Wirtschaft

US-Handelsdefizit steigt auf Rekordhöhe, Biden macht China verantwortlich

Das US-Handelsdefizit ist 2021 auf 859 Milliarden Dollar angestiegen. Präsident Biden macht - wie schon sein Vorgänger Trump - China dafür verantwortlich.
08.02.2022 15:38
Lesezeit: 1 min
US-Handelsdefizit steigt auf Rekordhöhe, Biden macht China verantwortlich
US-Präsident Joe Biden macht China für das rekordhohe Handelsdefizit verantwortlich. (Foto: dpa) Foto: Patrick Semansky

Das chronische Defizit in der US-Handelsbilanz ist im vergangenen Jahr so hoch ausgefallen wie noch nie. Die Importe übertrafen die Exporte um mehr als 859 Milliarden Dollar, wie das Handelsministerium am Dienstag in Washington mitteilte. 2020 waren es noch knapp 677 Milliarden Dollar. Allein das Defizit mit China stieg im vergangenen Jahr um 45 Milliarden auf gut 355 Milliarden Dollar, das mit der EU um 35 Milliarden auf fast 220 Milliarden Dollar.

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat das traditionell hohe Defizit immer wieder als Zeichen dafür gedeutet, dass sein Land von anderen Staaten über den Tisch gezogen werde - und deshalb Handelskonflikte angezettelt, etwa mit China.

Die USA fordern China auf, die Verpflichtungen der Handelsabkommen von 2020 und 2021 einzuhalten. Die US-Regierung verliere die Geduld, da Peking in den vergangenen Monaten keine wirklichen Anstalten gemacht habe, den Zusagen nachzukommen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus Regierungskreisen in Washington.

Im Rahmen des unter Ex-Präsident Trump ausgehandelten "Phase 1"-Handelsabkommens hatte sich China verpflichtet, zusätzliche US-Waren und -Dienstleistungen im Wert von 200 Milliarden Dollar zu kaufen. Bis November hat China nur etwa 60 Prozent des Ziels erreicht, wie aus Handelsdaten des Peterson Institute for International Economics hervorgeht.

US-Präsident Joe Biden hatte betont, dass das Handelsabkommen die Kernprobleme mit der staatlich gelenkten Wirtschaft Chinas nicht angehe. Aber US-Vertreter hatten Chinas Behörden gedrängt, die Vereinbarung einzuhalten.

Chinas Außenministerium erklärte, beide Staaten sollten Handelsfragen auf der Grundlage gegenseitigen Respekts klären. Es gebe keine Gewinner bei Handelskonflikten. Ein Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington hatte bereits vorige Woche gesagt, Peking habe sich bemüht, das "Phase 1"-Abkommen "trotz der Auswirkungen von Corona, der globalen Rezession und der Unterbrechung der Lieferketten" umzusetzen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Neue deutsch emiratische Investitionen stärken Dubais Standortrolle

Die Zeiten, in denen eine Firma vor allem am eigenen Standort und nur begrenzt darüber hinaus florieren wollte, sind vorbei. Heute sind...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Landgericht Frankfurt entscheidet: Meta muss für betrügerische Social-Media-Anzeigen haften
17.09.2026

Fake-Werbung auf Plattformen wie Facebook und Instagram bleibt für Meta nicht länger ohne rechtliche Folgen. Nach einer Entscheidung des...

DWN
Politik
Politik Unerwartete Wende: Russland behält Kontrolle über wichtige Basen am Mittelmeer
17.09.2026

Nach dem Sturz von Bashar al-Assad schien Russlands militärische Präsenz in Syrien infrage zu stehen. Doch nun zeigt sich eine...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiekrise in Europa: Warum Anleger plötzlich profitieren können
17.09.2026

Die Ruhe an Europas Energiemärkten war offenbar nur geliehen. Öl und Gas verteuern sich wieder, die Inflation bleibt hartnäckig und die...

DWN
Panorama
Panorama Zuwanderung bremst Trend: Immer mehr Menschen in Deutschland leben wieder in Familien
17.09.2026

Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland wohnt zusammen mit Eltern oder Kindern in einem Haushalt. Nach einer langen Phase des...

DWN
Politik
Politik Überwachung und Chat-Weitergabe: BGH lässt EuGH-Datenschutzregeln im Privatleben klären
17.09.2026

Darf man Angehörige heimlich filmen oder private WhatsApp-Nachrichten an Dritte weiterleiten? Zwei verfahrene Alltagsstreitigkeiten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Comeback mit Verbrennungsmotoren: Volvo schaltet auf gemischten Antrieb um
17.09.2026

Volvo will den Weg aus der Krise schaffen und setzt dabei wieder verstärkt auf Verbrenner. Neue Fahrzeugmodelle sollen dem schwedischen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gewerkschaftsstudie: Gesenkte Gastronomie-Mehrwertsteuer bringt Gästen keine Preisvorteile
17.09.2026

Seit Jahresbeginn gilt für Restaurantspeisen der reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent. Trotzdem verzeichnen Verbraucher...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Industrie: Fertigungssektor verzeichnet historischen Höchststand bei Auftragsreserven
17.09.2026

Der krisenerschütterte Industriesektor blickt dank prall gefüllter Orderbücher optimistischer auf eine mögliche Überwindung der...