Politik

Selbstständige können vom Mindestlohn nur träumen

Lesezeit: 1 min
06.01.2014 02:11
In Deutschland verdienen 330.000 Unternehmer mit einer kleinen Zahl an Angestellten weniger als 8,50 Euro pro Stunde. Wenn der allgemeine Mindestlohn kommt, haben sie weniger Einkommen als die eigenen Mitarbeiter. Ein-Mann-Betriebe können grundsätzlich auf keinen Mindestlohn setzen: Sie müssen davon leben, was sie erwirtschaften.
Selbstständige können vom Mindestlohn nur träumen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Ein Viertel der Selbstständigen in Deutschland verdient weniger als der geplante allgemeine Mindestlohn von 8,50 Euro. Hunderttausende von ihnen könnten künftig weniger verdienen als ihre Angestellten, wenn der allgemeine Mindestlohn eingeführt wird.

Circa 1,1 Millionen der 4,4 Millionen Selbstständigen haben vor Steuern weniger als 8,50 Euro Stundenlohn, zitiert Die Welt Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Die meisten dieser Unternehmer haben keine Mitarbeiter.

Es gibt aber auch 330.000 Selbstständige, die Arbeitnehmer beschäftigen und dennoch nicht auf 8,50 Euro kommen. Wenn der allgemeine Mindestlohn eingeführt wird, verdienen sie weniger als die eigenen Angestellten.

Bei den Ein-Mann-Unternehmern verdienen 31 Prozent weniger als 8,50 Euro pro Stunde. Aber auch bei den Unternehmern mit Angestellten sind es 17 Prozent. Bei Arbeitnehmern haben derzeit nur 15 Prozent ein Gehalt von weniger als 8,50 Euro.

Michael Hüther, Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) sagt: „Wirre Köpfe müssten nun als Ergänzung zum Mindestlohn Mindestpreise oder Mindestgewinne oberhalb des Hartz-IV-Anspruchs fordern.“

Der Mindestlohn könnte dazu führen, dass es noch mehr Selbstständige mit niedrigen Einkommen gibt. „Denn der Friseursalonbesitzer, der den Mindestlohn nicht zahlen will, kann immer noch seine Angestellten entlassen und dann seine Waschbecken an freischaffende Friseure vermieten“, sagt Marcel Thum, der Direktor des Wirtschaftsforschungsinstituts ifo Dresden.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Politik
Politik Große Depression steht der Welt noch bevor – Kursfeuerwerk an den Börsen ist eine Illusion

Dem US-Analysten James Rickards zufolge ist das Schlimmste im Verlauf der Corona-Krise noch nicht überstanden. Die Welt geht einer Großen...

DWN
Finanzen
Finanzen Anders als die EZB: Ungarn könnte als erstes EU-Land die Zinsen anheben

Ungarns Notenbank wird im Kampf gegen eine steigende Inflation möglicherweise schon im Juni die Zinsen anheben. Das Land gehört nicht zur...

DWN
Finanzen
Finanzen Inflations-Angst: Bitcoin und Gold existieren außerhalb des Fiat-Geldsystems

Bitcoin und Gold werden von Investoren geschätzt, weil sie neben dem Fiat-Geldsystem als dezentrale Eigentumsformen bestehen können. Doch...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Konkurrent Ethereum setzt seinen Höhenflug fort

Ethereum eilt von Allzeithoch zu Allzeithoch. Damit entkoppelte sich die Währung in den letzten Wochen vom restlichen Kryptomarkt, der...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche zahlen weltweit höchste Steuern und Abgaben: Nun wollen Baerbock und Scholz eine Vermögenssteuer einführen

Nirgendwo auf der Welt ist die Steuer- und Abgabenlast so hoch wie in Deutschland. Grüne, SPD und Linke wollen jetzt noch eine...

DWN
Deutschland
Deutschland In diesen Städten gibt es das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für Eigentumswohnungen

Dortmund bietet einer Studie zufolge das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für Eigentumswohnungen.

DWN
Politik
Politik Laschet gegen Judenhass: Alle deutschen Staatsbürger müssen Staatsräson zum Schutz Israels teilen

Deutliche Worte des CDU-Chefs Armin Laschet gegen Judenhass. Die deutsche Staatsräson zum Schutz Israels erstreckt sich nach seinen Worten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Baubranche leidet unter erheblichem Materialmangel

Die deutsche Baubranche leidet derzeit unter einem erheblichen Mangel an Grundstoffen und Vorprodukten.