Finanzen
Anzeige

Nur Regelbrüche können den Euro noch retten

Das Eurosystem kann der wachsenden Verschuldung nicht mehr standhalten. Nur eine verstärkte Umverteilung in den Süden unter Umgehung gewisser Regeln kann den Euro noch eine Zeitlang über Wasser halten.
Autor
17.09.2023 09:04
Aktualisiert: 17.09.2023 09:04
Lesezeit: 1 min
Nur Regelbrüche können den Euro noch retten
Wie lange kann sich der Euro als Währung noch halten? (Foto: dpa) Foto: Julian Stratenschulte

Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) mit Sitz in Luxemburg ist heute der einzige bedeutende Rettungsmechanismus in der Eurozone. Er kam bereits in Zypern, Griechenland und Spanien zum Einsatz und ist im Wesentlichen der Nachfolger des Europäischen Finanzstabilisierungsmechanismus (EFSM) und der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), die beide in Irland, Portugal und Griechenland zum Einsatz kamen.

Wie funktioniert der ESM?

Wenn ein Euro-Staat nicht mehr in der Lage ist, seine Schulden bei Fälligkeit zu bezahlen, so emittiert er neue Schuldpapiere, die vom ESM gekauft werden, und verwendet die Erlöse, um seine bestehenden Schulden zu bezahlen, die er aus eigener Kraft nicht bedienen oder refinanzieren konnte. Auf diese Weise soll eine Zahlungsunfähigkeit von Mitgliedstaaten der Eurozone verhindert werden.

Doch diese Summe setzt voraus, dass der ESM sein AAA-Rating hält, damit er gegen die Garantien aus den Mitgliedstaaten auch tatsächlich so viel Geld auf dem Anleihemarkt aufbringen kann.

Nachdem Standard & Poor's Global Ratings am 2. Juni die französische Kreditwürdigkeit AA mit einem „negativen Ausblick“ versehen hatte, warnte der britische Analyst Bob Lyddon erneut, dass der ESM jetzt an einem seidenen Faden hänge. Denn wenn S&P die französische Bonität tatsächlich weiter auf AA- oder sogar noch niedriger senkt, so müsste der ESM eigentlich zusammenbrechen – und mit ihm der Euro, der von dem Mechanismus gestützt wird. Was passiert denn wirklich, wenn der Euro "zusammenbricht"? Kommt am Ende die D-Mark zurück?


DWN
Politik
Politik Rotstift beim Wohngeld: Bundesregierung plant Sparhammer für Wohngeldempfänger
19.06.2026

Das Spardiktat der Bundesregierung trifft Haushalte mit geringem Einkommen hart: Bauministerin Verena Hubertz plant drastische Kürzungen...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Preis Sevnica: 60 Tonnen Stahl für die Elektrifizierung Europas
19.06.2026

Das Unternehmen Preis Sevnica aus Slowenien fertigt hochkomplexe Transformatorgehäuse, baut im Zuge der Elektrifizierung Europas seine...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinesische Elektroautos greifen Deutschlands Autoelite an
19.06.2026

Wer Chinas Autobauer noch für Nachahmer hält, unterschätzt den eigentlichen Umbruch der Branche. Chinesische Elektroautos setzen längst...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie kaufen? Der Superzyklus steht erst am Anfang
19.06.2026

Der Wert der Rheinmetall-Aktie hat sich seit 2022 bereits vervielfacht. Russlands Krieg gegen die Ukraine, Europas Aufrüstung und...

DWN
Politik
Politik Druck aus Berlin: Kanzler Merz will EU-Haushalt eindampfen und Tempo machen
19.06.2026

Bundeskanzler Friedrich Merz erhöht beim EU-Gipfel in Brüssel den Druck auf die europäischen Partner. Er wies den aktuellen Entwurf für...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Revolte bei den Jusos: Philipp Türmer droht SPD-Spitze mit Personaldebatte
19.06.2026

Die anhaltende Umfragekrise der SPD sorgt für heftigen parteiinternen Zoff. Juso-Chef Philipp Türmer geht die Parteispitze frontal an und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Werksumbau in Sachsen: BMW macht Leipzig fit für die nächste E-Generation
19.06.2026

BMW schaltet am Standort Leipzig auf Zukunft: In den kommenden Sommermonaten wird das sächsische Werk für mehrere Wochen umfassend...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gemeinsame Ziele in Krisenzeiten: Deutschland und Türkei planen engere Kooperation
19.06.2026

Deutschland und die Türkei wollen ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit massiv ausbauen und vertiefen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina...