Politik

Banknoten-Drucker De La Rue kaum mehr benötigt, Aktie bricht ein

Die Banknoten-Druckerei De La Rue meldet ein schlechtes Geschäftsjahr. Die Nachfrage nach Bargeld sei massiv eingebrochen. Eine Besserung ist nicht in Sicht.
12.04.2023 11:57
Aktualisiert: 12.04.2023 11:57
Lesezeit: 1 min

Der seit Jahren schwächelnde britische Banknoten-Drucker De La Rue sieht kein Licht am Ende des Tunnels. Das am 25. März geendete Geschäftsjahr 2022/23 sei schlechter gelaufen als erwartet, warnte der Drucker der britischen Pfundnote am Mittwoch. Der Betriebsgewinn werde wohl um einen mittleren einstelligen Prozentsatz die Marktschätzungen verfehlen. Die Nachfrage nach Bargeld sei auf dem niedrigsten Stand seit über zwei Jahrzehnten. Wegen der schwächeren und unsicheren Aussichten führe der Vorstand daher Gespräche mit Kreditgebern über Änderungen der Bankkonditionen.

Das über 200 Jahre alte Unternehmen, das mit Regierungen, Zentralbanken und Handelsorganisationen in mehr als 140 Ländern zusammenarbeitet, signalisierte bereits im November erhebliche Zweifel an seiner Fortführungsfähigkeit. Damals berichtete es, dass der bereinigte Betriebsgewinn in den ersten sechs Monaten über fast die Hälfte eingebrochen sei. Als Grund nannte die Traditionsfirma, dass die Regierungen auf die während der Corona-Pandemie aufgebauten umfangreichen Devisenvorräte zurückgegriffen hätten.

Die Aktien von De La Rue, die in diesem Jahr bisher mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren haben, fielen am Mittwoch um mehr als 30 Prozent auf ein Rekordtief von 33 Pence.

Analysten hatten in der Vergangenheit die Probleme bei De La Rue als hausgemacht bezeichnet. Der deutsche Wettbewerber Giesecke + Devrient berichtete zuletzt von einer Belebung der Nachfrage nach neuen Banknoten und rechnet mit deutlichen Umsatzsteigerungen in dem Bereich. Die Deutsche Bundesbank hatte in einem Bericht zum Bargeldumlauf im Februar erklärt, Bargeld genieße innerhalb der Bevölkerung nach wie vor ein "sehr hohes Vertrauen." Die ausgegebene Menge an Bargeld steige kontinuierlich an, hieß es. (Reuters)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Generation Z trifft auf Generation X: Wie ein Eiskaffee zum Karrierekiller werden kann
10.10.2026

Ein Eiskaffee beim Bewerbungsgespräch sollte eigentlich keine große Sache sein. Doch für manche Personalverantwortliche verrät der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EZB-Leitzinsen: Die Zinswende kommt anders als erwartet
10.10.2026

Erst schien die nächste Zinserhöhung der EZB fast sicher, jetzt rudern die Finanzmärkte zurück. Trotz hartnäckiger Inflation und...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Anleger wägen SpaceX-Schritt ab, während die Wall Street boomt
09.10.2026

Wie ein überraschender Deal die Kräfteverhältnisse an der Börse nachhaltig verschiebt.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Finanz Informatik: Der unsichtbare Riese hinter der Sparkassen-Digitalisierung
09.10.2026

Vom Online-Banking bis zu Wertpapiergeschäften – die Finanz Informatik digitalisiert 338 Sparkassen und betreut rund 114 Millionen...

DWN
Politik
Politik Brüssel schlägt vor: weniger Kommissare, weniger Vetos, mehr Schutzklauseln und 15 Jahre Kontrolle neuer Mitglieder
09.10.2026

Die Europäische Kommission will in den bisherigen Mitgliedstaaten Unterstützung für die Erweiterung gewinnen, da dort Sorgen über die...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Sechs Gründe, warum die Micron-Aktie zum Kauf einlädt
09.10.2026

Das Problem besteht nicht darin, einen Grund für den Kauf zu finden, sondern sich zu vergewissern, dass man davon nicht bereits zu viel im...

DWN
Politik
Politik Per Haftbefehl gesucht: Mehr als 148.000 offene Haftbefehle in Deutschland
09.10.2026

Warum bleiben Tausende Haftbefehle in Deutschland offen? Welche Rolle spielen Ersatzfreiheitsstrafen und die Staatsangehörigkeit dabei?

DWN
Unternehmen
Unternehmen Entstehung eines Mega-Reeders stockt: Israel hat ZIM-Übernahme noch nicht genehmigt
09.10.2026

Hapag-Lloyd will mit der Übernahme von ZIM einen der größten Deals seiner Geschichte abschließen. Doch Israel hat dem 4,2 Milliarden...