Finanzen

Unser neues Magazin ist da: Angst um das Vermögen

Die Deutschen haben Angst um ihr Vermögen. Denn die Bedrohungen sind zuletzt deutlich gewachsen – davon handelt unser neues Magazin. Doch auch jene Deutschen, die nur sehr wenig oder gar nichts besitzen, haben Angst. Denn es fehlen ihnen die Rücklagen, die ihnen im Notfall helfen könnten.
15.12.2023 09:29
Aktualisiert: 15.12.2023 09:29
Lesezeit: 3 min
Unser neues Magazin ist da: Angst um das Vermögen
Deutschland tritt beim Konsum auf die Bremse - doch es kommt noch schlimmer. (Foto: iStock/photoschmidt) Foto: photoschmidt

Viele Menschen in Deutschland haben immer mehr finanzielle Sorgen. Sie sehen sich angesichts der hohen Inflation zum Verzicht gezwungen und treten beim Konsum auf die Bremse. Das ergaben die Befragungen zum kürzlich veröffentlichten Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV).

Mehr als ein Viertel der Befragten (26 Prozent) bewertet demnach die eigene finanzielle Lage als „eher schlecht“ oder „sehr schlecht“. Ein Jahr zuvor waren es noch 22 Prozent. Gespart wird der Umfrage zufolge beim täglichen Einkauf, beim Restaurantbesuch, aber auch beim Urlaub. Insgesamt gaben 61 Prozent der Befragten an, in den vergangenen zwölf Monaten ihren Konsum eingeschränkt zu haben. Das ist den Angaben zufolge der höchste Wert seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2005.

In vielen Haushalten reicht das Einkommen nach eigener Einschätzung nicht mehr, um Geld auf die hohe Kante zu legen. Ein Fünftel der Befragten spart nicht oder kann dies laut eigener Aussage nicht. Seit 2021 ist der Anteil der Nichtsparer den Angaben zufolge von 15 auf 20 Prozent gestiegen. Die Erhebung zeige, dass die Menschen in Deutschland die weltpolitische Großwetterlage spürten. „Viele brauchen im Moment einfach mehr Geld, um ihren Alltag zu bestreiten“, so der DSGV. Jeder Vierte könne nur 50 Euro oder weniger monatlich zur Seite legen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sparten die Menschen im ersten Halbjahr je 100 Euro verfügbarem Einkommen im Schnitt 11,30 Euro – etwa so viel wie im Vorjahreszeitraum. Monatlich entspricht das einem Betrag von durchschnittlich 260 Euro je Einwohner.

Unser neues Magazin widmet sich daher der Angst um das Vermögen der Deutschen. Nächstes Jahr könnte das Land vor einem finanziellen Umbruch stehen, denn das Wort „Lastenausgleich“ taucht immer wieder in der öffentlichen Diskussion auf. Die Staatsverschuldung im Jahr 2022 beläuft sich auf die erschreckende Summe von rund 2,37 Billionen Euro – wie wahrscheinlich ist die Einführung eines neuen Lastenausgleichs, um dieses Loch zu stopfen?

In dieselbe Kerbe schlagen die Diskussionen um die Einführung eines europäischen Vermögensregisters. Seit nunmehr drei Jahren wird in Brüssel zum Schrecken vieler Bürger, die Angst um ihr Vermögen haben, über die mögliche Einführung eines Europäischen Vermögensregisters diskutiert. Schon im Rahmen des EU-Haushaltsplans für 2020 beantragte das Europäische Parlament eine entsprechende Machbarkeitsstudie, die nun umgesetzt wird.

Gleichzeitig bedroht der Euro die deutschen Sparer – obwohl es immer heißt, unser Land hätte von der Einführung der Gemeinschaftswährung profitiert wie kein anderes. Wir analysieren, warum die Statistik täuscht und wo die Gefahren für die deutschen Sparer lauern.

Eine weitere wichtige Säule für das private Vermögen stellen selbstverständlich Immobilien dar. Für deutsche Hausbesitzer wird es jetzt brenzlig: Das neue Heizungsgesetz und die EU-Gebäuderichtlinie drohen den Wert der eigenen vier Wände zu pulverisieren. Dazu kommt noch das heimische Desaster um die Wärmewende der Ampel, welches Immobilienbesitzer abschreckt.

Was gegen die ganzen Bedrohungen hilft, ist Diversifikation – doch diese wird immer schwieriger. Denn es gibt neue Risiken, die Investoren dabei auf ganz neue Wege zwingen.

Die gesamte DWN-Redaktion wünscht Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre.

Jennifer Bendele

DWN-Chefredakteurin

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Unternehmen
Unternehmen Wenn die Abfindung für Entlassene bis zu 100.000 Euro betragen kann
03.07.2026

Vorstandsvorsitzender Oliver Blume ist überzeugt, dass Volkswagen nach den Entlassungen und der Schließung von vier Werken ein...

DWN
Politik
Politik Gasspeicher Europa: Der Winter wird zum neuen Stresstest für die Wirtschaft
03.07.2026

Europas Gasspeicher füllen sich langsamer als geplant, ausgerechnet vor dem nächsten Winter. Analysten warnen vor dem niedrigsten...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Massenproteste bei Mercedes: IG Metall kündigt „heißen Sommer“ für Autobranche an
03.07.2026

Die Fronten in der Automobilindustrie verhärten sich: Tausende Beschäftigte von Mercedes-Benz wollen am heutigen Freitag bundesweit gegen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rheinmetall- Aktie nach Projekt-Dämpfer: Prognosen stehen auf dem Prüfstand
03.07.2026

Nach dem überraschenden Rückschlag bei einem Großprojekt sortiert sich der Rüstungskonzern Rheinmetall neu. Weil das Volumen beim...

DWN
Politik
Politik Streit um Krankenscheine: Kassen-Chef warnt vor Chaos in den Praxen
03.07.2026

Die Koalition will den hohen Krankenstand in Deutschland bekämpfen und fordert das Attest künftig schon ab Tag eins. Doch DAK-Chef...

DWN
Panorama
Panorama Vier Buchempfehlungen für die Liege: Was Entscheider diesen Sommer unbedingt lesen sollten
03.07.2026

Das Tablet ist geladen, der Sonnenschirm steht, die E-Mails dürfen warten. Wir haben vier Wirtschaftsbuch-Empfehlungen für Sie, die den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI-Schock im Tech-Sektor: Löhne fallen erstmals seit Jahren
03.07.2026

Irlands Tech-Sektor galt lange als Jobmaschine mit steigenden Gehältern. Nun sinken die Durchschnittslöhne erstmals seit fast zehn...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Polestar USA: Wie Washington einen E-Autohersteller vom Markt fegt
03.07.2026

Polestar darf in den USA bald keine neuen Autos mehr verkaufen. Offiziell geht es um nationale Sicherheit, in Wahrheit aber auch um die...