Politik
Anzeige

EU-Immobilien-Sanierungszwang: Gut gedacht, schlecht gemacht

Effizientes Sanieren von Immobilien, um Energie zu sparen, ist im Prinzip eine gute Sache. Doch die EU-Pläne zum Sanierungszwang bis 2030 könnten viele Hausbesitzer in Existenznot bringen. Das wird sich am Ende auch auf Mieter niederschlagen. Bleibt es für Hausbesitzer und Vermieter bezahlbar?
17.04.2023 14:35
Lesezeit: 2 min

Bis 2050 soll die EU nach Willem der Kommission klimaneutral sein, doch bis dann muss sich noch so manches tun. Unter anderem sollen besonders energieineffiziente Gebäude saniert werden – es soll also in langer Sicht durch die Sanierung von Altbauten Energie gespart werden. Viele deutsche Hausbesitzer werden betroffen sein, darunter auch viele, die es sich möglicherweise nicht leisten können, ihr Haus oder ihre Wohnung energetisch zu sanieren.

Starke Kritik kommt vor allem von der CDU und FDP, sowie Eigentümerverbände, darunter Haus & Grund. Es geht um Befürchtungen, dass hohe und teure Sanierungskosten auf Hausbesitzer zukommen könnten, die nicht bezahlbar sind.

„Wir können die Kosten im Kampf gegen den Klimawandel nicht auf Omas Häuschen abwälzen“, so der CDU-Europaabgeordnete Dennis Radtke. Die Grünen-Parlamentarierin Jutta Paulus entgegnet, dass das Ziel sei, den Energieverbrauch von Gebäuden deutlich zu senken und so den Geldbeutel von Verbrauchern zu schonen. Der Präsident des Eigentümerverbands Haus & Grund, Kai Warnecke, warnt jedoch vor einem dramatischen Wertverlust, besonders bei älteren Gebäuden.

Hintergrund: Warum sieht sich die EU-Kommission zum Handeln gezwungen?

Das Hauptziel der EU ist es, die Treibhausgas-Emissionen zu senken. Nach Angaben der Kommission sind Gebäude für rund 40 Prozent des Energieverbrauchs und rund ein Drittel der Treibhausgasemissionen in der EU verantwortlich. Wenn Häuser besser gedämmt sind oder moderne Heizungen eingebaut werden, kann das den Energiebedarf erheblich senken.

Die geplante Gesetzesänderung ist Teil des Klimapakets „Fit for 55“, mit dem die Netto-Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt werden sollen. Langfristig gesehen sollen Bewohnerinnen und Bewohner durch geringeren Energieverbrauch vor sprunghaften Kosten durch Energiepreise geschützt werden.

Was genau auf Immobilienbesitzer zukommt, bis wann saniert werden muss, wie saniert werden muss, was passiert, wenn man sich die Sanierung nicht leisten kann und ob es EU-Zuschüsse und Fördermittel gibt für die Sanierungpflicht, haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengefasst.


DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Japan: Der Feind ist nicht das Elektroauto, der Feind ist der Kohlenstoff
19.07.2026

Autos aus diesem asiatischen Land stehen ganz oben auf der Wunschliste potenzieller Käufer. Zu den Stärken der Branche zählen die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Niedrige Geburtenrate: Warum weniger Kinder die Wirtschaft produktiver machen könnten
19.07.2026

Weniger Kinder, weniger Arbeitskräfte, weniger Wachstum: Diese Rechnung klingt logisch, könnte aber falsch sein. Eine neue Studie zeigt,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Hackergruppen 2026: Diese Cyber-Elite greift Deutschlands Unternehmen an
19.07.2026

Sie knacken nicht nur Passwörter, sondern manipulieren Helpdesks, missbrauchen Fernzugriffe und stehlen sogar biometrische Daten. Die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Von Bauunternehmen bis hin zu Energieversorgern: Das sind die unerwarteten Gewinner des KI-Booms
19.07.2026

Für zahlreiche Unternehmen aus klassischen Industriezweigen – von Bergbauunternehmen bis hin zu Herstellern von Kühlsystemen – hat...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Opel-Chef Florian Huettl: Kann sein leiser Kurs die Traditionsmarke retten?
18.07.2026

Andere Automanager inszenieren sich, Florian Huettl hört lieber Kunden und Händlern zu. Der Opel-Chef soll eine deutsche Traditionsmarke...

DWN
Technologie
Technologie CATL: Europa baut Ladestationen, China Batteriewechselstationen
18.07.2026

Das chinesische Unternehmen CATL will bis 2030 80 Prozent des chinesischen Güterverkehrs mit einem Netz von Batteriewechselstationen...

DWN
Finanzen
Finanzen Experten-Interview: Wein ist eine interessante alternative Investition – vor allem auf lange Sicht
18.07.2026

Wein kann als alternative Geldanlage interessant sein, besonders über längere Zeiträume. Entscheidend sind Herkunft, Lagerung,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Škoda Peaq im Test: Wenn die Reichweite ihrem Namen alle Ehre macht
18.07.2026

Mit dem Škoda Peaq stellt die Marke ihr bislang größtes Elektroauto vor. Der SUV setzt auf hohe Reichweite, viel Innenraum, starke...