Technologie

Hybrid aus Auto und Flugzeug zugelassen, aber nur mit Pilotenschein

Ein Hybrid aus Auto und Flugtests hat sich in der Luft und auf der Straße bewährt. Die Massenproduktion von erschwinglichen Flugautos rückt näher.
28.01.2022 13:22
Aktualisiert: 28.01.2022 13:22
Lesezeit: 2 min
Hybrid aus Auto und Flugzeug zugelassen, aber nur mit Pilotenschein
Nach der nun erfolgten Zulassung will das Unternehmen den Auto-Flugzeug-Hybrid bald auf den Markt bringen. (Screenshot: YouTube)

Ein Auto, das sich in ein kleines Flugzeug verwandeln kann, hat nach Angaben der Entwickler die Flugtests in der Slowakei mit Bravour bestanden. Das AirCar erhielt von der slowakischen Verkehrsbehörde eine offizielle Zulassung, so das Unternehmen Klein Vision. Zuvor habe der Hybrid aus Auto und Flugzeug über 70 Stunden "strenge Flugtests" absolviert.

Die Testflüge, die mehr als 200 Starts und Landungen umfassten, folgten den Standards der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) , so das Unternehmen in einer Pressemitteilung vom 24. Januar. "Die anspruchsvollen Flugtests umfassten das gesamte Spektrum der Flug- und Leistungsmanöver und zeigten eine erstaunliche statische und dynamische Stabilität im Flugzeugmodus."

Ein Sprecher von des Unternehmens Klein Vision, das von Stefan Klein und Anton Zajac gegründet wurde, sagte zudem gegenüber CNN, dass für das Fliegen des Hybridfahrzeugs eine Pilotenlizenz erforderlich ist. Das Unternehmen hofft, dass man das AirCar innerhalb der nächsten zwölf Monate wird auf den Markt bringen können.

Ein Team von acht Spezialisten habe mehr als 100.000 Stunden damit verbracht, Designkonzepte in mathematische Modelle umzuwandeln, die zur Herstellung des Prototyps führten. Das AirCar werde von einem 1,6-Liter-BMW-Motor angetrieben und läuft mit einem "Treibstoff, der an jeder Tankstelle verkauft wird", so Anton Zajac.

Das Fahrzeug kann in einer maximalen Flughöhe von 18.000 Fuß (5.500 Meter) fliegen, fügte Zajac hinzu. Im Juni absolvierte das fliegende Auto einen 35-minütigen Testflug zwischen den Flughäfen in Nitra und Bratislava. Nach der Landung verwandelte sich das Flugzeug in ein Auto und fuhr ins Zentrum der slowakischen Hauptstadt. "Die AirCar-Zertifizierung öffnet die Tür für die Massenproduktion von sehr effizienten fliegenden Autos", sagte Testpilot Stefan Klein, der Erfinder des Autos und Leiter des Entwicklungsteams.

Kyriakos Kourousis, Vorsitzender der Royal Aeronautical Society's Airworthiness & Maintenance Specialist Group, erklärte gegenüber CNN, dass dies nicht das erste Mal ist, dass ähnliche Fahrzeugtypen zertifiziert wurden. "Wenn das Unternehmen, das an der Zertifizierung beteiligt ist, den Business Case erstellt hat, wird dies zu einem Produkt führen, das den Markt erreichen kann", so Kourousis weiter. "Es ist die Größenordnung, die eine Menge neuer Möglichkeiten für die Beschäftigung und die Entwicklung neuer Technologien schaffen wird."

Zu den weiteren in der Entwicklung befindlichen Fahrzeugen gehört der PAL-V Liberty, ein Tragschrauber, der auch als Straßenfahrzeug genutzt werden kann, vom niederländischen Unternehmen PAL-V. Das Fahrzeug hat von der EASA eine vollständige Zulassungsgrundlage erhalten, muss aber laut der Website des Unternehmens noch die letzte Phase der "Konformitätsdemonstration" durchlaufen.

Kourousis fügte hinzu, dass Fahrzeuge wie das AirCar eines Tages Hubschrauber ersetzen könnten. Die Wahl eines Verbrennungsmotors sei höchstwahrscheinlich getroffen worden, um auf eine bewährte Technologie zurückzugreifen. Doch er glaubt, dass in naher Zukunft vollelektrische oder zumindest hybride Fahrzeuge gebaut werden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Online-Handel: Amazon plant Investitionen von rund 16 Milliarden Euro
24.10.2026

16 Milliarden Euro will Amazon 2027 in Deutschland investieren – ein großer Teil soll in Cloud und KI rund um Frankfurt fließen. Was...

DWN
Finanzen
Finanzen Flucht in die Endlichkeit: Wie ein überforderter Anleihemarkt den Bitcoin-Kurs treibt
24.10.2026

Das US-Finanzministerium kauft seine eigenen Schulden zurück, damit sie überhaupt noch jemand haben mag, und der Bitcoin hat das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft BMW X5 im Test: Warum die fünfte Generation alles anders macht
24.10.2026

Fast 100.000 Euro Einstiegspreis, bis zu 845 Kilometer elektrische Reichweite und ein Auftritt, der kaum zu übersehen ist: Mit dem neuen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kokain am Arbeitsplatz: Wenn ausgerechnet die besten Mitarbeiter abhängig werden
24.10.2026

Kokain ist längst keine Droge mehr, die nur auf Partys konsumiert wird. Immer häufiger erreicht der Konsum auch den Arbeitsalltag....

DWN
Finanzen
Finanzen Aktien kaufen: Diese Branchen könnten den KI-Hype schlagen
24.10.2026

Die Börsen brechen Rekorde, doch der Höhenflug steht auf wackligen Beinen. Wenige Technologiekonzerne treiben die Kurse, während...

DWN
Politik
Politik China macht seine Grenzen dicht: Ein neuer Eiserner Vorhang
24.10.2026

China macht seine Grenzen dicht, und längst trifft es nicht mehr nur politisch unbequeme Bürger. Lehrer, Ärzte und KI-Ingenieure dürfen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: KI-Aktien im Fokus, während die Wall Street im Minus bleibt
23.10.2026

Spannung an den Finanzmärkten: Warum Technologiewerte und Rohstoffe die Anleger derzeit in Atem halten.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Erfolgreich mit Bio-Erdnüssen: Zwei Bauern sparen mit KI 90 Prozent der Arbeitskosten
23.10.2026

Trockenheit wird für Europas Landwirtschaft zum immer größeren Problem. Zwei Brüder aus Österreich reagieren darauf mit einer...