Politik

IWF und Weltbank wollen Ukraine-Krieg finanzieren

Der IWF und die Weltbank stellen der Ukraine viele Milliarden Dollar für den Krieg gegen Russland in Aussicht. Doch sie greifen nicht nur mit Geld ein.
02.03.2022 10:44
Lesezeit: 1 min

Der Internationale Währungsfonds (IWF) teilte in der Nacht zu Mittwoch mit, über Notfallfinanzierungen könne bereits nächste Woche entschieden werden. Außerdem gebe es weiter Gespräche mit der Ukraine über ein Hilfsprogramm, aus dem bis Ende Juni zusätzlich 2,2 Milliarden Dollar fließen könnten.

Die Weltbank erklärte, in den kommenden Monaten ein 3 Milliarden Dollar schweres Paket zu schnüren. Bereits diese Woche soll eine erste Auszahlung in Höhe von 350 Millionen Dollar fließen. Diese soll Insidern zufolge der Ukraine zur freien Verwendung stehen, also nicht an Auflagen geknüpft sein. Laut Weltbank ist auch eine 200 Millionen Dollar umfassende Soforthilfe für die Bereiche Gesundheit und Bildung geplant.

Beide in Washington angesiedelten Finanzorganisationen sagten auch Nachbarländern der Ukraine Hilfe zu, um jetzt Flüchtlinge aufzunehmen und zu versorgen. Mehr als 660.000 Menschen sind bereits nach der russischen Invasion aus der Ukraine geflüchtet.

IWF-Chefin Kristalina Georgiewa und Weltbank-Präsident David Malpass sagten in einer gemeinsamen Erklärung, durch den Krieg in der Ukraine stiegen die Rohstoffprise weiter und heizten damit die ohnehin schon hohe Inflation an, was vor allem arme Menschen hart treffe. "Verwerfungen auf den Finanzmärkten werden sich verschlimmern, sollte der Konflikt anhalten." Außerdem würden die vom Westen verhängten Sanktionen gegen Russland Auswirkungen auf die Wirtschaft haben.

US-Finanzministerin Janet Yellen sagte am Dienstagabend nach Beratungen der sieben führenden Industrienationen (G7), eine spezielle Arbeitsgruppe solle helfen, Vermögenswerte von Russen einzufrieren und zu beschlagnahmen.

Bundesfinanzminister Christian Lindner hatte nach dem G7-Treffen betont, die Sanktionen zeigten bereits Wirkung, teilweise über den Erwartungen. Die Kriegskasse von Russlands Präsident Wladimir Putin sei empfindlich getroffen. In den nächsten Tagen solle über weitere Strafmaßnahmen entschieden werden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Unternehmen
Unternehmen Showdown in Brüssel: Letzte Woche für Musks X vor Rekordstrafe
09.03.2026

Das Ultimatum aus Brüssel steht: Für Elon Musks Nachrichtendienst X beginnt die entscheidende Woche im Machtkampf mit der Europäischen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Einkommensschere öffnet sich weiter: Ostdeutsche Haushalte fallen 2025 zurück
09.03.2026

Die wirtschaftliche Angleichung zwischen Ost und West gerät ins Stocken: Im Jahr 2025 hat sich die Kluft bei den verfügbaren Einkommen...

DWN
Politik
Politik SIPRI-Bericht: Europa verdreifacht Waffenimporte – Deutschland überholt China
09.03.2026

Europas Staaten rüsten massiv auf: Laut neuesten Daten des Friedensforschungsinstituts SIPRI haben sich die Waffenimporte auf dem...

DWN
Finanzen
Finanzen Ölpreis explodiert: Höchster Stand seit 2022 – Börsen aktuell mächtig unter Druck
09.03.2026

Der Ölpreis steigt rasant und sorgt weltweit für Nervosität. Nach neuen Angriffen im Nahen Osten reagieren die Märkte heftig, während...

DWN
Politik
Politik Cem Özdemir gewinnt Landtagswahl Baden-Württemberg: Fünf Erkenntnisse und zwei offene Fragen
09.03.2026

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg hat einen überraschenden Sieger, historische Niederlagen und eine erstarkte AfD hervorgebracht....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Smart Infrastructure: Siemens investiert 200 Millionen Euro in Standort Amberg
09.03.2026

Siemens will seinen Standort in Amberg ausbauen. Mit dem bis 2030 geplanten Neubau will der Konzern seine Wettbewerbsfähigkeit stärken...

DWN
Technologie
Technologie Nutzfahrzeugflotte in Europa: E-Mobilität bleibt Randerscheinung
09.03.2026

Die Nutzfahrzeugflotte in Europa wächst Jahr für Jahr und wirkt doch wie aus der Zeit gefallen. Während Brüssel Klimaziele verschärft...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VW-Aktie: Betriebsrat will Wolfsburg stärken – Ausblick auf neuen VW Golf 9
08.03.2026

Volkswagen zeigt erstmals den elektrischen VW Golf 9 – allerdings nur als Umriss. Wie Betriebsratschefin Cavallo die Zukunft des...