Wirtschaft

Hamburger Hafen leidet unter schwacher Konjunktur

Der Hamburger Hafenbetreiber HHLA bekommt die schwache Wirtschaft mit Wucht zu spüren. Umsatz und Gewinn sind eingebrochen, und die Lage bleibt unruhig.
14.11.2023 10:04
Aktualisiert: 14.11.2023 10:04
Lesezeit: 1 min

Die maue Wirtschaftslage schlägt mit voller Wucht auf den Hamburger Hafenlogistik-Konzern HHLA durch. Im dritten Quartal brach der Betriebsgewinn (Ebit) um gut 60 Prozent auf 21,3 Millionen Euro ein, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Umsatz ging um 7,9 Prozent auf 353,6 Millionen Euro zurück. Den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte HHLA zwar, hält aber inzwischen ein Betriebsergebnis am unteren Ende der Bandbreite von 100 bis 120 Millionen Euro für wahrscheinlich. Bei den Erlösen wird unverändert von einem deutlichen Rückgang ausgegangen, nach einem Umsatz von 1,542 Milliarden Euro im Jahr 2022.

"Die eingetrübte konjunkturelle Lage wirkt sich weiterhin auf die Geschäftsaktivitäten der HHLA als international tätiges Logistikunternehmen aus", erklärte Konzernchefin Angela Titzrath. Der anhaltende Krieg in der Ukraine, geopolitische Spannungen, Inflation und steigende Zinsen belasteten die Nachfrage von Verbrauchern und Industrie. "In Zeiten multipler Krisen ist es allerdings umso wichtiger, den strategischen Kurs beizubehalten. Daher arbeiten wir auch in unruhigen Zeiten konsequent daran, die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu stärken und unsere Anstrengungen im Bereich der Nachhaltigkeit voranzutreiben."

Der Gewinneinbruch trifft die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) mitten in den Vorbereitungen für den Einstieg der Großreederei MSC. Dazu äußerte sich der Hamburger Konzern am Dienstag nicht. Das HHLA-Management hatte sich erst vor knapp einer Woche nach Zugeständnissen seiner künftigen Großaktionäre hinter die Offerte der Schweizer MSC gestellt. Die Stadt Hamburg hatte im September den Einstieg von MSC bei der HHLA angekündigt. Die Mediterranean Shipping Company (MSC) ist die weltgrößte Reederei und damit Rivalin des Hamburger Traditionskonzerns und deutschen Branchenführers Hapag-Lloyd. Dessen Großaktionär Klaus-Michael Kühne hatte von einem Affront gesprochen und ein eigenes Angebot für die HHLA zunächst nicht ausgeschlossen.

Die HHLA ist der größte Terminalbetreiber der Hansestadt. Unlängst hatte das Gezerre um den Einstieg der chinesischen Staatsrederei Cosco bei einem der HHLA-Terminals in Hamburg für Aufsehen gesorgt. Zur HHLA gehören neben dem börsennotierten Teilkonzern Hafenlogisitik, der das Kerngeschäft bündelt und auch Containertransporte über Straße und Schiene umfasst, noch eine kleinere Sparte mit Immobilien in der Hamburger Speicherstadt und am Fischmarkt. Diese ist vollständig im Besitz der Stadt Hamburg. (Reuters)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Panorama
Panorama Elon Musk als Technokönig: Warum Muskismus mehr ist als Tesla und SpaceX
24.05.2026

Elon Musk ist längst mehr als ein Unternehmer. Eine neue Analyse beschreibt Muskismus als Projekt, das Technologie, Macht und...

DWN
Technologie
Technologie Handynutzung: Prepaid-Handys kommen in Deutschland aus der Mode
24.05.2026

Wie viele Minuten waren das? Wer früher bei der Handynutzung sparsam sein wollte, der hielt Telefonate kurz. Prepaid-Karten konnten...

DWN
Politik
Politik Kann Europa Weltmacht werden? Eine Analyse
24.05.2026

Die alte Weltordnung bricht weg, und Europa steht plötzlich allein zwischen den streitenden Machtblöcken. Jetzt entscheidet sich, ob der...

DWN
Technologie
Technologie Rekordabsatz bei Wärmepumpen: Fast jede zweite neue Heizung läuft elektrisch
24.05.2026

Der Markt für neue Heizgeräte erholt sich schneller als erwartet: Im ersten Quartal 2026 stieg der Gesamtabsatz um 16 Prozent....

DWN
Politik
Politik EU-USA-Abkommen: Brüssel bekommt nicht, was es wollte, aber was es braucht
24.05.2026

Bernd Lange, Chef des Ausschusses für den Außenhandel des Europäischen Parlaments, glaubt, dass die EU ein Sicherheitsnetz gegen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Neuer EQT-Vorsitzender Salata: „Mit Geld kommt Verantwortung“
24.05.2026

Der chilenische Milliardär Jean Eric Salata hat nun den Vorsitz bei der schwedischen Private-Equity-Gesellschaft EQT übernommen....

DWN
Politik
Politik Russischer Topökonom: „Putin wird bald begreifen, dass die Zeit nicht auf seiner Seite ist“
24.05.2026

Sergej Guriev, russischer Ökonom im Exil, gilt als einer der weltweit führenden Experten für Russlands Wirtschaft. Im Interview schätzt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Offshore-Windkraft vor Comeback: Energieriesen setzen wieder auf Europa
23.05.2026

Die Offshore-Windkraft hat schwere Jahre hinter sich. Jetzt wittern Energieriesen in Europa wieder Chancen, doch aus Optimismus wird nur...