Wirtschaft

Russland stoppt Edelgas-Exporte, globale Chip-Herstellung in Gefahr

Russland hat den Export von Edelgasen beschränkt, darunter Neon für die Herstellung von Computerchips. Die globalen Engpässe drohen sich zu verschärfen.
04.06.2022 12:41
Aktualisiert: 04.06.2022 12:41
Lesezeit: 1 min

Russland hat die Ausfuhr von Edelgasen wie Neon, einem wichtigen Rohstoff bei der Herstellung von Computerchips, bis Ende 2022 stark eingeschränkt. Auf diese Weise will das Land, das vom Westen mit umfassenden Sanktionen belegt wurde, seine Marktposition stärken, wie das russische Handelsministerium am Donnerstag mitteilte.

Russlands Exportbeschränkungen für Edelgase könnten die anhaltenden Versorgungsengpässe auf dem globalen Chipmarkt noch weiter verschärfen. Die Ukraine war einer der weltweit größten Lieferanten von Edelgasen, bis sie im März die Produktion in ihren Werken in den Städten Mariupol und Odesa einstellte.

Mehr zum Thema: Wegen Ukraine-Krieg: Hälfte der weltweiten Neongas-Produktion unterbrochen

Wie die russische Regierung bereits am 30. Mai mitteilte, werden Exporte von Edelgasen, die Russland früher nach Japan und in andere Länder lieferte, bis zum 31. Dezember nur noch mit staatlicher Sondergenehmigung erlaubt sein.

Der Schritt biete die Gelegenheit, "die unterbrochenen Ketten neu zu ordnen und neue Ketten aufzubauen", sagte der stellvertretende Handelsminister Wassili Schpak am Donnerstag gegenüber Reuters über den Pressedienst des Ministeriums. Nach Schätzungen des Ministeriums entfallen 30 Prozent des weltweiten Angebots an drei Edelgasen - Neon, Krypton und Xenon - auf Russland.

Taiwan, der weltweit führende Hersteller von Chips, verhängte Ausfuhrbeschränkungen für dieses Produkt nach Russland, nachdem Moskau am 24. Februar Tausende von Truppen in die Ukraine geschickt hatte.

"Wir planen, unsere Produktionskapazität (von Edelgasen) in naher Zukunft zu erhöhen. Wir glauben, dass wir die Möglichkeit haben werden, uns in dieser globalen Kette Gehör zu verschaffen, und dies wird uns einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, wenn es notwendig ist, Verhandlungen mit unseren Kollegen zum gegenseitigen Vorteil zu führen", sagte Shpak.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Der wachsende Trend zu digitalen Zusatzeinkommen im deutschen Mittelstand

Wirtschaftliche Unsicherheit und steigende Lebenshaltungskosten verändern das Verhältnis vieler Beschäftigter und Selbstständiger zu...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Fiskalischer Spitzenreiter: Wie Deutschland seinen Bürgern am meisten abknöpft
09.07.2026

Eine Analyse zur Steuerbelastung in Europa zeigt für das Jahr 2026 eine bittere Wahrheit für deutsche Steuerzahler: Die Bundesrepublik...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft China-Export: Warum der Westen an billigen Waren aus China erstickt
09.07.2026

China produziert mehr, als die eigene Bevölkerung kaufen kann, und drückt immer aggressiver auf die Weltmärkte. Für Europa wird diese...

DWN
Politik
Politik Durchgepeitschte Reformen: Karlsruhe lässt Koalition trotz Verfahrenskritik gewähren
09.07.2026

Das Bundesverfassungsgericht hat die Eilanträge der Opposition gegen das Gesundheits-Sparpaket und das Heizungsgesetz abgewiesen. Damit...

DWN
Politik
Politik Krise im Rathaus: Wegner immer mehr in der Defensive
09.07.2026

Rund zwei Monate vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus steht der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) massiv unter Druck. Nach...

DWN
Unternehmen
Unternehmen SAP-Aktie: EU-Kartellverfahren beendet - SAP entgeht Millionenstrafe durch Zusagen
09.07.2026

Der Softwarekonzern SAP hat eine drohende EU-Wettbewerbsstrafe in letzter Sekunde abgewendet. Nach Vorwürfen der EU-Kommission, der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VW-Aktie: Showdown in Wolfsburg - Bundesweite Proteste gegen VW-Sparpläne
09.07.2026

Mit einem bundesweiten Aktionstag stemmt sich die IG Metall gegen drohende Werksschließungen und massiven Jobabbau bei Volkswagen....

DWN
Politik
Politik Überraschende Wende: EU-Parlament ebnet Weg für Chatkontrolle
09.07.2026

Das EU-Parlament hat trotz massiver Kritik den Weg frei gemacht, private Chats befristet auf Kindesmissbrauch zu scannen. In einer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Exporte trotzen Iran-Krieg: Deutschland überrascht die Märkte
09.07.2026

Lichtblick für die deutsche Wirtschaft: Die deutschen Exporte legen im Mai erneut zu – vor allem dank eines starken Geschäfts mit den...