Finanzen

Trotz Inflation und Zinsflaute: Sparer bleiben Sparbuch treu

Trotz gestiegener Inflationsraten legen die meisten Menschen in Deutschland ihr Geld weiterhin in kaum verzinsten Sparformen an. Bei einer Umfrage im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Banken (BdB) gaben 45 Prozent an, Geld auf dem Sparbuch zu parken.
15.04.2022 15:11
Lesezeit: 1 min
Trotz Inflation und Zinsflaute: Sparer bleiben Sparbuch treu
EURO Geldscheine liegen am 15.03.2016 in Nürnberg (Bayern) in einem Sparbuch. (Foto: dpa) Foto: Daniel Karmann

Trotz gestiegener Inflationsraten legen die meisten Menschen in Deutschland ihr Geld weiterhin in kaum verzinsten Sparformen an. Bei einer Umfrage im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Banken (BdB) gaben 45 Prozent an, Geld auf dem Sparbuch zu parken. Auf Tages- oder Festgeld setzen 38 Prozent. Die Anteile blieben gegenüber der Umfrage vom vergangenen Jahr unverändert. Mehrfachnennungen waren möglich.

Die genannten Sparformen werfen in der Zinsflaute kaum oder gar nichts ab. Auf Tagesgeldkonten verlangen inzwischen immer mehr Institute ab bestimmten Summen sogar Negativzinsen. Ein Drittel (33 Prozent) der 1000 befragten Anlegerinnen und Anleger besitzt laut der Umfrage aber auch Aktien, Anteile an Fonds oder andere Wertpapiere. Ein Jahr zuvor waren es 31 Prozent.

Den Angaben zufolge investieren inzwischen mehr als 6 Millionen Menschen in Deutschland in nachhaltige Geldanlagen. Damit habe sich ihre Zahl seit 2019 mehr als verdoppelt. „Vor allem Wissenslücken und fehlende Informationen halten viele Anlegerinnen und Anleger von nachhaltigen Geldanlagen noch ab“, erläuterte BdB-Hauptgeschäftsführer Christian Ossig.

Zwar hat den Angaben zufolge die Hälfte der Befragten schon einmal den Begriff „nachhaltige Geldanlage“ gehört. Rund ein Drittel davon weiß aber nicht, was sich genau dahinter verbirgt. Ossig sieht dabei noch „deutlich Luft nach oben“, gerade auch bei Menschen mit geringerem Verdienst. „Denn noch ist es leider zu oft eine Frage des Einkommens, ob in "grüne Anlagen" investiert wird.“ Der Umfrage zufolge setzen Anleger umso mehr auf Nachhaltigkeit, je höher das Einkommen ist. So sagte jeder Vierte, dessen monatliches Haushaltsnettoeinkommen 3500 Euro übersteigt, dass er «nachhaltig» anlegt.

Unter nachhaltige Geldanlagen werden Investements verstanden, die Umweltfaktoren, soziale Verantwortung und gute Unternehmensführung einbeziehen. Die EU hatte vergangenen Dezember konkrete Kriterien für klimafreundliche Investitionen festgelegt und trotz breiter Kritik vorgeschlagen, Investitionen in Gas und Atomkraft übergangsweise als nachhaltige Geldanlagen einzustufen. Erneuerbare Energien sind in dem Klassifizierungssystem namens Taxonomie bereits als klimafreundlich eingestuft.

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