Politik

Russland zieht zwei Millionen Reservisten ein

In der Nacht vom 18. auf den 19. Februar 2022 hat Russlands Präsident Putin ein Dekret unterzeichnet, wonach im Jahr 2022 zwei Millionen Reservisten eingezogen werden sollen. Währenddessen weist Kiew russische Berichte, wonach das ukrainische Militär den Donbass angreifen wolle, entschieden zurück.
18.02.2022 22:19
Aktualisiert: 18.02.2022 22:19
Lesezeit: 1 min
Russland zieht zwei Millionen Reservisten ein
Wladimir Putin (M), Präsident von Russland, und Sergei Schoigu (l), Verteidigungsminister von Russland, besuchen den Truppenübungsplatz Kapustin Jar. (Foto: dpa) Foto: Mikhail Klimentyev

In der Nacht vom 18. auf den 19. Februar 2022 hat der russische Präsident Wladimir Putin ein Dekret unterschrieben, wonach zwei Millionen Reservisten eingezogen werden sollen, berichtet „RIA Novosti“. Sie sollen beim Militär, bei den föderalen Sicherheitsdiensten und bei den Sicherheitsbehörden dienen. In der offiziellen Begründung geht es um eine angebliche Militärübung gehen. Kiew hat Vorwürfe, wonach die ukrainische Armee eine Offensive gegen die Donbass-Region plant, zurückgewiesen. Am späten Abend des 18. Februars 2022 teilte das ukrainische Außenministerium laut der staatlichen ukrainischen Nachrichtenagentur „Ukrinform“ mit:

„Ukrainische Staatsbürger leben auf beiden Seiten der Kontaktlinie. Ihr Frieden, ihre Sicherheit und ihr Wohlstand haben für den ukrainischen Staat absolute Priorität. Behauptungen, dass die ukrainischen Behörden angeblich beabsichtigen, eine Offensive in den vorläufig besetzten Teilen der Gebiete Donezk und Luhansk zu starten, entsprechen nicht der Wirklichkeit. Die Ukraine führt keine Sabotageakte im Donbass durch und plant auch keine (…) Stattdessen beobachten wir, wie die Russische Föderation eine Kampagne zur Verbreitung von Massendesinformationen startet, die Zahl der Beschießungen ukrainischer Stellungen und ziviler Infrastruktur mit den durch die Minsker Abkommen verbotenen Waffen erhöht und die Sicherheitslage eskaliert.“

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit: „Wir weisen kategorisch russische Desinformationsberichte über angebliche Offensivoperationen oder Sabotageakte der Ukraine in chemischen Produktionsanlagen zurück. Die Ukraine führt oder plant keine derartigen Aktionen im Donbass. Wir sind ausschließlich der diplomatischen Konfliktlösung verpflichtet.“

Westliche Beobachter werfen Moskau vor, einen Kriegsvorwand schaffen zu wollen, während Moskau dem Westen dasselbe vorwirft.

Die US-Regierung hat Russland erneut vor dramatischen wirtschaftlichen Folgen im Falle eines Einmarsches in die Ukraine gewarnt. Der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, Daleep Singh, sagte am Freitag in Washington, sollte sich Moskau für eine Invasion in das Nachbarland entscheiden, würde Russland von globalen Finanzmärkten isoliert werden und den Zugang zu modernsten Technologien verlieren. „Die Kosten für Russland wären immens“, mahnte Singh. „Russland müsste mit starken Kapitalabflüssen, wachsendem Druck auf seine Währung, steigender Inflation, höheren Kreditkosten, wirtschaftlichen Einbrüchen und einem Rückgang seiner Produktionskapazität rechnen.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Finanzen
Finanzen Staatsverschuldung: Wie teuer Deutschlands Schulden jetzt werden
20.10.2026

Deutschlands Staatsschulden wachsen, während die Zinsen an den Anleihemärkten steigen. Der Bund muss immer mehr Geld aufnehmen und...

DWN
Politik
Politik Sonntagsumfrage: AfD bleibt stärkste Kraft
20.10.2026

Die AfD liegt in der YouGov-Umfrage weiter vorn, während sich bei mehreren Parteien kaum etwas bewegt. Welche Verschiebungen es im...

DWN
Finanzen
Finanzen Vier Jahre Kursentwicklung an der Wall Street: Jetzt wird der Aufschwung auf die Probe gestellt
20.10.2026

Der US-Aktienmarkt hat sich in vier Jahren mehr als verdoppelt. Doch hohe Zinsen und Finanzierungssorgen für den KI-Boom haben nun für...

DWN
Finanzen
Finanzen Buffer-ETFs: Warum der Airbag fürs Depot vor allem Rendite kostet
20.10.2026

Buffer-ETFs versprechen Aktienrenditen ohne die schlaflosen Nächte. In den USA ist daraus ein 78-Milliarden-Dollar-Business geworden, in...

DWN
Politik
Politik Verhandlungen ohne Selenskyj: Trump plant Dreier-Treffen mit Putin und Xi
20.10.2026

US-Medienberichten zufolge könnte sich ein Treffen mit Putin und Xi im November am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft E20-Benzin wartet auf grünes Licht: Wird der Kraftstoff günstiger?
20.10.2026

Drei deutsche Europaabgeordnete fordern Brüssel auf, E20-Benzin einzuführen. Sie argumentieren unter anderem damit, dass ein höherer...

DWN
Finanzen
Finanzen Der Markt hat den Verstand verloren: Ich kaufe heute Micron-Aktien nach
20.10.2026

Die Micron-Aktie ist seit ihrem Sommerhoch um fast 30 Prozent gefallen, allein in fünf Handelstagen verlor sie rund 15 Prozent. Technische...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinas Energiewende: Zehn zentrale Erfolge und Lehren für Europa
20.10.2026

China hat seine Energiewende eng mit Industriepolitik und Versorgungssicherheit verknüpft. Das Ergebnis ist widersprüchlich, aber...