Deutschland

Viele Baustoffe verzeichnen stärksten Preisanstieg seit 1949

Baustoffe wie Holz und Stahl haben sich so stark verteuert wie noch nie seit Beginn der Erhebung. Dies hat eine Reihe von Ursachen.
10.02.2022 09:21
Aktualisiert: 10.02.2022 09:21
Lesezeit: 1 min
Viele Baustoffe verzeichnen stärksten Preisanstieg seit 1949
Teure Baustoffe machen sich überall am Bau bemerkbar. (Foto: dpa) Foto: Patrick Pleul

Lieferengpässe, knappe Rohstoffe und eine erhöhte Nachfrage haben das Bauen in Deutschland im vergangenen Jahr stark verteuert. Erzeugerpreise für einzelne Baustoffe wie Holz und Stahl seien im Jahresdurchschnitt so stark wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949 gestiegen, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte.

So verteuerten sich Konstruktionsvollholz um 77,3 Prozent, Dachlatten um 65,1 und Bauholz um 61,4 Prozent. "Selbst die Preise für Spanplatten, für die in der Regel das Abfallprodukt Sägespäne genutzt wird, stiegen um 23,0 Prozent", so die Statistiker.

Auch die Stahlpreise treiben die Kosten auf dem Bau in die Höhe: Betonstahl in Stäben war im Jahresschnitt um 53,2 Prozent teurer, Betonstahlmatten kosteten 52,8 Prozent mehr als 2020. Betonstahl wird unter anderem im Rohbau zur Verstärkung von Bodenplatten, Decken oder Wänden eingesetzt.

Metalle waren insgesamt um gut ein Viertel teurer. So kostete Halbzeug aus Kupfer und Kupferlegierungen, das etwa für den Heizungsbau oder in der Elektroinstallation genutzt wird, 26,9 Prozent mehr.

Preistreibend wirkten auch gestiegene Energiepreise. Bitumen auf Erdölbasis verteuerte sich um 36,1 Prozent. Dieser Baustoff wird unter anderem im Straßenbau verwendet, aber auch zur Abdichtung von Dächern, Gebäuden und Fundamenten gegen das Eindringen von Wasser.

"Die insgesamt hohen Energiepreise waren auch ein Grund für höhere Teuerungsraten bei im Bausektor vielfach genutzten chemischen Produkten", erklärte das Bundesamt. So lagen die Erzeugerpreise für Dämmplatten aus Kunststoff wie Polystyrol um 20,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Epoxidharz, ein wichtiges Bindemittel für Farben und Lacke, verteuerte sich sogar um 28,9 Prozent.

Mit den Baumaterialen verteuerten sich auch Bauleistungen. Insgesamt kostete der Neubau von Wohngebäuden 9,1 Prozent mehr. Trotzdem wurden in Deutschland zuletzt mehr Genehmigungen für Neubauten eingeholt – auch infolge staatlicher Förderungsanreize. So endete am 31. März 2021 die Antragsfrist für das Baukindergeld. Dies führte zu einem Boom von Baugenehmigungen im ersten Quartal.

Von Januar bis November 2021 stieg die Zahl der Baugenehmigungen von neuen Wohn- und Nichtwohngebäuden um 4,5 Prozent auf rund 145.000, dem höchsten Wert seit 2006.

In neu geplanten Wohngebäuden wurden von Januar bis November 2021 rund 293.000 Wohnungen genehmigt, 1,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei stieg die Zahl der Baugenehmigungen für Zweifamilienhäuser um 24,6 Prozent. Bei Einfamilienhäusern und Mehrfamilienhäusern kam es dagegen nur zu einer leichten Erhöhung um 1,2 beziehungsweise 0,5 Prozent.

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