, schlägt die EU Herstellern von in China produzierten Elektroautos eine andere...

DWN
Politik
Politik Großbritannien entwickelt "Nightfall" Raketen für Ukraine
12.01.2026

Großbritannien plant, die Ukraine mit einer neu entwickelten ballistischen Kurzstreckenrakete zu unterstützen. Das...

DWN
Finanzen
Finanzen Powell im Visier der Justiz – Vorwürfe sorgen für Spannungen
12.01.2026

US-Notenbankchef Jerome Powell sieht sich aktuell nicht nur anhaltender Kritik von Präsident Trump ausgesetzt, sondern auch rechtlichen...

DWN
Immobilien
Immobilien Wohnung vermieten leicht gemacht? Diese 7 Fallen sollten Vermieter kennen
12.01.2026

Eine Eigentumswohnung kaufen und danach Wohnung vermieten klingt nach sicherer Rendite. Doch zwischen Kaufvertrag und regelmäßiger Miete...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Saturn-Filialen nehmen ab – Zukunft der Elektronikmarktkette ungewiss
12.01.2026

Das Filialnetz der Elektronikmarktkette Saturn steht vor weiteren Veränderungen. Nach der geplanten Übernahme durch den chinesischen...

DWN
Politik
Politik Trump bekennt Farbe: „Ich brauche kein internationales Recht“
12.01.2026

Donald Trump erklärt offen, dass er sich nicht an internationales Recht gebunden fühlt. In einem Interview mit der New York Times...

DWN
Finanzen
Finanzen Gold steigt auf Rekordhoch: Krisen und Zweifel treiben Anleger in sichere Häfen
12.01.2026

Internationale Spannungen und politische Unsicherheiten in den USA sorgen derzeit für spürbare Nervosität an den Finanzmärkten....